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Karlsruhe: Eine Französin in Karlsruhe: Wo ich in Karlsruhe Croissants mit echter Butter, cremige Éclairs und gute Baguettes gefunden habe

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Eine Französin in Karlsruhe: Wo ich in Karlsruhe Croissants mit echter Butter, cremige Éclairs und gute Baguettes gefunden habe

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    Anne Picot begibt sich für ka-news auf französische Spurensuche.
    Anne Picot begibt sich für ka-news auf französische Spurensuche. Foto: Tim Carmele

    Nachdem ich mich bereits - relativ erfolgreich - auf die Suche nach herzhaftem, französischem Käse in Karlsruhe gemacht hatte, beschloss ich, mich für den zweiten Teil meiner kleinen Reportage den Backwaren zu widmen.

    Mir fehlen Croissants, Éclairs und Baguettes

    Was mir besonders in Karlsruhe fehlt, sind die knusprigen Baguettes, die schönen, goldenen, fettig glänzenden Croissants und die cremigen "éclairs au chocolat". Mich gelüstete es danach - doch würde ich in Karlsruhe, so nah an Frankreich, überhaupt fündig werden?

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    Foto: Tim Carmele

    Meine Kolleginnen und Kollegen bei ka-news dämpften zugleich meine Erwartungen: "Wir können in Deutschland sowieso keine Baguettes machen", sagen sie mir. Man steige ins Auto, um guten Käse und leckeres Baguette jenseits der Grenze zu kaufen.

    Gutes Baguette gibt es nur auf dem Markt

    Seltsam, denke ich mir, wenn doch der Bedarf an guten Backwaren da ist, wieso gibt es sie hier nicht zu kaufen? Einige französische Bäcker finden sich auf den Wochenmärkten, erzählen mir meine Arbeitskolleginnen und -kollegen. Wie beispielsweise "La Minzbrueck" - vom Baguette beim Bäcker um die Ecke wird mir aber tunlichst abgeraten.

    "Baguettes können wir in Deutschland nicht."
    "Baguettes können wir in Deutschland nicht." Foto: Jens Kalaene/Illustration

    Eh bon, gutes Baguette vom Markt. Aber wie sieht es mit den süßen Leckereien aus? Bei meiner Recherche stoße ich auf eine Pâtisserie, die gleich mit zwei Filialen in Karlsruhe vertreten ist. Juhu - denke ich mir, wenn schon der Name aus Frankreich entlehnt ist, werde ich hier bestimmt meine Éclairs finden. Ich beschließe, die Inhaber zu treffen.

    Endlich: eine Pâtisserie!

    Miriam Kungl und Sven Ludwig sind die Inhaber der Patisserie Ludwig.
    Miriam Kungl und Sven Ludwig sind die Inhaber der Patisserie Ludwig. Foto: Lisa Luedke

    Die Inhaber - das sind Sven Ludwig und Miriam Kungl. Sie betreiben die Pâtisserie Ludwig, die am Stadtgarten und in der Waldstraße zu finden ist. In der badischen Metropole halten sie die Fahne für die französische Gastronomie hoch - sie trotzen Schwarzwälder Kirschtorte, Berlinern und zuckergußhaltigem Gebäck. Als ich das Geschäft betrete, fühle ich mich ein bisschen wie in Frankreich - ich habe das Gefühl, in eine ganz süße, weiche Welt einzutreten.

    Ein Blick auf die Pâtisserie Ludwig am Stadtgarten.
    Ein Blick auf die Pâtisserie Ludwig am Stadtgarten. Foto: Anne Picot

    Bunte, perfekt aussehende Törtchen und Macarons sind an der Theke aneinandergereiht, Baguettes stehen in einem Weidenkorb an der Seite, neben Croissants, "Pains au chocolat" und "Chaussons aux pommes". Auf die Etiketten stehen nur Namen auf Französisch: Ich frage mich, ob das jeder verstehen kann, oder ob es nur schick aussehen soll.

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    Foto: Anne Picot

    Miriam und ihr Partner Sven lieben die französische Küche: "Egal in welchem Gastronomiebereich, es gibt so viele verschiedene Sachen, so viel Auswahl. Ich freue mich immer, neue Torten zu kreieren, weil ich so viel Spielraum habe. Man kann nie genug davon bekommen!"

    Beide haben eine Konditorenausbildung in Deutschland absolviert - einen Bezug zu Frankreich gibt es aber natürlich auch. Sven Ludwig hat ein Praktikum in Frankreich gemacht. Ihre Rezepte entwickeln die beiden selbst und lassen sich dabei von französischen Konditorei-Meistern inspirieren.

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    Foto: Anne Picot

    Persönlichen Austausch haben sie mit dem Nachbarland, wenn die beiden selbst nach Frankreich fahren und sich die französische Küche näher anschauen. Beruflich gibt es eine enge Verbindung nach Valhrona - hier sitzt eine französische Schokoladenfabrik, mit der die Pâtisserie eine Partnerschaft pflegt und sie sich regelmäßig über neue Ideen und Trends austauschen.

    Die Nähe zu Frankreich spüren die beiden Konditoren in ihrer täglichen Arbeit - nicht nur bei den Rezepten, sondern auch bei ihrer Kundschaft. "Wir hatten ursprünglich die Idee, die Pâtisserie in Stuttgart zu eröffnen, aber es erschien uns schwieriger. Da die meisten Karlsruher schon mal über die Grenze gefahren sind, wissen sie mehr über die französische Kultur und sind eher bereit, Geld dafür auszugeben."

    "Viele Franzosen kommen immer wieder!"

    Doch nicht nur Karlsruher wissen das Angebot der französischen Leckereien zu schätzen: Auch viele Franzosen treten durch die Türen der Konditorei ein. Sie kaufen täglich Croissants oder bestellen an Weihnachten eine "Bûche de Noël". Na zumindest dieser Teil der Kundschaft wird die französischen Schildchen in der Ladentheke verstehen, denke ich mir.

    Sven Ludwig sortiert kleine Macarons ein - auch ein französiches Gebäck!
    Sven Ludwig sortiert kleine Macarons ein - auch ein französiches Gebäck! Foto: Lisa Luedke

    "Viele Franzosen waren erst skeptisch, als sie zum ersten Mal hier angekommen sind, weil sie denken, dass es nichts besseres als die französische Konditoreien gibt. Aber sie kommen dann immer wieder!", erzählt mir Miriam Kungl.

    "Wir machen unsere Croissants mit echter Butter"

    Sie bestätigt mir auch, dass alle leckere Kuchen, die hier angeboten werden, genau die gleichen sind, wie man sie in Frankreich findet. Und auch bei anderen Rezepten halte man sich an die französische Backart: "Zum Beispiel machen wir unsere Croissants mit echter Butter, und nicht mit Margarine, wie viele das in Deutschland machen. Das schmeckt man sofort."

    Es gibt nicht nur Kuchen in dem Laden, sondern auch typische Quiches lorraines.
    Es gibt nicht nur Kuchen in dem Laden, sondern auch typische Quiches lorraines. Foto: Anne Picot

    Ich finde weitere lokale Spezialitäten aus dem Elsass: So verkauft Miriam Kungl auch "Gugelhopf", ein typisch elsässischer Brioche aus Soufflenheim. Und an Weihnachten wird die Theke mit traditionellen Keksen aus dem Elsass gefüllt. Wahrlich, ein Hauch von Frankreich in Karlsruhe! Ich habe sie gefunden, meine gastronomische Insel im deutschen Ozean!

    Doch leider ist sie eine der wenigen: In Karlsruhe und Umgebung gibt es nicht mehr französische Bäckereien und Konditoreien als in anderen Regionen Deutschlands - die kurze Distanz zum Nachbarland macht sich also leider nicht bemerkbar. Das bestätigen mir auch Miriam Kungl und Sven Ludwig im Gespräch. Abgesehen von der Pâtisserie lassen sich französische Leckereien nur noch bei einigen Bäckern auf Wochenmärkten finden. 

    Wie steht es um den guten, französischen Käse in der Fächerstadt? Das hat Anne Picot im ersten Teil ihrer Mini-Serie "Eine Französin in Karlsruhe" getestet: Eine Französin in Karlsruhe: Wie ich auszog, um guten Käse zu finden

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