Masken, Testungen, Luftfiltergeräte. Ungefähr so lassen sich die Schutzmaßnahmen für den kommenden Herbst grob zusammenfassen. Vor allem das Ausstatten der Klassenzimmer mit Luftfiltern rückte zuletzt immer weiter in den Vordergrund. Einer der Verfechter dieser Maßnahme: Der Gesamtelternbeirat aus Karlsruhe, welcher sich nun in einem Schreiben direkt an die Stadt Karlsruhe gewandt hat.

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60 Millionen Euro für Luftraumfilter in Baden-Württemberg

"Die Delta-Variante des Corona-Virus, die die bisherigen Varianten verdrängt, bedroht die jetzige Situation. Es gibt bereits Warnungen, dass man angesichts der Reiserückkehrer in den ersten 14 Tagen nach den Sommerferien wieder eine allgemeine Maskenpflicht einführen müsse, der Präsenzunterricht steht wieder in Frage. Wie viele Schüler bis nach den Ferien geimpft sein werden, kann niemand wissen. Aber es geht auch um die psychischen Folgen einer erneuten Schulschließung", heißt es in dem Schreiben.

Im kommenden Schuljahr soll möglichst durchgängig Präsenzunterricht stattfinden.
Im kommenden Schuljahr soll möglichst durchgängig Präsenzunterricht stattfinden. Doch wie viele Schulen bis dahin mit Luftfiltern ausgestattet sein werden, ist unklar. | Bild: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Das Land hat für die Ausstattung der Klassenräume ein Förderprogramm mit 60 Millionen Euro bewilligt - Allerdings für Schulen in ganz Baden-Württemberg. Aus diesem Grund fordert der Gesamtelternbeirat dazu auf, "sofort mit dem Kauf von Luftfiltergeräten und da, wo es möglich ist, mit dem Einbau von Luftfilteranlagen zu beginnen". Doch da stellt sich die Frage: Wie weit sind die Karlsruher Schulen hierbei überhaupt? Wird diese Umstrukturierung bis zum Herbst vollendet sein?

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Startschuss für den Einbau der Anlagen noch unklar

Wie das Schul- und Sportamt Karlsruhe auf Anfrage von ka-news.de mitteilt, stehe man hier allerdings noch komplett am Anfang. So sei etwa noch gänzlich ungewiss, wie viel Geld des Millionen-Förderprogramms in Karlsruher Schulen fließen soll, ebenso, wann mit dem "Aufrüsten" der Klassenzimmer begonnen wird und wie viele Luftfilter überhaupt zur Verfügung gestellt werden.

Eines von den mobilen Filtergeräten steht im Klassenraum einer Schule.
Eines von den mobilen Filtergeräten steht im Klassenraum einer Schule. | Bild: Henning Otte/-/dpa

"Die Stadt Karlsruhe prüft derzeit, welche Klassenräume aller Schularten die Fördervoraussetzung 'schlecht lüftbar' erfüllen und ein mobiles Luftfiltergerät erhalten sollen. Die entsprechende Förderrichtlinie des Landes ist auch noch nicht veröffentlicht. Diese wird Aussagen enthalten, wann mit der Ausschreibung der Geräte förderunschädlich begonnen werden kann", so das Amt gegenüber ka-news.de.

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Des Weiteren stehe den Schulen noch das übliche Schulbudget und Restmittel aus dem Förderprogramm "Schulbudget Corona" zur Verfügung, wovon zusätzliche mobile Geräte für die Schüler angeschafft werden könnten.

Wie viel Geld dafür konkret in die Hand genommen und wie viele Geräte davon finanziert werden sollen, ist jedoch unklar. Auf die Frage, wie gut man hier mit dem Gesamtelternbeirat kommuniziere, antwortet das Amt knapp: "Die Stadt steht im Austausch mit den Schulleitungen, die Infos auch an die Eltern weitergeben können."

Schulen sehen sich gut vorbereitet

Auch wenn die Verteilung der Luftfilter-Anlagen in Karlsruhe noch am Anfang steht - um der erneuten rasanten Verbreitung des Corona-Virus in den Schulen allerdings schon jetzt entgegenzuwirken, greift man nun auf andere Maßnahmen zurück.

So soll etwa das Tragen von Masken in den ersten beiden Schulwochen wieder verpflichtend eingeführt werden - in allen Schularten. Des Weiteren sollen Testungen der Schüler sowie der am Schulalltag Beteiligten stattfinden. Die Regelungen zum Abstand, zum Hygieneplan und zum Lüftungsmanagement sollen ebenfalls intakt bleiben. 

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Ein Kind führt einen Corona-Selbsttest durch | Bild: Sven Hoppe/dpa

Hinken Land und Schulen - angesichts der bereits wieder steigenden Zahlen - dann nicht trotzdem etwas hinterher? Das weist das Schul- und Sportamt auf Anfrage von ka-news.de zurück. Die Karlsruher Schulen seien bis zum "Sorgen-September" gut vorbereitet, heißt es.

"Die Karlsruher Schulen sind mit einem kontrollierten Lüftungsmanagement, unterstützt durch ebenfalls förderfähige CO2-Messgeräte, dem individuellen Hygieneplan, den mobilen digitalen Endgeräten für Schüler und für Lehrkräfte sowie teilweise vorhandenen fest verbauten raumlufttechnischen Anlagen auf das nächste Schuljahr vorbereitet."

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