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Karlsruhe: Autos ohne Fahrer: Wie wird die mobile Zukunft in Karlsruhe aussehen?

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Autos ohne Fahrer: Wie wird die mobile Zukunft in Karlsruhe aussehen?

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    Bisher muss nach geltendem Recht immer ein Fahrer hinter dem Steuer eines selbst fahrenden Autos sitzen, um im Notfall eingreifen zu können.
    Bisher muss nach geltendem Recht immer ein Fahrer hinter dem Steuer eines selbst fahrenden Autos sitzen, um im Notfall eingreifen zu können. Foto: FZI

    Hinter den Toren eines Gebäudes an der Haid-und-Neu-Straße wird an dem Verkehr der Zukunft gearbeitet. Und diese Forschung könnte nun mit dem neuen Testfeld zwischen Karlsruhe und Bruchsal ganz neue Möglichkeiten erlangen. Welche das sind, hat Sebastian Klemm, wissenschaftlicher Mitarbeiter am FZI und Beteiligter an der Forschung im Gespräch mit ka-news erläutert. Er promoviert derzeit im Forschungsbereich "Autonomes Fahren".

    Dass es hier ein Testfeld geben wird bedeutet nicht, dass eine spezielle Route für autonome Fahrzeuge gebaut würde. "Es ist aber eine spezielle Infrastruktur für das Autonome Fahren notwendig", erläutert er. So könnten Ampel mit Signalen ausgestattet werden, die den Fahrzeugen Rückmeldungen geben, ob sie gerade Grün oder Rot ist.

    "Heute geht das mit Kameras, aber die können von der Sonne überstrahlt werden. Das kennt jeder Autofahrer", so Klemm. Es geht hier also um eine doppelte Absicherung, damit der Autopilot die Situation richtig einschätzen kann und nicht versehentlich bei Rot über die Ampel fährt.

    Mit vielen Sensoren soll das Auto Informationen erlangen, welche der Mensch "automatisch" aufnimmt.
    Mit vielen Sensoren soll das Auto Informationen erlangen, welche der Mensch "automatisch" aufnimmt. Foto: FZI

    Die Technik ist bisher noch nicht massentauglich

    Dass die Technik noch nicht ganz ausgereift ist, zeigt ein Blick in die Vereinigten Staaten. Dort gerät der Autohersteller Tesla immer wieder in die Schlagzeilen, weil seine von einem Autopilot gesteuerten Fahrzeuge in Unfälle verwickelt sind. Im Mai starb ein Autofahrer, weil sein Autopilot ein Lkw-Anhänger mit einem Straßenschild verwechselte und mit hoher Geschwindigkeit dagegen raste. 

    Aus Karlsruhe lasse sich die Situation in den USA schlecht beurteilen, gibt Klemm an. "Wir kennen das Auto und das System nicht". Zudem sei man selbst noch in einer Vorstufe im Vergleich zum Tesla-Auto. Denn am FZI werden keine Fahrzeuge für den Endnutzer geplant, sondern einzelne Fahrassistenz-Systeme im Auftrag von Firmen.

    Menschen können Situationen besser interpretieren

    Eine Schwierigkeit für die Autonomen im Straßenverkehr besteht aus in der Interpretation der Verkehrssituation. "Der Mensch ist hier im situativen Denken überlegen", so Klemm. So können Menschen bisher bessere Vorhersagen treffen: "Er kann das, weil er das gelernt hat."

    Hier setzt die Arbeit am FZI ein. Mittels Sensoren und Kameras sollen die Autos künftig so viele Daten sammeln, dass es sich souverän bewegen kann. Ein Fokus liegt dabei auch auf der Kommunikation: "Vielleicht brauchen wir irgendwann keine Ampeln mehr, weil es ein kooperatives Fahren zwischen den Fahrzeugen gibt", erläutert Klemm.

    Weniger Tote, mehr Komfort

    Dabei könnten die Fahrzeuge sich untereinander mitteilen, wo sie sind und so das eigene Fahren auf andere Verkehrsteilnehmer anpassen. Das langfristige Ziel hierbei laut Klemm: "Keine Verkehrstoten mehr und höchster Komfort für den Fahrer."

    Wie dieser Komfort aussehen kann, hat das FZI jüngst in Stuttgart bewiesen. Hier parke eines der Karlsruher Fahrzeuge selbstständig in ein Parkhaus ein und schloss sich an das Ladesystem an. Eine Option, die auch in naher Zukunft schon möglich wäre. Bereits in Autos genutzte Fahrassistenten könnten ergänzt werden, beispielsweise mit Informationen aus dem Parkhaus.

    Vision erfüllt: Automatisiertes Parken & Laden in Stuttgart from e-mobil BW GmbH on Vimeo.

    Bis sich die Fahrzeuge allerdings autonom im dichten Innenstadtverkehr bewegen können, dauert es noch eine Weile. "Wir entwickeln alles schrittweise weiter." Bis die Fahrzeuge allerdings auf Autobahnen fahren können, könnte es nicht mehr so lange dauern. Hier sei die Situation für das System nicht so komplex wie im Innenstadtverkehr.

    In Stadtvierteln und Strecken in Karlsruhe und Umland sollen automatisiertes und vernetztes Fahren in realen Umgebungen erprobt werden.
    In Stadtvierteln und Strecken in Karlsruhe und Umland sollen automatisiertes und vernetztes Fahren in realen Umgebungen erprobt werden. Foto: FZI

    Nichtsdestotrotz besteht das Testfeld, welches im Raum Karlsruhe eingerichtet werden soll, aus den verschiedensten Straßenformen. Mit diesen neuen Möglichkeiten der Forschung rückt das selbstständige Fahren, wie man es bisher nur aus Filmen kennt, in eine fassbare nähere Zukunft.

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