Dass Tunnelbohrer "Giulia" sich jetzt wieder durch das Karlsruher Erdreich gräbt, freut auch die Karlsruher CDU-Fraktion. "Wir freuen uns, dass 'Giulia' ihren Betrieb wieder aufgenommen hat", erklärt Fraktionsvorsitzende Tilman Pfannkuch, "der außerplanmäßige Stopp war eine große Herausforderung, die hoffentlich abschließend gelöst werden konnte." Er vertraue auch weiterhin auf den "vorhandenen Sachverstand der ausführenden Firmen und bei unseren Fachleuten der Kasig", so der Christdemokrat.

"Bei einem so komplexen und technisch anspruchsvollen Projekt sind unvorhergesehene Schwierigkeiten nicht auszuschließen. Die schnelle Lösung dieser Probleme, wie jetzt geschehen, ist entscheidend", meint Stadtrat Albert Käuflein, der zudem Aufsichtsrat der Kasig ist. Stadtrat Sven Maier, ebenfalls Kasig-Aufsichtsrat, ergänzt: "Jetzt, wo Giulia wieder in Betrieb ist, richten wird unseren Fokus auch wieder verstärkt auf den zweiten Teil der Kombilösung, den Umbau der Kriegsstraße. Die demnächst geplante Vergabe der Bauleistungen und der vorgesehene Baubeginn für die Kriegsstraße sind weitere wichtige Meilenstein."

Bahnen nach Pfingstferien "wie früher" unterwegs

Nach einer Woche Gleisbauarbeiten in der Kaiserstraße zwischen Ritterstraße und der Nordwestecke des Marktplatzes sind die Konturen der neuen und gleichzeitig alten Schienentrasse nach Aussage der Kasig schon gut erkennbar: Ab Montag, 8. Juni um 4 Uhr, werden die Bahnen pünktlich zum Ende der Pfingstferien dann wieder "wie früher" in der Mitte der Kaiserstraße unterwegs sein. Lediglich direkt nördlich vom Marktplatz bleibt noch ein kleiner Verschwenk der Gleise nach Norden.

Gleichzeitig werde auch an der künftigen unterirdischen Haltestelle Lammstraße gearbeitet: Am Fahrgastzugang Ritterstraße entsteht laut Pressbericht die Treppenöffnung und auf dem Haltestellendeckel die Entlüftungsöffnungen. In der nächsten Woche beginnt im Bereich der Kreuzung der Lammstraße mit der Kaiserstraße und in der übernächsten Woche im Bereich der Kreuzung Ritter- und Kaiserstraße der Einbau der neuen Straßenoberfläche.

Das passiert am Mühlburger und am Durlacher Tor

Und am Mühlburger Tor? Hier beginnt in dem zuletzt hergestellten Tunnelabschnitt direkt unter der Kreuzung in der nächsten Woche der Pumpversuch zur Qualitätssicherung der Hochdruckinjektions-Sohle, bevor dann der Bau des Deckels erfolgt.

Im Bereich des Tunnelabschnitts östlich des Durlacher Tors konnten nach Angaben der Kasig mittlerweile die Ankerarbeiten abgeschlossen werden; im Bereich der Rampe setzen die Arbeiter den Bau der Wände fort. Auf dem Deckel der künftigen Haltestelle Marktplatz sind nach wie vor die Arbeiten an den Entlüftungskanälen, die auf den Deckel betoniert werden, im Gange.

In der Karl-Friedrich-Straße werden an sechs Tagen in der Woche die Bohrlöcher hergestellt, in die an sieben Tagen in der Woche Zement und Weichgel eingepresst werden, um den Untergrund für den bergmännischen Tunnelvortrieb vorzubereiten.

Stadtwerke arbeiten an Fernwärmeleitung

Mitten auf der - früheren - Straßenkreuzung Ettlinger Tor werden dem Pressebericht zufolge in den nächsten Tagen noch die Schlitzwände für das Kombi-Bauwerk hergestellt, das zusammen mit dem Nordkopf und dem Südkopf die künftige unterirdische Haltestelle Ettlinger Tor bildet und in das der Autotunnel für die Kriegsstraße "eingehängt" wird.

Auf dem Baufeld der unterirdischen Haltestelle Kongresszentrum beginnt in der nächsten Woche der Aushub zur Herstellung des Deckels; anschließend werden die Köpfe der Schlitzwände abgestemmt, um die Bewehrung der Schlitzwände mit der des Deckels verbinden zu können.

Südlich über dem Tunnelabschnitt in Richtung Augartenstraße sind die Stadtwerke Karlsruhe ab der nächsten Woche mit dem Einbau einer neuen Fernwärmeleitung beschäftigt. Im Bereich der sich daran anschließenden Rampe erfolgen Aushubarbeiten, um anschließend mit der Montage der Aussteifung beginnen zu können.

 
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