(ps/mj)

Jeder Beschäftigte, der nah am Arbeitsplatz wohnt, fehlte vergangenes Jahr im Schnitt 12,9 Tage wegen Krankheit, Pendler nur 12,7 Tage. Groß sind die Unterschiede bei Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems sowie bei Verletzungen oder Vergiftungen. Pendler verzeichnen hier durchschnittlich 2,3 und 1,5 Fehltage. Das sind neun beziehungsweise zwölf Prozent weniger als bei den Nichtpendlern.

Zeit möglichst sinnvoll nutzen

Bei wohnortnahen Erwerbstätigen scheint jedoch die Psyche stabiler zu sein. Sie verzeichnen hier nur 1,9 Krankheitstage, die Pendler mit 2,2 Tagen rund 14 Prozent mehr. "Entscheidend ist nicht, wie lang der Weg ins Büro ist, sondern vielmehr die Ohnmacht im Stau oder der Frust über verspätete Züge", sagt Ellen Basner, Diplom-Psychologin bei der TK in einem Presseschreiben. "Wer morgens und abends regelmäßig unter Strom steht, leidet psychisch."

 

Die Psychologin rät Pendlern, die Zeit unterwegs möglichst gezielt für sich zu nutzen. Schon ein paar einfache Tricks könnten helfen, damit der tägliche Arbeitsweg nicht zur Stressfalle wird. "Im Auto kann ein Sprachkurs zum Mitsprechen oder ein Hörspiel der Zeit Wert geben. Eine Bahnfahrt lässt sich für Lektüre und sogar für einfache Entspannungsübungen wie etwa die Progressive Muskelrelaxation nutzen", so die Expertin. Wichtig sei auch, nach Feierabend und am Wochenende für einen bewegten Ausgleich zum langen Stillsitzen zu sorgen.

Eine aktuelle amerikanische Studie hatte gezeigt, dass Teilnehmer, die täglich 15 Kilometer und mehr zur Arbeit zurücklegten, einen höheren Blutdruck hatten als kürzer pendelnde Berufstätige. Diejenigen, die 24 und mehr Kilometer zur Arbeit brauchten, seien zudem häufig übergewichtig gewesen.

 
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