Baden-Württemberg wagt den Alleingang. Am Montag, 16. August, wird eine neue Corona-Verordnung der Landesregierung in Kraft treten, die  das normale Leben einen großen Schritt näher bringt. Wie das Sozialministerium der Redaktion bestätigt, wird die Inzidenz nämlich nicht mehr als "ordnungspolitisches Instrument auftauchen."

Inzidenz verschwindet nicht komplett

Wichtig: "Die Inzidenz wird in der nächsten Verordnung zwar ordnungspolitisch keine Rolle mehr spielen und wir werden uns vom bisherigen Stufenkonzept verabschieden. Dennoch werden wir künftig neue, für die heutige Situation besser geeignete Indikatoren definieren, die zur Beurteilung der Lage dienen sollen", so eine Sprecherin des Ministeriums.

Ein PCR-Test in einem Labor.
Ein PCR-Test in einem Labor. | Bild: Sebastian Gollnow/dpa

Neben der Inzidenz soll dann auch die Hospitalisierung beziehungsweise die Auslastung der Intensivkapazitäten eine Rolle bei Bewertung der Corona-Lage spielen.

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Für die Bürger in Baden-Württemberg bringt die neue Verordnung also deutliche Lockerungen. Bei kulturellen Veranstaltungen im Innenbereich  sowie in Clubs und Discotheken wird es keine Personenobergrenze mehr geben. "Diese Einrichtungen können unter Vollauslast öffnen", heißt es in einem Statement. 

Bedingung 3G

Einzige Bedingung für Gäste: Sie müssen eines der "3Gs" - also geimpft, genesen oder getestet - erfüllen. Außerdem wird je nach Bereich ein anderer Test nötig sein. Während für Clubs und Discotheken ein negativer PCR-Test benötigt wird, "ist bei der Innengastronomie, bei Friseuren und körpernahen Dienstleistern ein Antigenschnelltest ausreichend", heißt es aus dem Ministerium.

Proben für Corona-Tests werden im Diagnosticum-Labor für eine Untersuchung vorbereitet.
Proben für Corona-Tests werden im Diagnosticum-Labor für eine Untersuchung vorbereitet. | Bild: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/Symbolbild

Bedeutet auch: Ein Clubbesuch muss geplant werden. Da ein PCR-Test in einem Labor ausgewertet wird, ist mit einer Wartezeit zu rechnen. Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung liegt ein Ergebnis in der Regel nach 24 Stunden vor. Spätestens aber nach 48 Stunden. Es gibt auch Tests mit deutlich kürzerer Wartezeit. Diese sind aber deutlich teurer.

Kosten für PCR-Tests variieren

Deshalb können die Kosten für PCR-Tests  stark variieren. Laut dem Allgemeinen-Deutschen-Automobil-Club (ADAC) belaufen sich die Kosten für einen Test - je nach Wartezeit auf das Ergebnis - zwischen 69 und 279 Euro.

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Grundsätzlich sei von der Landesregierung  geplant: Dort, wo intensive Körpernähe nicht zu vermeiden sei, soll ein PCR-Test Pflicht werden. Ansonsten reiche auch ein Antigenschnelltest. Die genauen Bereiche werden aktuell definiert. Die Möglichkeit, einen PCR-Test durchzuführen, gibt es bei privaten Teststellen, sowie bei Apotheken und Ärzten. Das Land geht davon aus, dass das Angebot mit der Nachfrage steigen wird. 

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