Seit der 13 Kalenderwoche werden in den Kitas Test durchgeführt, um die Infektionsketten zu durchbrechen. Das macht sich bemerkbar. "Die Lage in den letzten Wochen zeigt, dass es zwar Anstiege gab, aber jetzt in den letzten zwei Wochen deutliche Abfälle zu beobachten sind", erklärt die Leiterin der Karlsruher Sozial und Jugendbehörde, Karina Langeneckert, auf der Pressekonferenz der Stadt Karlsruhe.
Aktuell liegen in vier Karlsruher Kindertagesstätten positive Testergebnisse vor. Darunter befinden sich vier Kinder und ein Betreuer. Zum Vergleich: Am 30. März waren sechs Kitas davon betroffen, wobei sich 14 Kinder und vier Erzieher mit dem Virus infiziert hatten. In Karlsruhe gibt es insgesamt 205 Kindertagesstätten und Horte.

194 Quarantänefälle in Kitas seit Ende März
Doch dementsprechend, so Langeneckert, müssten auch viele in Quarantäne geschickt werden. So mussten sich durch diese fünf positiven Fälle in der aktuellen Woche 162 Kinder und 32 Betreuer in die häusliche Isolation begeben.
Den höchsten Wert an Quarantäne-Fällen habe es seit Beginn der Testungen in der 17 Kalenderwoche gegeben - mit 312 Kindern und Betreuern insgesamt. "Daran sieht man immer, was es auslöst, wenn ganze Gruppen geschlossen werden müssen", erklärt Langeneckert. "Das bedeutet dann natürlich auch, dass in diesem Zeitpunkt keine Betreuung stattfinden kann."

Fokus soll auf "Lolli Tests" liegen
Entsprechend streng ist die Teststrategie in den Kitas getaktet. Gut zwei Drittel aller Eltern würden das Testangebot laut Langeneckert annehmen - Tendenz steigend. Die Kinder werden seit der Kalenderwoche 18 getestet. Dabei kommen drei verschiedene Schnelltests zum Einsatz:
- der Nasaltest, bei dem der Abstrich durch die Nase gemacht wird,
- der Spucktest, der das Virus im Speichel nachweisen soll,
- der "Lolli-Test", bei dem der Teststab in den Mund gesteckt wird, quasi wie ein Lolli.
Letzterer soll in den nächsten drei Wochen verstärkt zum Einsatz kommen. Der Grund: Von den vier positiven Tests, die durch die "Lollis" festgestellt wurden, seien drei auch tatsächlich als positiv bestätigt worden.

"Die Lolli-Tests möchten wir weiter benutzen, weil diese sich einfach am besten eignen für Kinder in dieser Altersgruppe", erklärt die Sozialpädagogin. Die Spucktests hätten hingegen nicht funktioniert und auch die Nasaltests seien "auch nicht so gut angekommen".
Rund 1,5 Millionen Euro sollen deshalb noch einmal in die Hand genommen werden, um die nächste Fuhre an "Lollis" für die kommenden Wochen zu sichern. Die Kosten sollen zwischen Stadt und Land aufgeteilt werden.