Unfälle gehören auf den Straßen leider zur Tagesordnung. Und genauso regelmäßig kommt es zu einem Aufschrei, wenn die Unfälle von Senioren am Steuer verursacht werden: Schnell fordern verschiedene Seiten medizinische Kontrollen, um für mehr Sicherheit auf den Straßen zu sorgen. Doch sind die älteren Menschen tatsächlich häufiger an Verkehrsunfällen beteiligt?
Im vergangenen Jahr kam es im Bereich des Polizeipräsidiums Karlsruhe zu 36.945 Verkehrsunfällen. Laut Statistik waren in 2.633 Fällen Menschen über 65 Jahren beteiligt, was in der Gesamtheit einem Anteil von knapp sieben Prozent entspricht. Bei 1.587 der Unfällen lag die Schuld bei einem Senior. Die schweren Unfälle mit Verletzten mit Beteiligung von Senioren wurden zu 60 Prozent von diesem selbst verursacht.
Nicht Alter, sondern Routine ist entscheidend
Auf die gesamte Bundesrepublik bezogen, kommt das statistische Bundesamt zu dem Schluss, dass die Senioren im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil eine unterproportionale Unfallbeteiligung aufweisen. Der ADAC kommt in einer eigenen Unfallforschung ebenfalls zu diesem Schluss. Laut ADAC sei jedoch die Beteiligung von älteren Menschen besonders bei Abbiege- und Kreuzungsunfällen hoch.
So zieht der Auto-Club das Fazit, dass für eine unfallfreie Teilnahme am Straßenverkehr ist nicht das Lebensalter, sondern neben dem Gesundheitszustand des Fahrers auch die in einem langen Kraftfahrerleben erworbene Fahrroutine entscheidend sei. Die Gruppe der älteren Fahrer würden sich in der Regel durch einen an die Situation angepassten Fahrstil sowie vorausschauendes Fahren auszeichnen, riskante Fahrmanöver meiden und das Abstandsverhalten über die Jahre hin vergrößern. Damit könnten Unfälle über das "übliche" Maß hinaus vermieden werden.