Pünktlich zum kalendarischen Herbstanfang am 23. September hat auch das nasskalte, stürmische Wetter in Karlsruhe Einzug gehalten. So fegte in der Nacht zum Montag Sturmtief Mortimer über Karlsruhe und die Region hinweg. Grund genug, die vergangenen Sommermonate - also von Juni bis September - noch einmal Revue passieren zu lassen. 

37,5 Grad Höchsttemperatur in 2019

Mit 37,5 Grad ist der Juli in diesem Jahr der Sieger in der Kategorie Höchsttemperatur. Das geht aus den Klimadaten auf der Website der Stadt Karlsruhe hervor. In der Anzahl der Sommertage - also der Tage, in denen die Temperatur die 25 Grad-Marke knackt - hat aber der August die Nase vorn: 21 Mal stieg das Thermometer in diesem Monat so hoch.

Eiscreme
Neun Hitzetage gab es im August 2019 in Karlsruhe. | Bild: pixabay@couleur

Übersteigt es die 30-Grad-Marke, spricht man wiederum von Hitzetagen. Neun gab es davon im August 2019. Getoppt wird das nur noch vom Monat Juni. Hier mussten die Karlsruher an zwölf Tagen bei über 30 Grad schwitzen.

Mehr als doppelt so viele Tropennächte in 2015

Und wer sich auch nachts schweißgebadet von einer Seite auf die andere gewälzt hat, hat dies wohl vornehmlich im Juli getan, denn: Hier wurden laut Klimastatistik der Stadt sechs sogenannte Tropennächte gezählt. Das sind die Nächte, in denen die Temperatur zwischen 18 Uhr abends und 6 Uhr morgens nicht unter 20 Grad fällt.

Das Durlacher Turmbergbad.
Bei den heißen Temperaturen im vergangenen Sommer haben viele Menschen Abkühlung gesucht - wie hier im Durlacher Turmbergbad. | Bild: Karlsruher Bäder GmbH

Auch vor fünf Jahren konnte der Juli mit den meisten Tropennächten aufwarten, mit einem Unterschied: Statt nur sechs wurden hier gleich 14 der besonders warmen Nächte gemessen. Mit 16 Hitzetagen im Juli wurde 2015 auch hier vier Mal öfter die 30 Grad-Marke geknackt als in diesem Jahr.

Und auch in puncto Höchsttemperatur schlägt das Jahr 2015 den diesjährigen Sommer: 38,6 Grad wurden Anfang August in Karlsruhe gemessen - 1,1 Grad mehr als 2019 und damit auch die höchste Höchsttemperatur, die in den vergangenen fünf Jahren in der Fächerstadt gemessen wurde.

 

Ist der Klimawandel in Karlsruhe angekommen?

Doch wie ist das mit dem Phänomen des Klimawandels vereinbar? Sollte es demnach nicht eigentlich Jahr für Jahr immer heißer werden? "Eine Änderung des Klimas kann nicht an einem kurzen Zeitraum und schon gar nicht an einzelnen Ereignissen festgemacht werden", sagt der Karlsruher Diplom-Meteorologe Bernhard Mühr. "Dazu bedarf es der Betrachtung langer Zeiträume und eventueller Änderungen klimatologischer Parameter."

Diplom-Meteorologe Bernhard Mühr.
Diplom-Meteorologe Bernhard Mühr. | Bild: Bernhard Mühr

Auch ein Ausblick auf die Zukunft lasse sich laut Mühr auf solcher Basis schwerlich treffen. "Es ist kaum möglich vorherzusagen, wohin die Reise geht", meint er im Gespräch mit ka-news.de. "Sicher erscheint jedoch eine globale Zunahme der Jahresmitteltemperatur und auch bei uns insgesamt höhere Temperaturen." Ob allerdings auch besonders lange Hitzeperioden oder Höchsttemperaturen von häufig 40 Grad oder mehr irgendwann an der Tagesordnung sein werden, kann seiner Meinung nach jetzt noch nicht beurteilt werden.