Nachdem sich die FDP durch "das beherzte Eingreifen unseres Fraktionsvorsitzenden Ulrich Noll" ein gutes "Standing" erworben habe, sei der Beschluss vom Samstag indes "schwer zu kommunizieren", so Obert in einer Pressemitteilung.

Obert: Beschluss war verzichtbar

Der Beschluss gehe davon aus, dass nur im Eigentum des Hauses Baden stehende Sammlungsgegenstände zu verwerten sind, sofern es sich dabei um "nachrangige" Stücke handelt. Gerade die Frage, ob sich ein Stück im Eigentum des Hauses Baden befinde, sei aber bislang ungeklärt und könne also vor der Klärung der komplizierten Eigentumsfragen gar nicht zur Finanzierung der "Salem-Stiftung" beitragen. Zum anderen würden "nachrangige Stücke" keinen hohen Erlös bringen.

"So gesehen wäre es besser gewesen, auf diesen missverständlichen und letztlich nicht zielführenden Beschluss zu verzichten. Die positive Nachricht, dass die Landes-FDP sich für eine Stiftungslösung und für schnelle Schritte zur Rettung von Salem ausspricht, geht dabei leider etwas unter", meint Obert.

Landes-SPD plädiert für Stiftung

Unterdessen hat auch die SPD-Landtagsfraktion den FDP-Vorschlag kritisiert: "Die FDP hat offensichtlich nichts dazugelernt", so der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Nils Schmid in Stuttgart. Die Vorstellung, Millionensummen durch den Verkauf von vermeintlich weniger wichtigen Kulturgütern zu erzielen, sei völlig unrealistisch. "Oder will die FDP etwa Picassos aus der Staatsgalerie versteigern?", spottet Schmid weiter.

Die SPD-Fraktion schlägt dagegen in einem am gestrigen Montag eingebrachten Antrag die Errichtung einer Stiftung vor, in der das Land, das Haus Baden, die Bodenseeregion, die Wirtschaft und Privatleute gemeinsam für den Erhalt und den zukünftigen Unterhalt der Anlage sorgen sollen. "Schloss Salem kann nur durch eine Kraftanstrengung aller Beteiligten gesichert werden. Es rächt sich jetzt, dass das Land nicht rechtzeitig Verhandlungen mit dem Ziel einer gemeinsamen Lösung aufgenommen hat", so Schmid. Gleichzeitig dürfe nach Ansicht der SPD eine solche Lösung nicht durch vermeintliche Ansprüche des Adelshauses Baden auf baden-württembergische Kulturgüter belastet werden.