Mit seiner letzten Indienreise wurde der Grundstein zu diesem großen Projekt gelegt. Dort konnte Galeani, der sich schon vorher für Einbäume interessiert hat, einige verschiedene Konstruktionen sehen und fahren.

Nun reist er selbst mit einem Exemplar von Karlsruhe nach Rotterdam - los geht es im August. Davor findet aber heute der Stapellauf beim Skiclub Karlsruhe in Rappenwörth statt.

Getreu dem Motto "Träume nicht dein Leben, lebe deine Träume" hat er bereits einige seiner Wünsche wahr gemacht. Neben Besuchen bei indischen Bildhauern und Weltreisen verwirklicht er sich nun seinen nächsten großen Traum: Anfang April begannen die Arbeiten an seinem Einbaum.

Aus einer fünf Meter langen Weingartener Pappel, die der Bahnverbindung nach Karlsruhe zum Opfer fiel, arbeitete er kurzerhand die Rohform aus. Mit dem halbfertigen Stamm zog er dann von einem Acker in Weingarten zu sich nach Hause um. Hier standen weitere vier Wochen Schnitz- und Aushöhlarbeiten an - Galeani machte sich kurzerhand mit Ziehmesser, Hohlbein und Feuer ans Werk.

Alleine war er bei diesen Arbeiten jedoch nicht: Oft hatte er Besuch von Kindern der Umgebung, die ihm fasziniert bei der Holzbearbeitung zusahen. Unter diesen war auch der kleine Liam, der wohl regelmäßigste und auch längste Besucher.

Er half Galeani wo er konnte - obwohl er wegen einer Spinalen Muskelatrophie (SMA) im Rollstuhl sitzt. Er beeinflusste schließlich auch die Intention von Galeanis Reise. "Durch die bewundernswerte Stärke des 7-Jährigen wollte ich meiner Idee einen größeren Sinn geben", erzählt er.

Spenden für jeden Rheinkilometer

"Wie viele Menschen haben zwei tadellose Beine und benutzen sie zu nichts anderem, als damit durch ein fades Leben zu schlurfen. Auf dass sie aufschrecken und begreifen, dass auch sie vergehen."

Angeregt durch dieses Zitat aus dem Buch "Erleuchtung gibt's im nächsten Leben" von Andreas Pröve, wollte er sein Vorhaben ab sofort im Namen des Vereins "SMA Deutschland - Philipp und Freunde" durchführen. So macht es Galeani möglich für jeden gefahrenen Kilometer auf dem Rhein einen gewissen Betrag zu spenden. Die dadurch zusammengetragenen Spenden sollen diesem Verein zugute kommen. Hierfür wird bald ein Online-Formular zur Verfügung gestellt.

Galeani: "Ich widme dieses Boot allen Träumern, die leben"

Ab August wird er in Tagesetappen von 60 bis 80 Kilometern dem Rheinverlauf folgen. Nach ungefähr zwei Wochen möchte Galeani Rotterdam erreichen. Zudem ist er nicht alleine unterwegs: Er trägt die volle Unterstützung seiner daheim bleibenden Familie mit sich und wird zudem während seiner Reise auf dem Rhein von zwei Freunden begleitet.

SMA - eine nahezu unbekannte Krankheit

Das Krankheitsbild von SMA-Patienten kann zwar unterschiedlich stark ausgeprägt sein, jedoch beruht es auf einer immer weiter fortschreitenden Schwächung der Muskeln. Deshalb werden SMA-Kranke über kurz oder lang auf einen Rollstuhl angewiesen sein. 50 Prozent der Betroffenen sterben bereits im Kleinkind Alter.

Die restlichen SMA-Patienten weisen mildere Symptome auf und können bei späterem Ausbrechen der Krankheit auch über 80 Jahre alt werden. Da SMA eine rezessiv vererbte Krankheit ist, gibt es in Deutschland "nur" ungefähr 5.000 Betroffene. Die Anzahl der Überträger für diese Krankheit liegt jedoch bei ungefähr zwei Millionen Bundesbürgern.

Um diese großen und kleinen Patienten will sich der Verein "SMA Deutschland - Philipp und Freunde" kümmern. Ziel des Vereins ist es, die Forschung auf dem Gebiet der Spinalen Muskelatrophie zu unterstützen. Langfristig sieht es der SMA Deutschland als seine Aufgabe, die nahezu unbekannte Krankheit bekannt zu machen und kontinuierliche finanzielle Unterstützung zu sichern.