"Im März hat der Gemeinderat das Entwicklungskonzept 'Zoologischer Stadtgarten' verabschiedet und das erste Projekt ist die Erdmännchen-Anlage gewesen", freut sich Zoodirektor Matthias Reinschmidt bei der offiziellen Eröffnung am Dienstag.

Erdmännchen sollen zum Greifen nah sein

Reinschmidt und sein Team haben sich bei der Gestaltung unter anderem an einer Anlage in Melbourne orientiert. So soll das Gehege dem ursprünglichen Lebensraum von Erdmännchen nachempfunden werden, erklärt der Zoo-Chef vor Ort. Es finden sich jetzt in der mit Glaselementen eingezäunten Anlage große Steine und Äste, aber auch Lampen für die wärmeliebenden Tiere.

Ein zentraler Ansatz sei zudem die Transparenz gewesen. "Die Besucher sollen sich fühlen als wären sie mittendrin", beschreibt Reinschmidt. Dazu sollen Glasscheiben und Sitzsteine direkt vor der Anlage beitragen. "Wir wollen einen Wohlfühl-Zoo für Tiere, Besucher und Mitarbeiter schaffen", so der Zoodirektor weiter.

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Das Geld für den 100.000-Euro-Neubau kommt aus der Kasse der Zoofreunde Karlsruhe, dem Förderverein des Stadtgartens. Die Spende sei nur durch zahlreiche Tierpatenschaften und auch durch eine größere Zuwendung eines der Mitglieder möglich gewesen, so Gisela Fischer, Vorsitzende der Zoofreunde Karlsruhe. Im Gegensatz zur eher versteckten Anlage am Lauterberg würden die Erdmännchen nun besser präsentiert, betont auch Bürgermeister Michael Obert.

Die neue Anlage ist mehr im Blickfeld der Besucher

In der sonnigeren Anlage lebt bereits eine neue Erdmännchen-Gruppe, bestehend aus zwei Brüdern aus dem Zoo Heidelberg und einem Weibchen aus dem Dortmunder Zoo. Das letzte verbliebene Männchen aus dem alten Gehege verbringt seinen Lebensabend hinter den Kulissen. Eine Eingliederung in die Gruppe hätte für das Tier zu viel Stress bedeutet.

Die Erdmännchen-Familie soll in naher Zukunft noch anwachsen. Das Gehege sei für bis zu fünfzehn Tiere ausgelegt, beschreibt Reinschmidt. Der Funke bei den Tieren scheint sogar schon über gesprungen zu sein: Nur rund eine halbe Stunde nach der Zusammenführung im neuen Gehege hätten die Tiere schon am Nachwuchs gearbeitet, freut sich der Zoodirektor.