Im Rahmen der bundesweiten Verkehrsaktion "sicher.mobil.leben" hat auch die Karlsruher Verkehrspolizei am Mittwoch einen genaueren Blick auf die Radfahrer auf den Straßen der Innenstadt geworfen. 

"Gut die Hälfte ihrer Unfälle werden von den Radfahrern selbst verschuldet", erklärt Martin Plate, Leiter der Verkehrspolizei. Besonders gefährlich wird das jedoch dann, wenn unachtsame Radfahrer auf belebte Straßen und Plätze treffen - und davon gebe es in Karlsruhe einige.

Fahrrad-Woche "Sicher mobil leben"
Martin Plate, Leiter der Verkehrspolizei Karlsruhe. | Bild: Lars Notararigo

Unfall-Hotspot Einbahnstraße

So gehören etwa Einbahnstraßen zu den besonders unfallanfälligen Orten für Karlsruher Radler. "Da haben wir beispielsweise die Durmersheimer Straße, die Durlacher Allee und die Herrenalber Straße", zählt Plate die Straßen auf, bei denen die Verkehrspolizei häufig Fahrradunfälle und Fehlverhalten von Radlern feststelle. "Oft entstehen dort Unfälle, weil die Straßen entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung befahren werden."

Blick Richtung Norden an der Herrenalber Str., Kreuzung Battstraße
Blick Richtung Norden an der Herrenalber Str., Kreuzung Battstraße | Bild: Carmele/ TMC-Fotografie

Unfall-Hotspot "Kernstadt"

Doch nicht nur die Einbahnstraßen, auch die Innenstadt an sich sei laut Plate ein Ballungszentrum für Fahrradunfälle: "Die Kriegsstraße, die Rheinhold-Frank-Straße - das sind alles Örtlichkeiten, da kommt es immer wieder zu Unfällen", sagt Plate.

Kreuzung Reinhold-Frank-Straße und Kaiseallee
Kreuzung Reinhold-Frank-Straße und Kaiserallee | Bild: TMC|Carmele Fotografie

"Gefahrenpotenzial entsteht eigentlich überall dort, wo Fußgänger und Radfahrer zusammenkommen. Oder auch, wo es mit dem Autoverkehr eng einhergeht", ergänzt sein Kollege Ralf Schäfer. "Gerade in der Kernstadt, im Bereich der Fußgängerzonen oder auch in beengten Straßen, kommt es regelmäßig zu Reibungspunkten der drei Verkehrsparteien."

Fahrrad-Woche "Sicher mobil leben"
Ralf Schäfer von der Karlsruher Verkehrspolizei. | Bild: Lars Notararigo

Den größten Teil der Unfallmeldungen entstünden allerdings bei Begegnungen zwischen Fahrrad- und Autofahrer, wie Schäfer berichtet. "In zehn Prozent der Fälle ereignen sich die Unfälle zwischen den Fahrradfahrern untereinander. Fünf Prozent finden zwischen Radfahrern und Fußgängern statt", so auch Plates Einschätzung.

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Nur selten seien Unfälle dagegen auf einen zu geringen Abstand zwischen Auto und Rad zurückzuführen. Der Grund: Seit April 2020 gilt in der Straßenverkehrsordnung ein Sicherheitsabstand von 1,5 Metern. Dafür sei ein anderer Grund primär dafür verantwortlich, warum es zwischen Radfahrern und Autos auch mal krachen kann.

"Die häufigste Unfallursache ist die missachtete Vorfahrt"

"Die innerhalb Karlsruhes am weitesten verbreitete Unfallursache ist die missachtete Vorfahrt", sagt der Leiter der Verkehrspolizei. Sei es ein unerlaubtes Abbiegen, ein übersehenes Schild, oder auch eine überfahrene rote Ampel. "Viele der Radfahrer sehen das Losfahren bei Rot offenbar als Kavaliersdelikt. Oder sie suchen sich eine Ampel aus, die für sie gerade am geschicktesten ist - ob Auto-, Fußgänger- oder Fahrradampel."

Fahrrad-Woche "Sicher mobil leben"
Bild: Lars Notararigo

Unter manchen Verkehrsteilnehmern sei "die gegenseitige Rücksichtnahme sehr gering", resümiert Plate. Ein weiterer Sachverhalt, auf den die Verkehrsaktion am Mittwoch aufmerksam machen will. Natürlich müsse diese Rücksichtnahme auch von Autofahrern ausgehen. Damit der Verkehr in Karlsruhe unfallfrei fließen kann, müsse laut Plate "jeder Autofahrer etwas dafür tun. Jeder Fahrradfahrer aber natürlich auch".

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