Streicht ein Wolf durch den Landkreis Karlsruhe? Nachdem das Landratsamt diese Frage nicht völlig verbindlich beantworten konnte, gelang es einem ka-Reporter nun, ihn nicht nur in natura anzutreffen, sondern ihn sogar zu fotografieren. "Als Hobbyfotograf bin ich sehr häufig in der Natur unterwegs. Und als ich am 26. April auf der Insel Rott bei Linkenheim-Hochstetten unterwegs war, kam er mir vor die Linse", sagt er am Freitag im Gespräch mit ka-news.de.

"Da schwimmt ein Hund im Wasser"

"Um 10.21 Uhr, als ich mich auf der Insel aufhielt, machte mich eine ältere Dame darauf aufmerksam, dass ein Hund im Wasser schwimmt. Da mir das Tier bei genauerer Betrachtung aber nicht wie ein Hund aussah, bin ich etwas näher herangegangen", erklärt er. "Als er dann nahe der Brücke zur Insel aus dem Wasser kam, gab es keine Zweifel. Und da gelang es mir glücklicherweise im richtigen Moment zu fotografieren."

Wolfsaufnahme 2
Bild: Zimmermann

Nach der ersten Freude über das gelungen eingefangene Motiv sei Zimmermann aber zögerlich gewesen, ob er die Bilder überhaupt veröffentlichen soll. "Ich wollte die Leute nicht erschrecken oder gar dafür sorgen, dass sie Angst haben, nach draußen und in den Wald zu gehen", sagt er. "Immerhin sind Wölfe mit vielen Vorurteilen behaftet." Ein Gespräch mit der Forstlichen Versuchsanstalt Freiburg (FVA), dessen Mail-Protokoll der Redaktion vorliegt, habe diese Zweifel aber beseitigt.

"Ein Wanderer mit der Sehnsucht nach dem Wald"

"Man hat dort den Weg des Wolfes mit meiner Hilfe digital nachvollzogen und mir noch einmal versichert, dass das Exemplar nicht gefährlich ist. Das kann ich voll bestätigen, denn auch als ich mich näherte, verhielt er sich nicht aggressiv, sondern beachtete mich gar nicht. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, in Gefahr zu sein", so der ka-Reporter. Seinen Angaben nach sei eher das Gegenteil der Fall.

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"Die FVA meinte zu mir, der Wolf sei ein Einzelgänger und könne am Tag bis zu 90 Kilometer zurücklegen. Ein einsamer Wanderer mit der Sehnsucht nach dem Wald sozusagen. Ich hatte wirklich Glück, denn wer kann schon von sich behaupten, einen wilden Wolf gesehen und fotografiert zu haben?"