Der Verlust von Einnahmen durch fehlendes Gewerbegebiet, ohne die Effekte auf Tagestourismus und Einzelhandel durch die Freitagsgebete zu bedenken, sei bei Weitem das noch ernsthafteste Argument in dieser Debatte, kritisiert Brauner. Die unterschwellige Verbindung zum Terror in Frankreich von Herrn Wellenreuther sei Populismus, der klar auf den kommenden Bundestagswahlkampf und nicht auf die Sache abziele. "Man sollte klarstellen, dass schon vor Beginn des konkreteren Prozesses 2013 die Zusammenarbeit zwischen Fraktionen und Verwaltung mit Ditib vereinbart wurde, sowie eine breite Bürgerbeteiligung im Rahmen eines möglichen Bebauungsplanes", erklärt der Juso-Vorsitzende weiter.

In diesem Prozess, der schon 2013 mit Grundstückssuche seitens Ditib begonnen habe, seien Ältestenrat sowie Gemeinderat über alle Überlegungen von Ditib selbst und OB Mentrup informiert worden - ebenso wie konkretere Überlegungen bei einem Grundstück. Danach hätte sich die Mehrheit der Gemeinderatsfraktionen gegen eine weitere Behandlung des Themas zum jetzigen Zeitpunkt entschieden, da eine Debatte über die Verbindungen zwischen Ditib und türkischem Staat in der Öffentlichkeit zunächst Vorrang habe.

"Dialog auf Augenhöhe" soll Integration fördern

"Dialog statt Spaltung" fordert auch das Juso-Vorstandsmitglied Sari: "Die aktuellen Gebetsräumlichkeiten der Ditib-Zentralmoschee reichen bei weitem nicht aus, um die zunehmende Anzahl an Mitgliedern und Gläubigen unterzubringen – speziell an religiösen Feiertagen herrscht akuter Platzmangel". Seit mittlerweile zehn Jahren sei die örtliche Türkisch-Islamische Gemeinde auf der Suche nach einem neuen Ort für eine Moschee, welche im Gegensatz zur aktuellen Hinterhofmoschee in der Käppelestraße eine würdige Atmosphäre für das Ausleben der Religion sicherstellt.

Auch die propagierte Gefahr von Hasspredigern sei unbegründet: "Ditib ist seit jeher erfolgreich aktiv und transparent in der Extremismusprävention: Die Freitagspredigten sind jederzeit online auf deren Website verfügbar. Wer hier von Hasspredigern spricht unterschätzt nicht nur die reale Gefahr von extremistischen Strömungen, sondern stellt somit selbst moderate Muslime als Extremisten dar", so Sari weiter.

Der Stadt Karlsruhe würde sich hierbei, gerade in der aktuell angespannten politischen Lage, eine einmalige Gelegenheit bieten: "Durch einen Dialog auf Augenhöhe unter Beteiligung der Bürgerschaft kann man die türkische Einflussnahme auf die Gemeinde verringern, wie das Ditib auch selbst auf Bundesebene anstrebt, und gleichzeitig die Integration innerhalb unserer Stadt fördern", schlägt Sari vor.

 
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