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Karlsruhe: Kritik an RDK8: "Karlsruhe muss mit erhöhter Schadstoffbelastung rechnen"

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Kritik an RDK8: "Karlsruhe muss mit erhöhter Schadstoffbelastung rechnen"

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    (Archivbild)
    (Archivbild) Foto: ERS

    "Schon damals war absehbar, dass neue Kohlekraftwerke Umweltschutz und Energiewende behindern und auch nicht mehr wirtschaftlich sind", so Fraktionsvorsitzende Bettina Lisbach. Bei der Kohleverbrennung würden neben dem Klimakiller CO2 große Mengen an Feinstaub, Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid und sogar Arsen, Blei und Quecksilber ausgestoßen.

    RDK8 = "Kohledrecksschleuder"?

    "Uns ist schleierhaft, wie man weiterhin tatenlos zusieht, dass saubere Gaskraftwerke von den Kohledrecksschleudern allerarten aus dem Markt gedrängt werden", ergänzt die energiepolitische Sprecherin der Grünen Gemeinderatsfraktion, Daniela Reiff. "Wir werden die Entwicklung der Luftschadstoffe in Karlsruhe genau beobachten und uns gegenüber der EnBW und auch bei der Landesregierung weiterhin für eine Reduktion der Gesamtemissionen der EnBW-Altanlagen einsetzen, zum Beispiel durch eine rasche Abschaltung von RDK7."

    Die Fraktion fordert von der EnBW ein Gesamtkonzept für die Altanlagen der EnBW im Rheinhafen, das auf eine sukzessive Reduktion der Schadstoff- und Klimabelastungen abzielt und konkrete Umsetzungsschritte festschreibt. "Der angeblich 'starke Partner für die Energiewende' RDK8 stößt über 700 Gramm CO2 pro Kilowattstunde aus. Das ist ein klarer Beitrag zur Klimazerstörung und nicht zum Klimaschutz, dem die Energiewende dienen soll", stellt die atompolitische Sprecherin der Grünen Bundestagsfraktion Sylvia Kotting-Uhl fest: "Ich bedaure, dass ausgerechnet in Karlsruhe das vermutlich letzte Kohlekraftwerk Baden-Württembergs ans Netz geht."

    Am Tag der Offenen Tür wollen die Grünen mit einem Infostand auf dem Kraftwerksgelände über ihre Alternativen zu Kohlekraft und grüne Vorstellungen zur Energiewende informieren. Auch der BUND kritisiert das neue Kohlekraftwerk - es sorge für eine Erhöhung der Schadstoffbelastung in Karlsruhe. 

    BUND prognostiziert zunehmende Schadstoffbelastung

    "Die Inbetriebnahme eines Kohlekraftwerks mit einem Kohlendioxidausstoß von bis zu 6 Millionen Tonnen pro Jahr führt in eine klimapolitische Sackgasse. Im Zieljahr 2050 würde das neue Kohlekraftwerk damit zwei Drittel des laut Klimaschutzgesetz für das gesamte Bundesland noch zulässigen Kohlendioxidausstoßes verursachen", erläutert Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesgeschäftsführerin des BUND Baden-Württemberg. Stattdessen brauche es zusätzlichen Schwung, um den lahmenden Ausbau der erneuerbaren Energien in Baden-Württemberg und Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz voranzubringen sowie verbindliche Vorgaben, um beim für den Klimaschutz unerlässlichen Energiesparen nicht komplett zu versagen.

    Auch für die Luftqualität im Raum Karlsruhe stelle RDK 8 eine gravierende zusätzliche Belastung dar. "Während in dieser Woche die Landesregierung mitteilt, dass die EU-Kommission ein Verfahren wegen der Überschreitung der Luftqualitätsgrenzwerte für Stickoxide im Raum Karlsruhe eingeleitet hat, lässt die EnBW ein Kraftwerk feiern, das jährlich bis zu 2000 Tonnen dieses gesundheitsschädlichen Gases ausstoßen wird", kritisiert Pilarsky-Grosch.

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