Wie ka-news aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr, diskutieren die Karlsruher Fraktionen von SPD und Grünen derzeit heftig darüber, wen sie in den OB-Wahlkampf schicken sollen. Noch in diesem Jahr wollen sie einen Kandidaten präsentieren, heißt es. Ob es sich dabei allerdings um einen gemeinsamen Kandidaten der beiden Fraktionen handelt, ist bisher ungewiss.
Am liebsten wäre den Fraktionen wohl eine "Politgröße von außen", verrät ein Insider. Doch bisher habe man keinen geeigneten Kandidaten gefunden, der es machen möchte. Sollte sich nicht bald ein externer Politprofi finden, so läuft alles auf eine Eigenlösung hinaus. Aussichtsreichste Kandidaten für die SPD wären dann wohl Martin Lenz und Frank Mentrup.
Lenz gegen Stapf?
Lenz ist seit 2009 Sozialbürgermeister der Fächerstadt. Er wurde 1962 in Karlsruhe geboren. Lenz engagiert sich vor allem für Jugend und Eltern, Soziales, Schulen und Migrationsfragen. Der 47-jährige Mentrup ist derzeit Politischer Staatssekretär im Kultusministerium und Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Ettlingen. Beide gelten allerdings nicht als Wunschkandidaten der Karlsruher Grünen. Diese würden dann lieber einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken.
Doch wer macht's? Gisela Splett jedenfalls nicht. Eine Kandidatur von Splett gilt in Grünen-Kreisen als mehr als unwahrscheinlich, sie habe Anfragen schon mehrfach abgelehnt. Keiner gehe mehr davon aus, dass Splett Stuttgart den Rücken kehre. Die Geoökologin wurde im März 2011 erneut in den Landtag gewählt und schließlich zur Staatssekretärin im Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg ernannt. Sie ist 44 Jahr alt und lebt seit 1992 in Karlsruhe.
Dann wäre da noch Klaus Stapf. Stapf ist im Juni 2008 als erster Grüner Bürgermeister ins Karlsruher Rathaus eingezogen und beschäftigt sich überweigend mit Umwelt und Gesundheitsthemen. Doch dem amtierenden Umweltbürgermeister werden keine herausragenden Ambitionen auf das Amt des Oberbürgermeisters nachgesagt. Möglicherweise lässt sich Stapf dennoch hinreißen und wird von seiner Partei aufgestellt.
Wer macht's bei der CDU?
Für die CDU stehen bereits Margret Mergen und Ingo Wellenreuther in den Startlöchern, so jedenfalls wird vermutet. Bei der CDU verdichten sich die Anzeichen, das einer der beiden den Hut in den Ring schmeißt. Sie ist Erste Bürgermeisterin in Karlsruhe. Er CDU-Politiker und KSC-Präsident in Personalunion.
Die 50-jährige Mergen hat bereits etliche Erfahrungen in der Politik vorzuweisen. Sie war sieben Jahre Erste Bürgermeisterin der Stadt Heilbronn. Seit 2007 ist sie Wirtschaftsbürgermeisterin Karlsruhes, seit 2009 Erste Bürgermeisterin und damit Stellvertreterin des Oberbürgermeisters. Die gebürtige Westfälin gilt in Wirtschaftskreisen als sehr gut vernetzt.
Der 51-Jährige Wellenreuther ist der Dressman der Karlsruher Stadtpolitik. Wellenreuther ist ebenfalls hervorragend vernetzt. Seit 1999 sitzt er im Karlsruher Gemeinderat, seit 2002 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages. Zudem ist er Vorsitzender der CDU Karlsruhe und Präsident des Karlsruher SC.
Auch Linke und Piraten könnten mitmischen
Aber auch die Karlsruher Linken sowie die Piratenpartei könnten einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken. Es dürfte spannend werden in Karlsruhe.
Die nächste Wahl findet voraussichtlich Ende 2012 oder Anfang 2013 statt, da OB Fenrich am 9. Februar 2013 die Altersgrenze für Bürgermeister von 68 Jahren erreicht. Der CDU-Politiker wurde 1998 zum Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe gewählt. 2006 wurde er im ersten Wahlgang wiedergewählt. Die reguläre Amtszeit beträgt acht Jahre.
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