47  

Karlsruhe Mehr Radfahrer durch Corona: Das sind die Hotspots der Fahrradunfälle in Karlsruhe

Lieber mit dem Fahrrad fahren als mit Bus und Bahn - das ist gerade in Zeiten der Corona-Pandemie beliebter als je zuvor. Doch mit mehr Radlern auf den Straßen steigt auch in Karlsruhe das Unfallrisiko. Wo die Polizei hier besonders häufig eingreifen muss und warum gerade diese Stellen Verkehrs-Hotspots sind, berichtet die Polizei im Gespräch mit ka-news.de.

Im Rahmen der bundesweiten Verkehrsaktion "sicher.mobil.leben" hat auch die Karlsruher Verkehrspolizei am Mittwoch einen genaueren Blick auf die Radfahrer auf den Straßen der Innenstadt geworfen. 

"Gut die Hälfte ihrer Unfälle werden von den Radfahrern selbst verschuldet", erklärt Martin Plate, Leiter der Verkehrspolizei. Besonders gefährlich wird das jedoch dann, wenn unachtsame Radfahrer auf belebte Straßen und Plätze treffen - und davon gebe es in Karlsruhe einige.

Martin Plate, Leiter der Verkehrspolizei Karlsruhe. | Bild: Lars Notararigo

Unfall-Hotspot Einbahnstraße

So gehören etwa Einbahnstraßen zu den besonders unfallanfälligen Orten für Karlsruher Radler. "Da haben wir beispielsweise die Durmersheimer Straße, die Durlacher Allee und die Herrenalber Straße", zählt Plate die Straßen auf, bei denen die Verkehrspolizei häufig Fahrradunfälle und Fehlverhalten von Radlern feststelle. "Oft entstehen dort Unfälle, weil die Straßen entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung befahren werden."

Blick Richtung Norden an der Herrenalber Str., Kreuzung Battstraße
Blick Richtung Norden an der Herrenalber Str., Kreuzung Battstraße | Bild: Carmele/ TMC-Fotografie

Unfall-Hotspot "Kernstadt"

Doch nicht nur die Einbahnstraßen, auch die Innenstadt an sich sei laut Plate ein Ballungszentrum für Fahrradunfälle: "Die Kriegsstraße, die Rheinhold-Frank-Straße - das sind alles Örtlichkeiten, da kommt es immer wieder zu Unfällen", sagt Plate.

Kreuzung Reinhold-Frank-Straße und Kaiseallee
Kreuzung Reinhold-Frank-Straße und Kaiserallee | Bild: TMC|Carmele Fotografie

"Gefahrenpotenzial entsteht eigentlich überall dort, wo Fußgänger und Radfahrer zusammenkommen. Oder auch, wo es mit dem Autoverkehr eng einhergeht", ergänzt sein Kollege Ralf Schäfer. "Gerade in der Kernstadt, im Bereich der Fußgängerzonen oder auch in beengten Straßen, kommt es regelmäßig zu Reibungspunkten der drei Verkehrsparteien."

Ralf Schäfer von der Karlsruher Verkehrspolizei. | Bild: Lars Notararigo

Den größten Teil der Unfallmeldungen entstünden allerdings bei Begegnungen zwischen Fahrrad- und Autofahrer, wie Schäfer berichtet. "In zehn Prozent der Fälle ereignen sich die Unfälle zwischen den Fahrradfahrern untereinander. Fünf Prozent finden zwischen Radfahrern und Fußgängern statt", so auch Plates Einschätzung.

Nur selten seien Unfälle dagegen auf einen zu geringen Abstand zwischen Auto und Rad zurückzuführen. Der Grund: Seit April 2020 gilt in der Straßenverkehrsordnung ein Sicherheitsabstand von 1,5 Metern. Dafür sei ein anderer Grund primär dafür verantwortlich, warum es zwischen Radfahrern und Autos auch mal krachen kann.

"Die häufigste Unfallursache ist die missachtete Vorfahrt"

"Die innerhalb Karlsruhes am weitesten verbreitete Unfallursache ist die missachtete Vorfahrt", sagt der Leiter der Verkehrspolizei. Sei es ein unerlaubtes Abbiegen, ein übersehenes Schild, oder auch eine überfahrene rote Ampel. "Viele der Radfahrer sehen das Losfahren bei Rot offenbar als Kavaliersdelikt. Oder sie suchen sich eine Ampel aus, die für sie gerade am geschicktesten ist - ob Auto-, Fußgänger- oder Fahrradampel."

Bild: Lars Notararigo

Unter manchen Verkehrsteilnehmern sei "die gegenseitige Rücksichtnahme sehr gering", resümiert Plate. Ein weiterer Sachverhalt, auf den die Verkehrsaktion am Mittwoch aufmerksam machen will. Natürlich müsse diese Rücksichtnahme auch von Autofahrern ausgehen. Damit der Verkehr in Karlsruhe unfallfrei fließen kann, müsse laut Plate "jeder Autofahrer etwas dafür tun. Jeder Fahrradfahrer aber natürlich auch".

Der Artikel wurde nachträglich bearbeitet.

Mehr zum Thema
Auf dem Sattel durch die Fächerstadt: Die neuesten Fahrradstraßen, die schnellsten City-Routen und viele weiteren Tipps und Tricks rund ums sichere Radeln in Karlsruhe.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (47)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   tom1966
    (1387 Beiträge)

    10.05.2021 10:17 Uhr
    Beim Lesen der Posts
    fiel mir doch eine starke Tendenz mit dem Tenor: "Der heilige Radfahrer gegen den Teufel Autofahrer" auf. Beide Verkehrsmittel haben ihre Berechtigung, was aber nicht alle einsehen können.

    Auf die Diskussion, wer jetzt mehr Unfälle verursacht, Auto- oder Radfaher, lasse ich mich nicht ein, aber der Polizei gezielten Desinformation zuungunsten von Radfahrer zu unterstellen ist doch ein dicker Hund. Welches Interesse sollte die Polizei daran haben, Radfahrer schlecht dastehen zu lassen?

    Fakt ist, dass Verkehrsverstöße durch Radfahrer häufig nicht geahndet werden können, weil Fahrräder im Gegensatz zum Auto keine Kennzeichen haben, anhand derer der Fahrer ermittelt werden kann.
    Fakt ist auch, dass Radfahrer eben keine Knautschzone haben und daher bei einem Unfall eher Verletzungen davon tragen.
    Und Fakt ist genauso, dass es rücksichtslose Fahrer gibt, egal ob im Auto oder auf dem Fahrrad.

    Im übrigen gilt für alle Verkehrsteilnehmer §1 StVO - einfach mal googeln, was da drin steht!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   AhmedDerAufklärer
    (375 Beiträge)

    10.05.2021 10:53 Uhr
    Ja,
    "Beide Verkehrsmittel haben ihre Berechtigung".
    Genau.
    Nur wurde der Autoverkehr seit der Nachkriegszeit massiv gefördert und dominiert heute das Verkehrsgeschehen (ungesund) stark. Schon mal draussen auf die Straßen geschaut?
    Die Bürger wünschen sich heute ein besseres Gleichgewicht.
    Daher besteht nun Handlungsbedarf bei den Verkehrsmitteln Fahrrad, zu Fuß gehen und ÖV.
    Eigentlich ganz einfach und logisch.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Martin181279
    (16 Beiträge)

    08.05.2021 16:45 Uhr
    Mal Ehrlich.....
    Der Tag der Polizei am Mittwoch die Radfahrer auf Fehlverhalten hinzuweisen ist ja OK. Wenn aber bei den Kontrollen schwerwiegende Verkehrsvergehen wie Rotlichtvergehen nur durch ein Gespräch erklärt werden ist das ein schlag ins Gesicht für jeden Autofahrer der durch ein solches vergehen tief in die Tasche greifen muss und die Fahrerlaubnis verliert....
    Oder wie jeden Tag Mehrfach gesehen wird Schilder (Kriegsstraße (verbot für Fahrradfahrer und großes Umleitungsschild das auf die Fahrstraßen hinweist) Konsequent ignoriert wird und sich und andere so in Gefahr bringen. In Durlach und Karlsruhe in den Fußgängerzonen trotz Verbot fahren ist gang und gebe.....
    Fahrradwege in verkehrte Richtungen zu nutzen besonders Riskant dann die Autobahnausfahrt KA_ Durlach Richtung Durlach wenn die Radler da von Durlach auf der falschen Seite fahren.
    Es gilt die StVo für ALLE Verkehrsteilnehmer. Busgeldkatalog auch ANWENDEN
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   AhmedDerAufklärer
    (375 Beiträge)

    08.05.2021 17:23 Uhr
    Mal
    ehrlich, ständig Übertretungen der StVO durch Autofahrer, ohne dass ich je wirksame Konsequenzen/Kontrollen gesehen hätte:
    illegale Durchfahrt Erbprinzenstraße (Bereich Ludwigsplatz)
    illegale Durchfahrt Haltestelle Konzerthaus
    illegale Durchfahrt Hauptbahnhof (vor Zooeingang)
    illegale Querung Fußgängerzone Kaiserstraße auf Herrenstraße und Ritterstraße.
    illegales Linksabbiegen auf der Ebertstraße am Albtalbahnhof
    illegales Linksabbiegen am HBF West nach Ampel am Taxistand
    und und und
    Das Ganze mit u.a. mit SUVs und anderen "Waffen".
    Bitte StVO auch bei Autofahrern konsequent anwenden zwinkern
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Martin181279
    (16 Beiträge)

    08.05.2021 18:26 Uhr
    re
    @AhmedDerAufklärer
    Ich habe doch geschrieben die StVo gilt für alle auch die Kontrollen sollten für ALLE Verkehrsteilnehmer angewandt werden. Es ist aber so das Fahrradfahrer in Ka Freiheiten haben wo gerne mal weggeschaut wird. aber wehe es passiert was dann ist das Geschrei groß. Ich fahre selbst Fahrrad und beruflich in Karlsruhe mit dem Auto. kenne beide Seiten. Ist das selbe die Rücksichtslosigkeit der Fahrradfahren in der Kaiserstraße (Fußgängerzohne) gegen die Fußgänger Beispiel Haltestelle Herrenstraße drücken sich permanent Obwohl Fahrverbot Radfahrer in der Engsteller der Haltestelle zwischen Karstadt Sport und der Haltestelle durch
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   BMWFahrer
    (614 Beiträge)

    08.05.2021 23:20 Uhr
    StVO
    was ist das?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   AhmedDerAufklärer
    (375 Beiträge)

    08.05.2021 21:21 Uhr
    Du
    hast offenbar den Eindruck erwecken wollen, Autofahrer müsssten für Verstöße bezahlen, Radfahrer nicht.
    Ich bin anderer Auffassung.
    (Vielleicht Deinen Ursprungstext nochmal lesen....)
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Martin181279
    (16 Beiträge)

    08.05.2021 16:44 Uhr
    Mal Ehrlich.....
    Der Tag der Polizei am Mittwoch die Radfahrer auf Fehlverhalten hinzuweisen ist ja OK. Wenn aber bei den Kontrollen schwerwiegende Verkehrsvergehen wie Rotlichtvergehen nur durch ein Gespräch erklärt werden ist das ein schlag ins Gesicht für jeden Autofahrer der durch ein solches vergehen tief in die Tasche greifen muss und die Fahrerlaubnis verliert....
    Oder wie jeden Tag Mehrfach gesehen wird Schilder (Kriegsstraße (verbot für Fahrradfahrer und großes Umleitungsschild das auf die Fahrstraßen hinweist) Konsequent ignoriert wird und sich und andere so in Gefahr bringen. In Durlach und Karlsruhe in den Fußgängerzonen trotz Verbot fahren ist gang und gebe.....
    Fahrradwege in verkehrte Richtungen zu nutzen besonders Riskant dann die Autobahnausfahrt KA_ Durlach Richtung Durlach wenn die Radler da von Durlach auf der falschen Seite fahren.
    Es gilt die StVo für ALLE Verkehrsteilnehmer. Diese Kontrollen sollten mehrmals wöchentlich gemacht werden und für mich ist es Unverständlich das
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   schoenix
    (273 Beiträge)

    10.05.2021 20:03 Uhr
    Naja
    ... auf dem größten Teil der Karlsruher Fußgängerzonen ist Radfahren ja auch erlaubt (außer in der Kaiserstraße meines Wissens nach, aber dort fahren auch relativ wenige). Da sind die Vollpfosten, die sich dort mit ihren Karren durchquetschen eher ein Problem.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   JaHe
    (38 Beiträge)

    08.05.2021 01:21 Uhr
    Ich finde die Diskussion der Radfahrer...
    ...hier über die bösen Autos immer interessant. Ich ziehe in die Stadt und beschwere mich über die vielen Autos... Das ist, als ziehe ich neben einen Fußballplatz und beschwere mich über sonntaglichen Lärm, oder ich ziehe neben eine Bahntrasse und wunder mich über durchfahrende Züge. Das ist nun mal die Natur der Sache. Das ist seit der Industrialisierung so. Also kein neuen Phänomen...
    Wenn ich keine Autos mag und keinen Smog brauche, dann ziehe ich aufs land...nur dann...brauche ich ein Auto um in die Stadt zu kommen...Teufelskreis
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 5 (5 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.