"Karlsruhe - viel vor, nichts dahinter", tönt es manchmal, wenn sich die Karlsruher über den Werbeslogan ihrer Stadt mockieren.

"Karlsruhe muss sich klarer positionieren"

Immer wieder fällt auch auf kommunalpolitischer Ebene die Bemerkung, dass die Kampagne in ihrer ursprünglichen Form etwas abstrakt sei. Jüngst hatte der OB-Kandidat der SPD, Frank Mentrup, den Slogan als zentrales Element in seine Vorstellungsrede mit aufgenommen. "Außerhalb von Karlsruhe versteht niemand, was mit diesem Spruch gemeint ist", betonte er. Vielmehr müsste man konkrete Inhalte kommunizieren, die eine klare Positionierung der Stadt transportierten.

Auch Erste Bürgermeisterin Margret Mergen hatte bereits vor einiger Zeit angedeutet, dass die Kampagne in Überarbeitung sei. Norbert Käthler, Hauptgeschäftsführer des Stadtmarketings Karlsruhe, bestätigte dies gegenüber ka-news: "Wir sind bereits mit diesem Projekt beschäftigt, wann genau wir allerdings eine Neuheit präsentieren können, steht noch nicht fest", so Käthler.

"Klingt genial. Kommt von hier"

Allerdings sehe er grundsätzlich keinen Widerspruch zwischen der Strategie des Stadtmarketings und etwaigen Forderungen nach transportierten Inhalten. Man sei beim Stadtmarketing selbst bereits an dem Punkt angelangt, dass der Slogan inhaltlich bestückt werden müsse. "Seit einigen Jahren füllen wir das Stadtschild aus genau diesem Grund mit Persönlichkeiten oder Jubiläen." Begonnen habe man 2009 mit der ersten Email, die aus Karlsruhe verschickt wurde, Karl Drais, Carl Benz und schließlich aktuell Wolfgang Rihm seien gefolgt. "Damit drücken wir das 'viel dahinter' aus", erläutert Käthler.

Der Stadtmarketing-Chef betont jedoch auch, dass die Kampagne vor ihrem Beginn mit breitem politischen Konsens beschlossen worden sei. "Wir haben eine saubere Strategie und sind meiner Ansicht nach systematisch auf einem guten Weg."

Dass sich das Stadtmotto in naher Zukunft ändern wird, darauf hofft zumindest Arnt-Martin Bokemüller, Vorsitzender des Karlsruher Vereins "Tribut an Carl Benz". Er bemängelt, dass das Mobilätsthema insgesamt zu kurz komme - dabei sei Karlsruhe so etwas wie eine Wiege der Mobilität. "'viel vor. viel dahinter' lässt sich nicht mal in irgendeine andere Sprache übersetzen. Wie soll denn das ein ausländischer Tourist verstehen?", fragt er.

Übrigens - vergleichbare Kampagnen in anderen Städten tragen oder trugen folgende Slogans: "Wir sind Patent" (Mannheim) oder "Die Stadt am H2O" (Konstanz).

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