Eine Orientierung für Mieter und Vermieter sein, um abschätzen zu können, wie viel Miete für eine Wohnung verlangt werden sollte - das ist die konkrete Aufgabe des Karlsruher Mietspiegels. Seit 2013 gibt es diesen in der Fächerstadt, zuletzt neu aufgelegt im Jahr 2019. Für die nun aktuelle, seit dem 1. Januar dieses Jahres gültige Ausgabe wurden rund 27.000 zufällig ausgewählte Haushalte schriftlich befragt.

Letztendlich flossen insgesamt 5.740 (4.533 Wohnungen und 167 Einfamilienhäuser) ausgefüllte Fragebögen in die Erstellung mit ein. Damit dienen im neuen Mietspiegel 4,5 Prozent des gesamten Mietwohnungsbestandes in Karlsruhe als Grundlage zur Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete. "Eine sehr gute Datengrundlage", wie Bürgermeister Albert Käuflein während der Vorstellung im Rathaus betont.

Albert Käuflein Mietspiegel
Bild: Carsten Kitter

Doch wie setzen sich die angegebenen Mietpreis-Empfehlungen zusammen? Vier Faktoren haben hier Einfluss: das Baujahr, die Lage, die Ausstattung und die Wohnfläche. Auch die Zentralität einer Wohnung spielt in der aktuellen Ausgabe eine enorme Rolle beim Quadratmeterpreis. In einem Rechenbeispiel der Stadt wird das deutlich: Sie vergleicht Wohnungen zwischen 61 und 120 Quadratmeter aus den Baujahren von 1949 bis 1977 mit guter oder sehr guter Ausstattung. 

Miete
Bild: ka-news.de

Das Ergebnis: Ähnliche Wohnungen sind in der Innenstadt aufgrund ihrer Zentralität fast zwei Euro pro Quadratmeter teurer als am Stadtrand. Doch wie sieht es mit den anderen Stadtteilen aus? Im Mietspiegel werden hierfür die einzelnen Stadtteile in insgesamt fünf unterschiedliche Lagekategorien von L1 bis L5 unterteilt:

  • Lagekategorie L1: Mit Vorteilen
  • Lagekategorie L2: Mit leichten Vorteilen
  • Lagekategorie L3: durchschnittlich
  • Lagekategorie L4: Mit leichten Nachteilen
  • Lagekategorie L5: Mit Nachteilen
Mithilfe dieser Lagekarten wird die Lagekategorie einer Wohnung mitbestimmt.
Mithilfe dieser Lagekarten wird die Lagekategorie einer Wohnung mitbestimmt. | Bild: Screenshot: Mietspiegel Karlsruhe

Zahlen Mieter hier eventuell zu viel für ihre Wohnung? ka-news.de hat sich die Mietpreise in den unterschiedlichen Stadtteilen Karlsruhes einmal genauer angesehen. 

Beim Laden der Tabellen kann es zu Wartezeiten kommen.

  • L1: Innenstadt-West, Innenstadt-Ost, Weststadt, Teile der Südweststadt

    Für Wohnungen in der Innenstadt werden hohe Mieten fällig. Gerade für kleine Wohnungen werden schnell zweistellige Quadratmeterpreise fällig. Der Spitzensatz liegt bei Neubauten, hier können bei Wohnungen unter 30 Quadratmeter bis zu 17,20 Euro fällig werden. Am "günstigsten" sind Wohnungen, die zwischen 1949 und 1965 gebaut wurden. Hier liegt der höchste Preis bei 14,45 Euro.

    Mietspiegel L1
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  • L2: Südstadt, Südweststadt, Weststadt, Oststadt, Nordstadt und Teile von Durlach und Rüppurr
    Für die Wohnungen in L2 fällt auf: Zwischen 1949 und 1965 werden die geringsten Mieten fällig, auch für Wohnungen in Gebäuden die vor 1918 erbaut wurden, fällt die Miete ein wenig höher aus. Bei Neubauten nach 2008 ist das Mietniveau teilweise deutlich höher als bei anderen Baujahren. 
    Mietspiegel L2
    Bild: ka-news.de
  • L3: Nordweststadt, Neureut, Waldstadt, Rintheim, Grünwinkel, Beiertheim-Bulach, Rüppurr und Teile von Durlach und Mühlburg
    Fällt eine Wohnung in Lagetyp drei, wird sie als "durchschnittlich" bezeichnet. Demenstsprechend ähnlich sind die Preise pro Quadratmeter. Ausnahme: Neubauten sind teuerer, der höchste Mietpreis liegt bei 16,15 Euro und damit mehr als zwei Euro höher als für Wohnungen die zwischen 1949 und 1965 gebaut wurden.
    Mietspiegel L3
    Bild: ka-news.de
  • L4: Daxlanden, Knielingen, Oberreut, Hagsfeld und Teile von Grötzingen
    Für Wohnungen im Typ vier werden in der Regel einstellige Quadratmeterpreise verlangt. Der Preis übersteigt die Zehn-Euro-Marke nur wenn die Ausstattung der Wohnung "sehr gut" oder "hervorragend" ist. Ausnahme bilden auch hier neue Gebäude. Hier bleibt der Preis zum Teil noch deutlich im zweistelligen Bereich. 
    Mietspiegel L4
    Bild: ka-news.de
  • L5: Wolfartsweier, Grünwettersbach, Palmbach, Stupferich, Hohenwettersbach und Palmbach
    In den Karlsruher Bergdörfern ist das Mieten einer Wohnung am günstigsten. Die Zehn-Euro-Marke wird hier noch seltener überschritten, der günstigste Preis liegt bei 3,55 Euro bei Wohnungen über 120 Quadratmetern aus den Jahren zwischen 1949 und 1965.
    Mietspiegel L5
    Bild: ka.news.de

Wo in Karlsruhe wohnt es sich am günstigsten?

Wichtig ist aber: Neben der Lage in einem Stadtteil fließen in die Lagebewertung weitere Faktoren ein. So beispielsweise, ob das Gebäude in "zweiter Reihe" liegt oder ob es denkmalgeschützt ist. Auch die Lage der Wohnung im Gebäude selbst spielt eine wichtige Rolle. Pauschal zu sagen: "Hier ist es am günstigsten", ist dementsprechend schwer. Geht man aber rein von der Lage der Stadteile aus, dürfen sich die Bergdörfer mit dem Titel "Die günstigsten Wohnungen in Karlsruhe" schmücken. 

Der Artikel soll die Preise in den Stadtteilen stark vereinfacht wiedergeben. Für eine vollständige Bewertung ziehen Sie bitte den kompletten Mietspiegel der Stadt Karlsruhe heran.