Bereits viele hundert Jahre vor der Errichtung von Schloss Gottesaue stand an gleicher Stelle ein wichtiges Gebäude. Denn 1094 wurde in der heutigen Oststadt die Benediktinerabtei Gottesaue von Graf Berthold von Hohenberg gestiftet. Als das Kloster im 16. Jahrhundert geplündert und durch Brand beschädigt wurde, ließ Markgraf Ernst Friedrich von Baden-Durlach in den Jahren zwischen 1588 bis 1597 das Lust- Jagdschloss Gottesaue errichten.

Das könnte Sie auch interessieren

In den folgenden Jahrhunderten und Kriegen musste das Schloss ein wechselhaftes Schicksal über sich ergehen lassen. Überstand es den Dreißigjährigen Krieg ohne nennenswerte Zerstörungen, so wurde es im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 erstmalig niedergebrannt und anschließend wieder aufgebaut. Aber auch 1735 wurde das Schloss erneut von einem Feuer befallen, um es fünf Jahre später niedriger herzurichten. Doch damit nicht genug der wechselhaften Geschichte: Im 19. Jahrhunder diente das Schloss und die dazugehörigen Bauten als Artilleriekaserne und zwischen 1922 bis 1935 diente es der zivilen Nutzung und wurde unter anderem als Polizeikaserne geführt. Seine schwerste Zerstörung musste das Schloss Gottesaue im Zweiten Weltkrieg hinnehmen, als es fast komplett zerstört wurde.

Inzwischen scheinen die wechselhaften Zeiten für das Renaissance-Schloss Vergangenheit zu sein. 1982 wurde schließlich begonnen, das Schloss in Form des Renaissance-Ursprungsbaus zu rekonstruieren, ehe 1989 die Hochschule für Musik Quartier in den Räumen in der Oststadt bezog. Eine wechselhafte Geschichte scheint vorerst einen künstlerischen Ruhepol gefunden zu haben. Seit vielen Jahren entspringen viele erfolgreiche Musiker und Künstler dem Gottesauer Schloss und verleihen dem leidgeprüften Gemäuer einen angemessenen Inhalt. Doch auch Kino- und Filmfans ist das Schloss Gottesaue ein Begriff: Denn jeden Sommer kann man im Schlossgarten das Open Air-Kino in herrschaftlichem Abiente genießen.

Aktuelle Entwicklungen, echte Hingucker - alte und neue -, aufsehenerregende Veränderungen und Altbekanntes, manchmal aber auch Vergessenes: ka-news interessiert sich in der Rubrik "Pix And The City" für die Hot Spots der Region. Wo passiert etwas, wo wird gebaut, umgestaltet, wo sollte man einmal genauer hingucken, was ist interessant genug, um davon einige Aufnahmen zu schießen? ka-news-Leser sind gefragt und angehalten, über die Adresse pix@ka-news.de eigene Vorschläge einzubringen, wo die ka-news-Fotografen einmal auftauchen und Veränderungen oder Sehenswertes dokumentieren könnten. Damit die Region und ihre Faszination nicht unbemerkt bleiben und sich jeder davon ein Bild machen kann!

 

Mehr zum Thema pix-and-the-city: Pix and the City