Täglich versuchen Menschen das Mittelmeer zu überqueren, um in Europa - auch in Karlsruhe - Asyl zu stellen und ein neues Leben zu beginnen. Vor diesem Hintergrund fordern die Linken und Grünen: Die Fächerstadt soll die Patenschaft für ein Seenot-Rettungsschiff übernehmen. Unterstützt werden die Fraktionen von der Wählervereinigung Karlsruher Liste und Die Partei (KAL/Die Partei).

Flüchtlinge gestrandet in Griechenland
Flüchtlingsboot, das in Griechenland gestrandet ist. | Bild: pixabay@jdblack

Noch ist allerdings nicht sicher, ob ein Schiff unter Karlsruher Patenschaft auf dem Mittelmeer in See sticht. Denn die Verwaltung sieht die Idee kritisch und spricht sich gegen den Vorschlag aus: "Die humanitäre Situation im Mittelmeer ist ohne Zweifel nicht hinnehmbar, allerdings liegt eine Patenschaft und die Finanzierung für ein ziviles Seenotrettungsschiff nicht in der kommunalen Zuständigkeit."

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Dennoch muss die Stadt nun prüfen, unter welchen Bedingungen eine Schiffs-Patenschaft in Frage kommen würde. Dazu hat sie der Karlsruher Gemeinderat am Dienstag, 26. Mai, verpflichtet. Denkbar ist beispielsweise eine auf ein Jahr begrenzte Finanzierung des Schiffes. Für eine längerfristige Finanzierung - beispielsweise über ein Spendenkonto - hat der Gemeinderat keine Mehrheit gefunden. 

Konkrete Rettungsschiffe bereits im Visier

Für eine Karlsruher Patenschaft haben die Linken, Grünen und die Fraktion KAL/die Partei bereits konkrete Schiffe im Visier: "In Frage kommen die 'Alan Kurdi' von Sea Eye sowie die 'Sea Watch 3' und die 'Sea Watch 4' von Sea Watch", geht aus dem Antrag hervor. 

Das Rettungsschiff «Sea-Watch 3» in Lampedusa.
Das Rettungsschiff "Sea-Watch 3" in Lampedusa. | Bild: Annalisa Camilli/AP

Auf den Schiffen im Mittelmehr sind zu einem großen Teil ehrenamtliche Helfer tätig - auch aus Karlsruhe. Doch der Vorschlag, diese Karlsruher Mitbürger bei ihrem Einsatz zu unterstützen, stieß auf Ablehnung. 

Wer sich für ein Engagement in der zivilen Seenotrettung interessiert, kann sich laut der Stadt Karlsruhe an das im Dezember 2019 gegründete Bündnis "United4Rescue" der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wenden.

Das Bündnis hat bereits ein Schiff für Rettungseinsätze im Mittelmehr erworben und benötigt weiterhin Spenden für den Unterhalt und Betrieb. Die zivile Seenotrettung steht allerdings stark in der Kritik. Sowohl der rechtliche Rahmen als auch die Effekte - möglichweisse entgegen einer kontrollierten Migrationspolitik - sind stark umstritten.

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