Die gute Nachricht: Die ist gar nicht weit weg. Sie weht gleich um die Ecke, im größten Mittelgebirge Deutschlands. Einem Idyll aus langgezogenen mit Wald überzogenen Bergen, saftigen Wiesentälern, urigen Dörfern und Städtchen.

Von einem Aussichtspunkt in Oppenau (Baden-Württemberg) im Renchtal ist am 08.07.2015 der Schwarzwald zu sehen.
Von einem Aussichtspunkt in Oppenau (Baden-Württemberg) im Renchtal ist am 08.07.2015 der Schwarzwald zu sehen. | Bild: Daniel Naupold/Archiv

"Langweilig!", mag so manch einer rufen, der beim Black Forest - man kennt ihn auch jenseits des großen Teichs - an stundenlange Wanderungen mit den Eltern denkt. Ja, wandern kann man dort bis die Fußsohlen glühen, dazu später mehr. Doch der "moderne" Schwarzwald bedient mehr als nur die Wanderer, begeistert Familien wie Sportbegeisterte, Schlemmermäuler wie Spaghetti-Arrabiata-Camper. Das Wichtigste dabei: Die Temperaturen im Hochsommer sind stets erträglich.

Oben ist es kühler

Laut Deutschen Wetterdienst (DWD) liegt die Durchschnittstemperatur für Rheinstetten bei rund 20 Grad im Juli und im August und bei immer noch 16 im September. Auf der Hornisgrinde hingegen, der höchsten Erhebung des Nordschwarzwalds, liegt die Durchschnittstemperatur mit etwas über 13 Grad im Juli und August sowie knapp 10 im September deutlich darunter. Braucht es noch einen Grund, den Koffer zu packen?

Bei Hitze bekommen manche Menschen Schlafprobleme. Dagegen helfen einige Tricks.
Bei Hitze bekommen manche Menschen Schlafprobleme. Dagegen helfen einige Tricks. | Bild: Patrick Seeger

Wer ein Auto hat, ist klar im Vorteil. In knapp einer Stunde braust man vom Karlsruher Hauptbahnhof an den Mummelsee, in zwei Stunden sind Schluchsee und Feldberg erreicht. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln dauert es etwas länger. Knapp zwei Stunden dauert die Anreise zum Mummelsee mit Umstieg in Baden-Baden. In knappen vier Stunden ist man mit Bus und Bahn am Feldberg, dreieinhalb dauert es bis zum Schluchsee. Wer also den Südschwarzwald anvisiert und auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, sollte eine Übernachtung einplanen.

Übernachten von günstig bis edel

Zusätzlich zu den vielen Millionen Tagesgästen verbringen jährlich sieben Millionen Urlauber ihre freien Tage im Schwarzwald. Ihnen stehen 137 Campingplätze, 247 Pensionen und 804 Hotels (ohne garnis) zur Verfügung. Über den Preis entscheiden eigene Vorlieben und der Füllstand der Urlaubskasse. Die Preise reichen von ein paar Euro für einen Zeltstellplatz bis hin zu einhundert Euro und mehr für ein Hotelzimmer.

Die Klassiker wie Kirschtorte und Schinken kennt jeder und wird sie zu Genüge finden. Der Gourmet fährt nach Baiersbronn, dem kulinarischen Paradies des Schwarzwalds, und speist in einem der zahlreichen Sterne-Restaurants. Wer bei einem wunderbaren Blick deftig speisen möchte, wählt das Panoramastüble.

Baiersbronn liegt im nördlichen Schwarzwald und ist ein guter Ausgangspunkt für Radtouren in der Region.
Baiersbronn liegt im nördlichen Schwarzwald und ist ein guter Ausgangspunkt für Radtouren in der Region. | Bild: Ulrike Klumpp

Schwimmen, wandern, biken, Tretboot fahren, klettern - you name it. Wer ans Wasser möchte, macht einen Ausflug ins Thermalbad in Bad Wildbad, springt in den Titisee oder in den Schluchsee, oder macht sich zu Fuß auf, um den Glaswaldsee westlich von Freudenstadt zu erkunden. Alternativ bietet sich eine Tretbootfahrt auf dem Mummelsee oder der Schwarzenbach-Talsperre an.

Ein Mann springt in den Titisee. Jedes Jahr ertrinken in Deutschland Hunderte Menschen.
Ein Mann springt in den Titisee. (Symbolbild) | Bild: Patrick Seeger/Illustration

Wer sagt, einen Baggersee habe ich auch vor der Haustüre, den überzeugt vielleicht eine rasante Abfahrt mit der Bobbahn am Mehliskopf, der Waldklettergarten in Kenzingen, 30 Kilometer nördlich von Freiburg, der Baumwipfelpfad in Bad Wildbad oder das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof Gutach.

Trotz Hitze: Aktivitäten im Schwarzwald gibt es viele

Freunde des Radsports steuern ebenfalls Bad Wildbad an, unternehmen dort eine der vielen Mountainbiketouren (alternativ E-Bike leihen), oder lösen am Wochenende ein Ticket für den Bikepark.

Downhill durch die Natur: Mountainbiker nahe der Walterhütte im Schwarzwald.
Downhill durch die Natur: Mountainbiker nahe der Walterhütte im Schwarzwald. | Bild: Ulrike Klumpp

Und ja, das Wandern. Wochentouren (Westweg), Tagestouren, leichte wie schwere Routen - Grenzen scheinen keine vorhanden zu sein. Deshalb an dieser Stelle nur einer der vielen "Geheimtipps": Von Obertal zum Buhlbachsee, vorbei an der Zuflucht mit Einkehrmöglichkeit, anschließend zurück nach Obertal. Eine herrliche 16 Kilometer lange Wanderung.

Rast am Räuberschlösslefelsen: Nicht auf allen Etappen gibt es unterwegs Einkehrmöglichkeiten.
Rast am Räuberschlösslefelsen: Nicht auf allen Etappen gibt es unterwegs Einkehrmöglichkeiten. Wanderer sollten deshalb immer ein Vesper dabeihaben. | Bild: Klaus Hansen/Schluchtensteig Schwarzwald

Für was man sich am Ende auch entscheidet: Fest steht, für hitzegeplagte Städter gibt es zahlreiche Möglichkeiten, um der Sommerhitze zu entfliehen - ob nur für einen Tag, ein Wochenende oder etwas länger.