Offensichtlich brauchte es erst den 300. Stadtgeburtstag um die Kulisse rund um das Schloss für die Bevölkerung präsent zu machen - als Austragungsort von Feierlichkeiten und Events. Der Schlossgarten war vorher vor allem Sinnbild für ein entspanntes Picknick im Sommer, der Schlossvorplatz für die Bierbörse im Sommer und die Eislauffläche "Eiszeit" im Winter. Viel mehr ging hier nicht.

Schloss braucht ein kulturelles Gesamtkonzept

Dass man die Schlossfassade um ein Vielfaches erlebnisreicher in Szene setzen kann, bewiesen nun die Schlosslichtspiele. Für viele waren sie das Highlight des 15-wöchigen Festivalsommers und der Programmpunkt an lauen Abenden. Hieran kann die Stadt in der Tat den Triumph von KA300 messen. Allerdings wäre es jetzt der falsche Weg, die eingeheimsten Erfolge über die kommenden Monate hinweg nochmals und nochmals aufzuwärmen. Liebes Stadtmarketing, aufgewärmt ist nur ein Gulasch gut - die Schlosslichtspiele wären es nicht.

Die Schlosslichtspiele waren schön - allerdings saisonal bedingt, quasi ein Symptom des Geburtstagsfiebers. Sollte man sich dafür entscheiden, diesen Programmpunkt fortzuführen, wäre den Verantwortlichen zu raten, sich bei den Spielzeiten an einzelne, feste und im Zusammenhang stehende Termine zu binden. Konzeptlos und aufgewärmt würden die Schlosslichtspiele ansonsten eine rasche Enttäuschung mit sich bringen.

Viel mehr sollte die Stadt an einem kulturellen Gesamtkonzept für das Schloss arbeiten, das sich dauerhaft etablieren lässt. Open-Air-Theater auf dem Schlossplatz, Lesungen und Diskussionen ähnlich derer im Pavillon, kleine Konzerte. Ein Teil davon sollten dann auch die Schlosslichtspiele sein. Karlsruhe sollte die KA300-Euphorie jetzt nutzen, um die Stadt mehr an das Schloss als Veranstaltungsort binden. Das Feuer scheint entfacht.

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