Die Preise für Einzelfahrkarten für Erwachsene liegen in Karlsruhe mit 2,80 Euro und in Mannheim mit 2,70 Euro unter dem Vergleichsdurchschnitt von 2,88 Euro. Dagegen ist eine Einzelfahrkarte für Kinder in Mannheim mit 1,90 Euro unter allen betrachteten Städten am teuersten. Karlsruhe liegt bei diesem Tarif mit 1,60 Euro im Mittelfeld.

Unter dem Durchschnittspreis von 7,30 Euro liegen beide Städte obendrein bei den Tageskarten. Während 7 Euro in Mannheim für einen guten sechsten Platz im Vergleich reicht, belegt Karlsruhe mit 5,60 Euro den dritten Platz. Günstiger sind Tageskarten nur in Frankfurt und Stuttgart.
Monatskarten
Karlsruhe liegt mit 68 Euro auf Platz vier, Mannheim mit 76,80 Euro auf Platz acht. Eine Wochenkarte gibt es in Mannheim für 25,50 Euro, damit liegt die Quadratestadt unter dem Durchschnitt von 27,15 Euro. Karlsruhe ist neben Hannover die einzige Stadt im Vergleich, in der es keine Wochenkarte für den ÖPNV gibt.

Bisher gab es stattdessen die 4er-Karte des Karlsruher Verkehrsverbundes, diese wurde jedoch zum 1. August abgeschafft. "Dabei wäre gerade für gelegentliche Nutzer und Fahrgäste, die durch flexible Arbeitsmodelle nur noch zwei bis dreimal pro Woche ins Büro fahren, ein solches Angebot ein wichtiger Anreiz für den Umstieg auf den ÖPNV“, erklärt Karin Birthelmer, die stellvertretende Vorsitzende und Verkehrsreferentin des ADAC Nordbaden.
Keine Kurzstreckentickets
Weder Karlsruhe noch Mannheim bieten Kurzstreckentickets an, damit fallen beide im Städtevergleich aus dem Muster. Allerdings bietet Mannheim mit seinem eTarif eine sehr flexible Alternative. Per App wird der Fahrpreis kilometergenau nach Luftlinie abgerechnet, für einen Grundpreis von 1,30 Euro und zusätzlichen 20 Cent pro Kilometer. Ein ähnliches Angebot in Karlsruhe, das "Ticket2go“, wurde inzwischen wieder eingestellt.
Fahrradmitnahme
In Karlsruhe ist lediglich morgens zwischen 6 Uhr und 9 Uhr ein Ticket fällig, das mit 2,80 Euro jedoch deutlich über dem ADAC Testdurchschnitt von 2,28 Euro liegt. Dafür kann das Rad am restlichen Tag kostenlos transportiert werden. In Frankfurt, Hamburg oder Hannover ist die Fahrradmitnahme ganztägig kostenlos.

Überdurchschnittlicher Preisanstieg in Karlsruhe
Gegenüber dem letzten ADAC Preisvergleich zu den ÖPNV-Ticketpreisen im Jahr 2019 sind die Preise je nach Ticketart den 21 betrachteten Städten insgesamt nur moderat zwischen 1,33 und 5,11 Prozent gestiegen. In Karlsruhe liegen die Preissteigerungen im Vergleich zu 2019 allerdings meist über dem festgestellten Durchschnitt.

Die größte Preissteigerung gab es in der Fächerstadt mit 7,69 Prozent (Durchschnitt 5,11 Prozent) bei den Einzelfahrkarten für Erwachsene, das Monatsticket wurde um 6,25 Prozent teurer (Durchschnitt 4,0 Prozent). Dagegen wurde die Tageskarte gegenüber 2019 um 15,15 Prozent günstiger – der beste Wert bei diesem Tarif im ADAC Test.
Karlsruhe plant neuen Tarif
Die Fahrgastzahlen im öffentlichen Nahverkehr in Deutschland sind durch die Corona-Pandemie teilweise massiv zurückgegangen.
"Um den ÖPNV gegenüber dem Auto attraktiver zu machen, müssen sich die Verkehrsunternehmen auf veränderte Arbeitsmodelle einstellen. Um die Kunden zurückzugewinnen, die in der Pandemie verloren wurden, sind innovative Konzepte, verbraucherfreundliche und flexible Tarife nötig. Unter diesem Aspekt und den angekündigten Preissteigerungen halten wir die Anhebung der Verkehrsmittel unabhängigen Entfernungspauschale für geboten“, betont Birthelmer.

In Karlsruhe sei laut Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) ist ein neuartiger Tarif in Planung, bei dem der persönliche Mobilitätsradius festgelegt werden kann. "Wir sind gespannt, wie die künftigen Flex-Tarife hier in der Region im Detail aussehen und bei den Kunden ankommen werden.“