Im vergangenen Jahr wurde deshalb eine Planungswerkstatt einberufen. Diese beauftragte im Rahmen eines Wettbewerbs drei Architekturbüros damit, erste Entwürfe für ein Entwicklungskonzept für das Gebiet vom Ortseingang Durlach bis hin zum Durlacher Tor in der Karlsruher Oststadt zu erstellen. Das besondere an dieser Aufgabe: Bereits in diesem frühen Planungsstadium sollte eng mit der interessierten Bevölkerung zusammengearbeitet werden. Es fanden mehrere öffentliche Treffen statt, in denen die Planer und Architekten ihre Ideen vorstellten und die Anregungen und Kritikpunkte der Bürger in ihre Arbeiten aufnehmen konnten. "Die Durlacher Allee ist quasi die Mutter aller Karlsruher Straßen", fasste Oberbürgermeister Frank Mentrup die Bedeutung des Projekts zusammen, "Sie ist eine Visitenkarte für die Stadt. Für viele ist sie der erste Eindruck, den sie von Karlsruhe haben - und der ist dann im Moment nicht immer der allerbeste." Man wolle das Potenzial der Straße zukünftig besser nutzen und den östlichen Stadteingang schlüssiger, ästhetischer und charakteristischer gestalten, so Mentrup.

Der Gewinnerentwurf steht fest

Am Freitag nun wurde der Gewinnerentwurf vorgestellt, er stammt von dem Planungsteam "berchtoldkrass space&options" aus Karlsruhe und bestach nach Angaben der Jury durch "solide und robuste Gestaltung mit konsequentem Grundkonzept für die Durlacher Allee". Es wurden jedoch alle drei Entwürfe sehr gelobt und man werde, so die Jury, auch einzelne Elemente der beiden anderen Planungen in zukünftige Überlegungen übernehmen.

Individuelle Teilbereiche zu einem harmonischen Ganzen vereinbaren - ohne Gleichmacherei

Das schwierige an der Durlacher Allee sei, so waren sich alle Beteiligten einig, dass sie durch so viele verschiedene Stadien der Stadtentwicklung führe und so viele verschiedene städtebauliche und landschaftliche Elemente auf sich vereinige. So war die Aufgabenstellung die Wettbewerbs auch in Teilbereiche aufgeteilt, die sowohl die natürlichen als auch die architektonischen Gegebenheiten berücksichtigen. Besonderes Augenmerk sollte dabei auf den Stadteingang Durlach, den Messplatz und den Gleisbauhof gelegt werden. Auch die bessere Integration der Untermühl- und Dornwaldsiedlung in ein neues Städtebaukonzept kam zur Sprache.

Der Gewinnerentwurf setzt dabei auf "intelligente Nachnutzungs- und Stadtergänzungsprojekte in den Kernräumen" und   "bessere Nutzung bestimmter Stadträume durch geschickten Flächentausch". So sieht er beispielsweise eine Verlagerung des Messplatzes auf Freiflächen beim Otto-Dullenkopf-Park und daraus resultierend eine attraktiver und zeitintensivere Nutzung vor und eine Bebauung des jetzigen Messplatzgeländes als hochwertige Adresse zum Wohnen und Arbeiten am neuen Stadteingang. Der Gleisbauhof der Bahn wird in diesem Konzept durch einen großen See aufgewertet und soll dadurch Platz für attraktiven Wohnraum schaffen und gleichzeitig ein neues Ausflugsziel für die Karlsruher werden. 

Den Ortseingang rund um den Bahnhof Durlach sieht der Entwurf als gutes Potenzial für neue, attraktive Arbeitsplätze. Man könne die bereits jetzt gute Erschließung nutzen, das Umfeld neu erfassen, den Baumbestand hervorheben und so ein "Ausrufezeichen für die gesamte Stadt" schaffen, so Philipp Krass vom Planungsbüro "berchtoldkrass".

Zukunftsmusik mit Perspektive

Wann jedoch all diese Ideen umgesetzt werden können und wie, das darf wohl getrost noch als Zukunftsmusik bezeichnet werden. Man wolle den Entwurf als "Grundlage für weitere Planungen nutzen", erklärte Bürgermeister Michael Obert. Für die Projekte müsse man ganz unterschiedliche Zeitrahmen ansetzen, zwischen fünf und 25 Jahren, so der Bürgermeister weiter. Sicher schnell umgesetzt würden die Umgestaltungen an der Straße selbst und Projekte wie der Durlacher Ortseingang. Alles andere müsse sich langsam entwickeln, für vieles müsse ja auch erst einmal Baurecht geschaffen werden, so der Bürgermeister weiter.

Pläne liegen aus

Die Ergebnisse der Planungswerkstatt werden von Dienstag, 12. bis Donnerstag, 21. März, im Architekturschaufenster, in der Waldstraße 8, zu sehen sein. Hier können sich interessierte Bürger dann ein Bild von den Ideen der verschiedenen Entwürfe machen. Die Ausstellung wird am Dienstag um 20 Uhr von Bürgermeister Michael Obert eröffnet.