Dazu hatte die Initiative unbeschriftete, weiße Schilder angefertigt, die mittels eines Handkarrens zur Demonstration befördert werden sollten. Unbeschriftete Schilder deshalb, weil es bei der vorangegangenen "Montags-Demonstration" zu verschiedenen Missverständnissen hinsichtlich der verwendeten Slogans gekommen war, die in einem Fall sogar zu Handgreiflichkeiten mit anderen Demonstranten und der Polizei führten.

Schilder "im Sinne der Demonstration nicht hinnehmbar"

Die etwa zehn Personen von Demokratiebedarf-Ka versuchten mit ihren Demo-Materialien gegen 17.20 Uhr den Stephansplatz über die Douglasstraße zu betreten. Auf Höhe des "Eurospar" wurden sie von Polizeibeamten angehalten. Diese kontrollierten die Schilder und Transparente aller Demonstranten mit der Begründung, "provozierende Inhalte" könnten nicht zugelassen werden. Als sie feststellen mussten, dass das Material keinerlei Inhalte aufwies, verständigen sie den Veranstaltungsleiter.

Theophil kam und bezeichnete die Schilder als "im Sinne der Demonstration nicht hinnehmbar", da sie mit dem Thema der Demonstration nichts zu tun hätten. Als Einzelpersonen hätten die Mitglieder der Initiative jedoch das Recht, ohne Schilder auf der Demonstration anwesend zu sein. Auch die Flugblätter dürften verteilt werden. Das Flugblatt mit dem Titel "Total vermontagt." ordnet Hartz IV in den Kontext der neoliberalen mitteleuropäischen Vergesellschaftung ein.

Polizei begleitet Demonstranten über eine Stunde nach Hause

Die anwesenden Polizeibeamten versicherten auf Anfragen wiederholt die Rechtmäßigkeit dieses Vorgangs und ihre Bereitschaft zur entsprechenden Umsetzung. Als Mitglieder von Demokratiebedarf-Ka ihre Flugblätter verteilten, seien diese zum Teil von anderen Demonstranten zerissen worden, so die Gruppe. Die Aktion wurde abgebrochen, Demokratiebedarf-Ka trat samt Handkarren und Material den Rückweg zum Gewerbehof am Lidellplatz an. Dabei wurde die Gruppe von der Polizei eine Stunde lang über Kaiserstraße, Ritterstraße und Erbprinzenstraße, von der eigentlichen Montagsdemonstration getrennt, durch Karlsruhe geleitet.

Währenddessen wurde ein Mitarbeiter von Demokratiebedarf-Ka von einem Ordner der Demonstration verwiesen, mit der Begründung, dass er Flugblätter von Demokratiebedarf-Ka verteilt habe, was nach Aussage der Initiative in völligem Widerspruch zur Erlaubnis des Demonstrationsleiters Theophil stand. Insgesamt zeigte sich die Gruppe bei ihrer Rückkehr sichtlich irritiert vom Verhalten der anderen Demonstranten sowie der Exekutive. "Demokratie ist die eine Sache, ihre Durchsetzung eine ganz andere", meinte ein Mitglied der Initiative.