Lasius neglectus ist nach der – auch als "Kehler Ameise" bekannt – bereits die zweite invasive Ameisenart, die sich in Karlsruhe angesiedelt hat. Letztere erlangte 2024 durch einen spektakulären Vorfall in Kehl bundesweite Aufmerksamkeit.
Ameisen-Kolonie legte Strom- und Internetversorgung lahm
Erste Hinweise auf das Auftreten der Tapinoma magnum gab es in Kehl bereits 2023. Doch im darauffolgenden Jahr kam es zur massenhaften Vermehrung: Die anwachsenden Kolonien beschädigten unterirdische Leitungen, führten zu Stromausfällen und unterbrachen teilweise die Internetversorgung.

Auch ein Spielplatz musste gesperrt werden, weil sich dort SWR am 1. Juni 2024: "Wir haben keine Lösung in der Hosentasche."
angesiedelt hatten. Eine effektive Lösung gegen den großflächigen Befall hatte die Stadt Kehl zunächst nicht. Kehls Oberbürgermeister Wolfram Britz sagte demSchwer kontrollierbar und weit verbreitet
Laut einem SWR stammt die in Knielingen entdeckte Art Lasius neglectus ursprünglich aus dem Schwarzmeerraum. Wie genau sie nach Deutschland – und speziell in die Fächerstadt – gelangt ist, ist bislang unklar. Experten vermuten jedoch, dass die Tiere in den Wurzeln von Zitrus- oder Olivenbäumen eingeschleppt wurden, die zum Verkauf in Gartencentern bestimmt waren.
Neben Karlsruhe sind mittlerweile auch Bad Säckingen (Kreis Waldshut), Pleidelsheim (Kreis Ludwigsburg) und Wehr (ebenfalls Kreis Waldshut) betroffen.

Superkolonien mit Milliarden von Tieren
Im Gegensatz zu einheimischen
bilden Lasius neglectus riesige Superkolonien: Mehrere Nester schließen sich zu einem riesigen Verbund zusammen, der aus Milliarden Arbeiterinnen und Millionen Königinnen bestehen kann.Wie sich die Tiere verbreiten und Kolonien miteinander verschmelzen, soll nun in einem gemeinsamen Forschungsprojekt der Naturkundemuseen Stuttgart und Karlsruhe untersucht werden. Dabei wollen die Forschenden regelmäßig genetische Proben der verschiedenen Kolonien analysieren.
Ziel des Projekts ist es, die Dynamik der Ausbreitung besser zu verstehen und zukünftig Vorhersagen über mögliche neue Siedlungsgebiete treffen zu können. Weitere Informationen dazu veröffentlichen die beteiligten Museen auf der Webseite des Projekts.