Falco Wambold erblickt am 18. März 1966 in Delkenheim das Licht der Welt. Von sechs Geschwistern ist er der Älteste. In Großgerau macht er 1984 sein Fachabitur für Wirtschaft und Verwaltung und schiebt eine dreijährige Lehre zum Versicherungsfachangestellten hinterher. Ab 1987 leistet er für zwei Jahre seinen Zivildienst in Hamburg ab und arbeitet parallel als Möbelverkäufer. 1989 studiert er in der Hansestadt ein Semester lang Architektur, macht zwischen 1994 und 1996 eine zweite Lehre als Landschaftsgärtner, arbeitet ein halbes Jahr lang als Requisiteur beim Film um im Spätsommer des Jahres '97 seine Bar "Gloria" zu eröffnen. Seit 2005 lebt er in Karlsruhe.
Er ist wegen seiner Familie, seiner beiden Kinder und des Wetters in die Fächerstadt gekommen - und wegen des "Potentials an Gastronomieobjekten", grinst er frech.
"Die Idee, Kneipenwirt zu werden, war eine spontane Eingebung. Ich habe improvisiert", berichtet Falco Wambold von den Anfängen seiner Selbständigkeit. Er nutzte seine Kontakte als Möbelarbeiter, kannte einen hilfsbereiten Getränkehändler und überzeugte seine Großmutter von der Idee. Um eine erfolgreiche Kneipe zu eröffnen brauche man nicht viel Kapital, wichtiger sei "Ausdauer, ein langer Atem, ein gutes Bauchgefühl und die Grundrechenarten zu beherrschen", verrät Falco Wambold sein Konzept: "Individualgastronomie am richtigen Ort.
Das muss nicht der Ludwigsplatz sein, sollte aber auch nicht gerade Neureut sein", meint der Wahlkarlsruher, der die Südstadt mit seinem Klientel, den Plätzen und dem Indianerbrunnen "super" findet und mit dem Schanzenviertel in Hamburg vergleicht.
Neben Verwaltung und Repräsentation sei es vor allem seine Aufgabe "für gute Laune zu sorgen". Vier bis fünf Mal die Woche, ist er im "Gloria Süd". Als Spezialitäten des Hauses nennt er "das Frühstück, den selbstgemachten Kuchen und die große Wodkabar". Er selbst trinkt am liebsten einen deutschen Riesling, spanischen Rotwein oder ein Rhabarbersaftschorle. Wer mehr über den lustig-ironischen, nachdenklichen und gutgelaunten St.
Pauli-Sympathisanten erfahren will - am besten ihn selbst fragen: Mittwochs tagsüber und Freitagnacht kann man ihn bei seiner Schicht antreffen - und ein Astra Pils trinken.
Beschreiben Sie sich mit drei Worten:
Pünktlich, schnell, umtriebig.
Was ist Ihre größte Stärke?
Organisationstalent.
Was ist Ihre größte Schwäche?
Mein Hang, mich zu verzetteln.
Was war als Kind oder Jugendlicher Ihr Traumberuf? Haben Sie damals jemals daran gedacht, das zu werden, was Sie heute sind?
Kneipenwirt. Ja!
Was würden Sie im Leben gerne noch erreichen?
Reich sein und eine Wohngemeinschaft gründen.
Was nervt Ihre/n Partner/in am meisten an Ihnen?
Meine Langsamkeit.
Auf welchen Gegenstand möchten Sie im Leben nicht verzichten?
Auf meine Unterwäsche.
Wen würden Sie gerne auf den Mond schießen?
Keine bestimmte Person.
Welcher Mensch beeindruckt Sie?
Eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern.
Welche Musik (Interpret und Titel) und welcher Film haben Sie am meisten beeindruckt?
Das ist immer eine Entwicklung. Earth, Wind And Fire sowie "Die Sendung mit der Maus".
Welches Buch haben Sie als letztes gelesen?
"Der Würfler" von Luke Rhinehart.
Sie werden als Tier geboren. Als welches?
Als Hund.
Sie tauschen einen Tag mit einer Person des anderen Geschlechts - wer wäre das?
Madonna. Es wäre spannend zu sehen wie es als "Frauenpromi" ist. Es ist beeindruckend, wie Madonna sich immer neu erfindet. Von ihr kann man etwas über Marketing und Sexappeal lernen. Auch Anne Will (sie hat am gleichen Tag Geburtstag wie ich) oder Angela Merkel wären interessante Kandidatinnen.
Was finden Sie an Karlsruhe reizvoll?
Das Dörfliche und Behütete. Und die Urbanität natürlich!
Was würden Sie an Karlsruhe ändern, wenn Sie Oberbürgermeister/in wären?
Mich stört die Verzagtheit in Karlsruhe. Ich würde versuchen, kulturelles Engagement von Gruppen oder Einzelpersonen zu fördern und nicht abzuwürgen. Der Slogan "Mit Recht. Karlsruhe" ist total beknackt, er klingt besserwisserisch!
Welches sind die markantesten Karlsruher / deutschen Köpfe?
Karlsruhe: Mein Schwiegervater, Peter Sloterdijk, der Leiter der Hochschule für Gestaltung sowie Peter Weibel, der Chef des Zentrums für Kunst- und Medientechnologie Karlsruhe. Deutschland: Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt.
Sie leben in einem anderen Land. Welcher Grund könnte Sie dazu bewegen beziehungsweise davon abhalten, nach Deutschland einzuwandern?
Davon abhalten, nach Deutschland einzuwandern würden mich die Regelwut und die Verzagtheit, Dinge einfach laufen zu lassen sowie unbegründete schlechte Laune. Dazu bewegen, nach Deutschland einzuwandern würden mich die Vielseitigkeit, die große persönliche Freiheit und das gut funktionierende Gemeinwesen (Gesundheitsversorgung, Altersversorgung).
Es geht um das Glück der Republik. Welche Person, Gruppierung oder Idee sollte mehr Einfluss gewinnen?
Helmut Schmidt und die alte Politikergarde, nicht die Egomanen und Medienprofis.
Wie und wo möchten Sie sterben?
Nach einem Liebesakt an einem warmen Tag am Meer oder auf einem Berg mit schöner Aussicht. Im Kreise meiner Familie, meiner Kinder.
Kommen Sie in den Himmel oder in die Hölle?
Ich komme natürlich in den Himmel.