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Karlsruhe Nina Schulz betreut verlassene Haustiere: "Wenn man sein Tier schon abgeben muss, dann besser direkt ins Tierheim"

In der Sommer-Reisezeit einsam und verlassen an einer Autobahnraststätte ausgesetzt: Zumindest im Karlsruher Tierheim sind diese Fundhunde ein Klischee. Schon lange wurde hier kein Hund mehr abgegeben, der so zurückgelassen wurde. "Es soll schon noch vorkommen, bei uns gab es aber in diesem Jahr keinen einzigen Fall", erzählt Bald-Tierpflegerin Nina Schulz im Gespräch mit ka-news. Leer sind die Zwinger im Tierheim aber dennoch nicht.

Es ist laut in Daxlanden - auf dem Gelände des Karlsruher Tierheims hört man die Hunde schon von weitem bellen. Und auch in den Zwingern wird es nicht leiser. Mitten im Trubel: Die 20-jährige Nina Schulz. Mit einem Lächeln auf den Lippen ist sie an diesem Mittwochmorgen gerade dabei, die Zwinger sauber zu machen.

Sommer 2018 im Tierheim Karlsruhe
Großputz im Zwinger. | Bild: Anya Barros

Sie absolviert im Tierheim Karlsruhe gerade ihren Bundesfreiwilligendienst (BFD), wird aber ab September dort eine Ausbildung zur Tierpflegerin machen. Ihre Tierliebe sieht man ihr an, jedes Tier im Zwinger wird begrüßt, ein paar bekommen auch eine kleine Streicheleinheit. 

Sommer 2018 im Tierheim Karlsruhe
Zebulon ist ein sehr quirliger Jack Russel-Terrier mit viel Temperament. | Bild: Anya Barros

Etwa 40 Hunde sind derzeit im Tierheim in Daxlanden - nicht alle sind Dauergäste. Einige sind für eine begrenzte Zeit Feriengäste der Pension. "Wir haben sechs Plätze für Pflegehunde", erzählt Nina. Vor allem in den Ferienzeiten sind alle Pensionsplätze belegt. Rund 15 Euro kostet die Pflege auf Zeit im Karlsruher Tierheim - Futter und Gassi gehen inklusive.

Sommer 2018 im Tierheim Karlsruhe
Frühstück im Tierheim. | Bild: Anya Barros

Ein gutes Angebot, wenn das Tier nicht mit in den Urlaub kann: "Ich denke, dass ist eine gute Möglichkeit, denn Hunde sind ein Teil der Familie und die will man gut versorgt wissen", sagt die angehende Tierpflegerin. Das Verantwortungsbewusstsein der Herrchen und Frauchen ist gestiegen: Immerhin gilt gerade der Hund der beste Freund des Menschen. Wohl auch deshalb finden sich im Kreis Karlsruhe immer weniger ausgesetzte Hunde.

Sommer 2018 im Tierheim Karlsruhe
Der zweijährige Chulo wartet sehnsüchtig auf ein neues Zuhause. | Bild: Anya Barros

Meist landen im Tierheim Karlsruhe Abgabetiere, Tiere die von den vorherigen Besitzern aus unterschiedlichsten Gründen nicht mehr gehalten werden können. Das ist den Tierpflegern auch lieber so. "Wenn man sein Tier schon abgeben muss, aus welchen Gründen auch immer, dann besser direkt in ein Tierheim bringen", sagt uns Nina.

Sommer 2018 im Tierheim Karlsruhe
Das Tierheim Karlsruhe in Daxlanden. | Bild: Anya Barros

Auf diese Weise können wichtige Informationen zum Tier weitergegeben werden, was wiederum die Arbeit der Tierpfleger erleichtert. "Das ist besser, weil wir so wichtige Infos bekommen", sagt Schulz, "etwa ob sich der Hund mit Kindern verträgt oder das Alter und die Rasse des Tieres, das erleichtert uns dann die Vermittlung!"

Sommer 2018 im Tierheim Karlsruhe
Nina Schulz bei ihrem Rundgang durch das Tierheim. | Bild: Anya Barros

Aber nicht für jeden Menschen, der sein Tier abgeben möchte, hat Nina Verständnis: "Es gibt schon viele verantwortungslose Tierhalter, gerade bei den Katzen, denn die kommen oft aus chaotischen Zuständen und verwahrlost zu uns", sagt Nina Schulz und schüttelt den Kopf.

Sommer 2018 im Tierheim Karlsruhe
Garfield wurde verwahrlost aus einem Messie-Haus geholt. | Bild: Anya Barros

"Man gewöhnt sich daran, was man hier zu sehen bekommt, aber es gibt noch immer wieder Sachen, da staunt man. Wenn die Tiere so verwahrlost sind, das Kaninchen zu lange Krallen haben oder Hunde eine Verhaltensstörung aufweisen." So wie Labrador-Hündin June, die vom Tierschutz beschlagnahmt wurde. Als sie zum Gassi gehen vorbei läuft, ist klar, was Nina Schulz meint. Das Tier ist total verschreckt, zieht den Schwanz ein, duckt sich weg. "Aber das ist schon besser geworden", sagt sie, nicht ganz ohne Stolz in der Stimme.

Sommer 2018 im Tierheim Karlsruhe
Die Labrador-Hündin June ist noch schwer traumatisiert. | Bild: Anya Barros

Sie können einem nur leid tun, die Hunde, Katzen und Kleintiere im Karlsruher Tierheim - immer in der Hoffnung, dass sie von einem Zweibeiner adoptiert werden.

Sommer 2018 im Tierheim Karlsruhe
Die beiden Kangals im Tierheim warten auf Vermittlung. | Bild: Anya Barros

Manche wie Spike, ein Staffordshire Terrier, kennen nur das Tierheim. "Er kam mit zwei oder drei Jahren ins Tierheim und nun ist er fast 17 Jahre alt, das wissen wir nicht genau", sagt Nina Schulz und wirkt etwas bedrückt. Weil er als Kampfhund gilt, kann Spike auch nicht so einfach vermittelt werden. Doch es gibt auch die schönen Momente: Viele Tierfreunde kümmern sich um die Vierbeiner - spenden regelmäßig oder gehen mit den Hunden Gassi.

Sommer 2018 im Tierheim Karlsruhe
Freiwillige Helfer gehen mit den Hunden jeden Tag spazieren. | Bild: Anya Barros

Viele der Tiere finden auch ein neues Zuhause - oder werden von ihren Besitzern wieder abgeholt. Das ist gerade bei den über 18 Katzen, die derzeit im Tierheim leben, kein seltener Fall. Im Gegensatz zu Hunden werden sie nicht so häufig abgegeben und oftmals gefunden.

Sommer 2018 im Tierheim Karlsruhe
Nina Schulz gibt einer jungen Katze eine kleine Streicheleinheit. | Bild: Anya Barros

Einen Zusammenhang mit der Reisezeit im Sommer sieht Bald-Tierpflegerin Nina hier nicht: "Manche sind abgehauen oder Streuner und die landen dann bei uns!" Oftmals werden die Vierpfoten direkt vermisst und von ihren Besitzern wieder abgeholt. So gibt es immerhin für einige der tierischen Bewohner ein Happy End.

ka-news Hintergrund

Der Tierschutzverein Karlsruhe e.V. wurde bereits 1900 gegründet, später kam das Tierheim dazu. Das kümmert sich im Jahr um über 1.000 Tiere und finanziert sich selbst und ist daher auf Spenden oder Schenkungen angewiesen. Im Schnitt leben 70 Hunde, 50 Katzen und viele Kleintiere im Karlsruher Tierheim, die meisten sind Abgabe- oder Fundtiere.

Vor allem die Hunde freuen sich, wenn täglich ein Mensch mit ihnen Gassi geht. Daher können Interessierte ehrenamtlich mithelfen und mit den Vierbeinern spazieren gehen. Wer sich anderweitig engagieren möchte kann dies durch Spenden machen oder eine Tierpatenschaft übernehmen. Informationen oder den Antrag für eine Mitgliedschaft im Tierschutzverein Karlsruhe oder wie eines der Tiere vermittelt wird gibt es unter www.tierheim-karlsruhe.de.
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  •   motzmann
    (476 Beiträge)

    30.08.2018 13:09 Uhr
    wollte gestern...
    meinen Kater los werden(nach einer langen Nacht).Keiner konnte mir helfen(wollen).
    Nächstes mal komme ich zu Euch.*gG*
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  •   Saladin
    (102 Beiträge)

    30.08.2018 10:19 Uhr
    aus demTierheim??
    vor 5 Jahren starb unser Kater 19-jährig. Kein reionales Tierheim wollte uns eine Katze geben, da die Rückseite unseres Grundstücks an eine der Einfahrtsstraßen des Ortes stößt -Gefahr, dass das Tier überfahren wird. Wie gesagt, unser Kater lebte hier 12 Jahre und wurde 19! Das war aber kein Argument. Daraufhin haben wir uns eine Katze aus Spanien geholt. Die wohnt jetzt seit 5 Jahren bei uns, die Straßenseite meidet sie komplett, inzwischen ist dort ein katzensicherer Zaun.
    Wir hätten auch gerne eine hiesige Katze aus dem Tierheim aufgenommen ....
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  •   Weichei
    (341 Beiträge)

    29.08.2018 15:44 Uhr
    Nina
    von mir ein Daumen hoch!!
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  •   ProKA
    (708 Beiträge)

    01.09.2018 11:28 Uhr
    Von mir auch einen
    Daumen hoch.
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  •   Hartz4Bomber
    (619 Beiträge)

    29.08.2018 11:42 Uhr
    Seltsam, vor kurzem
    wollte eine Bekannte ihren Hasen dort abgeben, weil in ihrer neuen Wohnung Tierhaltung unerwünscht war. "Ohne Impfpapiere nehmen wir keine Tiere", sie hat den Karnickel also wieder mitgenommen, und an einen Selbstversorger in der Pfalz verschenkt. Der hat das Tierchen noch am gleichen Tag verwertet. grinsen
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  •   Route66
    (1765 Beiträge)

    29.08.2018 18:18 Uhr
    Tolle Aktion
    Deines Bekannten. Er muss ja sehr an seinem Haustier gehangen haben.
    Das Tier wrd unbequem.. Zack weg damit. Nix anderes ist das hier. Der hätte den Hasen, wenn er wirklich gewollte hätte, dass es ihm gut geht, mal eben schnell impfen lassen können und wieder ins Tierheim bringen.
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    29.08.2018 19:04 Uhr
    Oder
    ihn einfach mitnehmen, kann dem Vermieter scheissegal sein. Abgesehen davon, dass ers nicht wissen muss zuzüglich dem was stefko geschrieben hat.
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    29.08.2018 19:05 Uhr
    Aber
    das ist ja ein reiner Provokationsbeitrag vom Hartzi, da stimmt kein Wort davon.
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  •   stefko
    (2100 Beiträge)

    29.08.2018 12:05 Uhr
    Nice Story, Bro!
    Vielleicht hätte auch einfach jemand Deiner "Bekannten" sagen sollen, dass Kleintierhaltung , also Karnickel, Fische, Meerschweinchen oder Wellensittiche (usw.) , gar nicht vom Vermieter untersagt werden kann.
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  •   borealis
    (366 Beiträge)

    30.08.2018 20:35 Uhr
    So
    ist es.
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