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Karlsruhe Karlsruher Rheinhafen: Protestaktion am Dampfkraftwerk - Aktivisten fordern Kohleausstieg

Umweltaktivisten der Aktionsgemeinschaft "Robin Wood" und des Bündnisses "Ende Gelände" protestierten am Samstag am von der EnBW betriebenen Dampfkraftwerk (RDK) im Rheinhafen gegen den Abschlussbericht der Kohlekommission und fordern einen klimagerechten Kohleausstieg. Laut Polizeiangaben besetzten die rund 150 Klimaschützer unter anderem die Schienen, einen Ladekran, die Förderanlage und einen Bagger.

Rund 40 Aktivisten hatten sich laut Polizeiangaben gegen acht Uhr Zugang zum Gelände des RDK verschafft, weitere 50 protestierten vor dem Dampfkraftwerk für einen Kohleausstieg. Zwei Kletterer hatten sich am Hochwassersperrtor abgeseilt und Banner entrollt, auf dem sie forderten, die Verbrennung von Kohle jetzt zu beenden.

Polizei und Rettungskräfte sind vor Ort und sorgen für die erforderliche Sicherheit. Die Polizei spricht von einer friedlichen Demonstration, die jedoch im Vorfeld nicht angemeldet worden sei. Den Morgen über war man mit den Klimaschutzaktivisten in Verhandlungen gestanden, um die Protestaktion zu abzubrechen.

Demonstration darf bis in den Nachmittag stattfinden

In einer Pressemitteilung teilte die Polizei am Mittag schließlich mit, dass sich die Beteiligten über den weiteren Verlauf einig geworden seien - so dürften sich die Umweltaktivisten noch bis 16 Uhr auf dem Gelände aufhalten und sich im Anschluss mit einer angemeldeten Spontandemonstration entfernen.

Nach Angaben einer EnBW-Sprecherin besetzten die Demonstranten ein Schiff, aus dem Kohle entladen werden sollte sowie Förderbänder. "Wir haben Verständnis und sehen das sehr gelassen", sagte die Sprecherin. Auf eine Anzeige habe man verzichtet. Sie wies darauf hin, dass EnBW seit Jahren die Strategie des Konzernumbaus verfolge und aus er Kohle aussteige.

Bild: Thomas Riedel

Die von der Bundesregierung eingesetzte Kohlekommission hat ein Konzept für einen Ausstieg aus der Kohle-Verstromung bis spätestens 2038 vorgelegt. Dieses sieht Milliardensummen aus dem Staatshaushalt für den Strukturwandel vor. Vor allem in der Lausitz, im Mitteldeutschen sowie im Rheinischen Revier hängen noch Tausende Arbeitsplätze an der Kohle.

Die Kohlegegner unterstützen an diesem Wochenende eine bundesweite Aktion, zu der das Bündnis "Ende Gelände" aufgerufen hatte. Am Freitag gingen Aktivisten bereits in Berlin und Hamburg auf die Straße. Auch für die Städte Leipzig, Bielefeld, Bonn, Essen und München sind Demonstrationen geplant.

Der Artikel wurde aktualisiert.

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