"Das Baustellenmanagement und die Koordination waren nicht nur im Wahlkampf ein wichtiges Thema, sondern sind es auch in meiner Amtszeit", betonte Oberbürgermeister Mentrup am Montag bei einem Pressegespräch.

Daher will der neue OB mit "mehr und besseren Informationen für mehr Transparenz und Zufriedenheit bei den Bürgern sorgen". Künftig soll daher ein Baustellenmanager die zahlreichen Baustellen koordinieren, zudem soll der Informationsfluss zwischen Verwaltung und Bürgern optimiert werden.

436 Baustellen im Jahr 2013

"Es gibt von Bürgern immer wieder Klagen über das Baustellenmanagement der Stadt. Der Eindruck, bisher gäbe es kein Baustellenmanagement, ist aber völlig falsch", so der Oberbürgermeister. "Baustellenmanagement und Baukoordinierung sind ein hoch komplexes Themenfeld, in dem bereits in der Vergangenheit professionelle Abstimmungsroutinen gegriffen haben", sagte Mentrup weiter.

Alleine in diesem Jahr werden in Karlsruhe 436 Baumaßnahmen von Stadtwerken, Tiefbauamt, Verkehrsbetrieben, Kasig und Telekommunikationsunternehmen durchgeführt. Hinzu kommen weitere 2.000 kleinere Baustellen. Die Bauarbeiten für die Kombilösung  sind da nur ein "kleiner" Teil (10 bis 15 Prozent), aber die aufwändigsten und damit die auffälligsten. Die Hälfte aller Baumaßnahmen werden im Auftrag der Stadtwerke durchgeführt (50 bis 55 Prozent).

Stadtwerke müssen rund 3.800 Kilometer Leitungen instandhalten

Gerhard Schönbeck, Leiter des Tiefbauamts, verdeutlicht die "immense Infrastruktur", die in Karlsruhe stets modernisiert und instandgehalten werden muss anhand von Zahlen. Demnach kümmern sich die Stadtwerke Karlsruhe um 150 Kilometer Fernwärme-, 760 Kilometer Gas-, 550 Kilometer Wasser- und 2.400 Stromleitungen. Die VBK müssen 130 Kilometer Gleisanlagen in Schuss halten, während das Tiefbauamt 1.400 Straßenkilometer, 1.100 Kilometer Kanalsystem und 300 Gebäude pflegt. Das Kabelnetz der Telekommunikationsunternehmen umfasst zudem 2.500 Kilometer.

Diese Infrastruktur sorgt für eine "Summe von Maßnahmen", die zwischen den zahlreichen Bauträgern, der Polizei, dem Ordnungs- und Bürgeramt sowie dem Tiefbauamt koordiniert und abgestimmt werden müssen. Hier soll es künftig vertiefte Gespräche und Abstimmungen mit allen Beteiligten geben. "Eine Straße muss für verschiedene Maßnahmen ja nicht unbedingt zwei Mal aufgerissen werden", so Schönbeck. Außerdem sollte der Bürger nicht das Gefühl haben, " er fährt von einer Umleitungen in die nächste". Manche Baustellen könnten aber nicht verschoben werden, da beispielsweise bestimmte Fristen eingehalten werden müssten, bemerkt Schönbeck.

Mentrup: "Die Bürger haben das Recht auf Information"

Bisher wurden die Bürger über die Karlsruher Medien und die Stadtzeitung über Baustellen informiert. Anwohner erhielten spezielle Informationsblätter in ihren Briefkasten, Bürger und Fahrgäste Flyer mit Infos über die aktuellen Umleitungen. Diese Informationspolitik will der neue OB nun ausweiten und verbessern. "Die Bürger haben das Recht möglichst früh zu erfahren, was vor ihrer Haustür geschieht und was dort genau passiert", so Mentrup. Daher soll es künftig einen Baustellenmanager geben. Jürgen Lohmeyer vom Tiefbauamt übernimmt diese Aufgabe. Er soll dem Oberbürgermeister über Art, Umfang und Auswirkungen von Baumaßnahmen berichten. Lohmeyer soll zudem zentrale Anlaufstelle für Beschwerden aus der Bevölkerung sein.

Seit Montag bekommen Bürger demnach über die zentrale Behördennummer 115 auch Informationen über die Baustellen. Liegen die gewünschten Informationen dort noch nicht vor, werden Fragen dort entgegengenommen und per Mail zur Beantwortung an den Baustellenmanager weitergeleitet.

Baustellenvorschau online: Hier wird bald gebuddelt

Außerdem wird das bereits existierende Beschwerdemanagement KA-Feedbackum eine spezielle Rubrik "Baustellen" erweitert. Neben Schlaglöchern und defekten Straßenbeleuchtungen können Bürger damit künftig auch falsche Beschilderungen, unzureichende Wegweiser oder Baustellen-Beschwerden an die Stadt weiterleiten. Anfang kommenden Jahres soll die neue App "Ka-Mobil" das Angebot ergänzen. In Echtzeit werden die Nutzer dann über Sperrungen, Umleitungen, Staus, Verkehrsbehinderungen, aber auch freie Parkplätze und Fahrpläne von Bussen und Bahnen informiert.

Vor allem online will die Stadt nun besser informieren. Das Verkehrsmanagementportal (VMZ) der Stadt Karlsruhe zeigt daher nicht mehr nur die aktuellen Baustellen an, sondern ermöglicht auch eine Baustellenvorschau. Jeder Bürger erhält damit die Möglichkeit, sich über Beginn und Dauer von verkehrsrelevanten Baustellen zu informieren, die in der Zukunft (bis ein Jahr im Voraus) geplant sind. "Je näher der Baustellentermin rückt, umso mehr Infos gibt es über die Maßnahme", so der neue  Baustellenmanager Lohmeyer. Darunter Beginn und Ende der Maßnahmen, mit der Baustelle verbundene Sperrungen und Umleitungen sowie Ansprechpartner, falls es Probleme gibt.

Allerdings werden nicht alle Baustellen dort angezeigt, sondern nur die für die meisten Bürger relevanten. Im VMZ sind daher vom Baustellenmanager "subjektiv ausgewählte Baustellen" zu finden - beispielsweise Baustellen von denen Durchgangsverkehr betroffen ist. "Wenn wir alle Baustellen darstellen würden, dann würde das den Rahmen sprengen und wäre nicht mehr übersichtlich", so Lohmeyer.

Hier geht's zur Baustellenvorschau der Stadt Karlsruhe (VMZ):http://vmz.karlsruhe.de/

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