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Karlsruhe "Ambitioniert, aber bis 2023 machbar": Stadt will Europahalle für 30 Millionen Euro sanieren - aber nicht für Konzerte

30 Millionen Euro - so viel könnte die neue Sportveranstaltungshalle für Karlsruhe kosten. Die neue Halle hat ein altbekanntes Gesicht: Die Stadtverwaltung favorisiert nun doch die große Sanierung der Europahalle für Veranstaltungen mit bis zu 4.800 Besuchern. Die Event-Halle an der Messe Karlsruhe ist in den aktuellen Plänen der Stadtverwaltung vorerst vom Tisch. Das letzte Wort in Sachen Hallenplanung hat jedoch der Gemeinderat am kommenden Dienstag, 26. März.

Eigentlich sollte das Thema "Analyse der städtischen Veranstaltungsstätten" erst am kommenden Dienstag in der Gemeinderatssitzung behandelt werden. Doch die Stadtverwaltung in Form von Oberbürgermeister Frank Mentrup, Stellvertreterin Gabriele Luczak-Schwarz und Baubürgermeister Daniel Fluhrer haben bereits eine Woche zuvor zu einem Pressetermin geladen.

Das Thema Sporthalle ist immerhin eine Art Schwelbrand, ein Feuer, das mal mehr, mal weniger lodert. Ob es irgendwann ein Ende findet? Ungewiss. Nun wird erstmal das nächste Kapitel in Sachen Sport- und Eventhallen in der Fächerstadt aufgeschlagen. 

Europahalle: Große oder kleine Sanierung? 

Eine Bedarfsanalyse, die die Stadt Karlsruhe in Auftrag gegeben hatte, kam zu dem Ergebnis, dass der Fächerstadt eine Halle mit einer Kapazität von 5.000 bis 8.000 Zuschauerplätzen fehlt - geeignet für Konzerte und kulturelle Veranstaltungen. Auch eine Halle, die im Hinblick auf Ballsport erstligatauglich ist und somit eine Kapazität von 3.500 Besuchern haben muss, sucht man in der Fächerstadt vergeblich.

Elisabeth-Selbert-Schule
Hier soll in den kommenden Jahren die neue Halle für die PSK Lions entstehen. | Bild: Alexander Hammer

Zur Debatte stehen daher am kommenden Dienstag eine große oder kleine Sanierung der Europahalle. "Aufgrund des Standortes und der verkehrlichen Erschließung ist die Europahalle nun in den Fokus gerückt", sagt Baubürgermeister Daniel Fluhrer am Dienstag im Rahmen des Pressegesprächs. Diese soll etwa 15,6 Millionen Euro (kleine Variante) kosten, die große Variante gar 30 Millionen. 

"Man sollte bei diesem Betrag größer denken"

Mit der kleinen Variante wäre die Europahalle nur für den Schul- und Vereinssport eine Option, Leichtathletik und Ballsport, wie er derzeit durch Brandwachen gewährleistet ist, wären nicht machbar. "Wir würden in dieser Variante die Entrauchung optimieren, das Dach der Wandelhalle, dem Zugang zur Verwaltung erneuern aber dann wäre auch kein VIP-Bereich da", so Fluhrer. Die Kosten würden sich auf mehr als 15 Millionen Euro belaufen. "Wenn man schon so viel Geld in die Hand nimmt, kann man auch größer denken", so Fluhrer in seinen Ausführungen. 

Baubürgermeister Daniel Fluhrer
Baubürgermeister Daniel Fluhrer setzt auf die badische Gelassenheit der Karlsruher Bürger. | Bild: Leonie Wiegel

Eine Ertüchtigung der Europahalle könnte den Basketball-Spielbetrieb aufrecht erhalten, derzeit bestreiten die PSK Lions ihre Heimspiele in der 1983 gebauten Halle. "Nach der Sanierung könnten hier bis zu 4.800 Zuschauer Platz finden", sagt der Baubürgermeister. Im Zuge dieser Arbeiten würde ein neues Brandschutzkonzept umgesetzt werden: Zwei große Ventilatoren für die Entrauchung sollen kommen, die Lüftung erneuert und gereinigt und eine neue Belüftung eingebaut werden. 30 Millionen Euro sollen die Maßnahmen insgesamt kosten. 

Abriss und Neubau der Europahalle ist vom Tisch

"Mit dem Fokus auf Ballsport werden wir in unseren Überlegungen immer wieder auf die Europahalle zurückgeworfen", ergänzt Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup. Auch über einen Neubau an alter Stelle habe man nachgedacht. "Das hätte aber eine Planungsvorlauf von sieben bis zehn Jahren nach sich gezogen und vielleicht 150 bis 200 Millionen Euro verschlungen. Außerdem tun sich viele Menschen schwer damit, die alte Halle abzureißen!"

Europahalle
Wir die Europahalle bald saniert? | Bild: Lukas Hiegle

Daher setzt die Stadtverwaltung nun auf eine Mischung aus Finanzierbarkeit, Qualität und Zeitrahmen. Denn: Sollte sich der Gemeinderat am Dienstag für eine große Sanierung der 36 Jahre alten Halle aussprechen, könnte schon 2021 mit den Arbeiten begonnen werden. 

Luczak-Schwarz
Bild: ka-news

Geplante Fertigstellung des Projekts: Ende 2023. "Damit kann das Indoor Meeting, das ab 2024 nicht mehr in der Messe durchgeführt werden kann, wieder in die Europahalle ziehen", so Frank Mentrup bei dem Pressetermin am Dienstag weiter. "Wir geben der Europahalle ihre ursprüngliche Funktion einer Sport- und vor allem Sportveranstaltungshalle wieder!" Dann könnten, neben Leichtathletik und Ballsport, vielleicht auch wieder Turnveranstaltungen durchgeführt werden. 

"Ambitioniert Zeitplan" für die Bauarbeiten

Eine Eventarena an der Messe Karlsruhe schließen die Verantwortlichen vorerst aus. "Wir bleiben da zwar dran, aber kurzfristig ist das nicht möglich", sagt Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz. Das Problem am Standort Rheinstetten: Hier gebe es keinen ausreichende Anbindung an den ÖPNV und auch das Konzept für den Individualverkehr müsste überarbeitet werden. 

Hier sollte die Event-Halle an der Messe Karlsruhe gebaut werden.
Neben den Messehallen könnte eine neue Eventarena entstehen (lila Fläche). | Bild: Screenshot umaps

Bleibt abzuwarten, wie der Gemeinderatam kommenden Dienstag über die Sanierung der Europahalle abstimmen wird. Oberbürgermeister Mentrup sieht in der großen Variante jedoch erhebliche Vorteile. "Es ist der einfachste Weg, denn wir bauen auf der vorhandenen Infrastruktur auf", so das Stadtoberhaupt. "Es ist zwar ambitioniert, aber machbar!" 

ka-news wird am kommenden Dienstag live von der Gemeinderatssitzung berichten.

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Kommentare (42)
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  •   JOSI
    (377 Beiträge)

    20.03.2019 16:36 Uhr
    Was soll in der Halle brennen?
    Ich habe gute 20 Jahre u.a. im Ordnungsdienst in der Halle gearbeitet. Früher wurde in der Halle sogar noch geraucht. Dachfenster auf innerhalb ein paar Minuten wieder saubere Luft. u.a. ab den Davic Cup Veranstaltungen wurden, wo heute Fensterscheiben sind schwer entflammbare blaue Stoffe gespannt. Bei einem Konzert (über 10.000 tausend Zuschauern) im Sommer ohne Gaderobe, war die Halle nach Veranstaltungsende mit öffnung aller Notausgangstüren in knapp 7 Minuten gelert. Es kann eigentlich nur ein Kabelbrand entstehen und der vernebelt die Halle nicht in Sekunden. Beton, Stahl und Glas kann bekanntlich nicht brennen!
    Die Stadt Karlsruhe hat mir auf eine Mail bis heute nicht geantwortet woran es beim Brandschutz hapert!
    Ich bin sehr für SICHERHEIT aber man kann und tut heute sehr vieles übertreiben!!![i][/i]
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  •   malerdoerfler
    (5282 Beiträge)

    20.03.2019 18:46 Uhr
    Übertreiben?
    Ich glaube dieses Wort passt recht gut zu den ganzen Brandschutzaktionen der letzten Jahre.
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  •   KA-Durlacher
    (1 Beiträge)

    20.03.2019 13:23 Uhr
    Europahalle keine Konzerthalle - Fehlplanung!
    Wenn man den Artikel über eine mögliche Sanierung der Europahalle liest kann man nur den Kopf schütteln.
    Karlsruhe ohne wirklich geeignete Halle für Konzerte verschiedenster Art und ausreichend Fassungsvermögen - unvorstellbar aber seit Jahren Fakt.
    Dass selbst bei einer 30 Mio EUR teuren Sanierung (wenn der Kostenrahmen eingehalten wird - siehe Stadthalle als Negativbeispiel) eine Eignung der Europahalle als Konzerthalle nicht geplant ist kann man nur als Fehlplanung bezeichnen.
    Vielleicht nicht unser OB Herr Mentrup kann sich an Konzerte vieler internationaler Künstler in der Europahalle erinnern, sicher aber einige Gemeinderatsmitglieder und ganz sicher viele Karlsruher.
    April 2000 Joe Cocker, Juni 2003 Deep Purple, März 2005 Anastasia um nur einige zu nennen.
    Diesen Rang haben uns mittlerweile ander Städte abgelaufen und Karlsruhe ist nicht bereit dies zu ändern.
    Ebenfalls keine Open Air Konzerte im neuen Wildpark, somit spielt KA keine Rolle mehr bei internationalen Stars.
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  •   Mili
    (1230 Beiträge)

    20.03.2019 12:34 Uhr
    Nicht für Konzerte...
    nur für Hallen-Jojo und zum Vorzeigen und Abstauben.
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  •   Bimbo
    (174 Beiträge)

    20.03.2019 12:18 Uhr
    Für KSC Stadion Geld
    hätten wir eine 1a Halle bauen können. Die wirklich der Stadt entsprechen würde!
    Multifunktional, usw...
    Aber nein Mentrup zusammen mit SPD ist es wichtiger Komerziellen Profi Fussbal aus Steuergeldern zu finanzieren!

    Mentrup taugt nichts, Wellenreuter genauso wenig. Ich befürhte, dass die nächste OB Wahl, eine Wahl zwischen Pest und Cholera sein wird.
    Aber ganz sicher nicht eine Wahl für MERHEIT der Karlsruher Bürger!!!!
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  •   Nico1966
    (247 Beiträge)

    20.03.2019 13:16 Uhr
    KSC
    Das Stadion wird gebaut.Punkt. Aber weder braucht’s ein Theater für 300 Millionen, noch eine Kombilösung für 1000 Millionen.Dagegen sind etwa 130 Millionen fürs Stadion ja fast Taschengeld.Wie oft möchten Sie noch das Stadion als Vergleich heranziehen,nicht jeder hält 300 Millionen für „Kultur“angemessen.Außerdem wird die Stadt Karlsruhe in Zukunft noch einige Millionen „ rausblasen“für die die Bürger Blüten dürfen .
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  •   Bimbo
    (174 Beiträge)

    20.03.2019 13:31 Uhr
    Stadion kostet heute schon mehr als 150Mil.
    Vergessen die geheimen Kaufvertärge für Gelände hinter Stadion?
    Vergessen veröffentlichung der Kosten für abau der Wälle, die nicht im Preis sind?
    Und es wurde noch kein Stein gesetzt!

    Wie lange ich KSC Stadion anbringen werde:
    Sollange bis entsprechende Persönlichkeiten vor Gericht dafür stehen!
    Das ist verschwendung von Steuergeldern bis geht nicht mehr!
    KSC war nicht mal in der Lage 8 Mil. für Parkahaus aufzubringen!
    Aber da bin ich mir sicher, dass Mentrup noch eine Lösung findet....

    ES IST NICHT DIE AUFGABE DES STEUERZAHLERS KOMERZIELLEN PROFI FUSSBALL ZU FINANZIEREN!

    UND

    Gleichzeitig Marode Strassen, Kindergartengebühren jenseiz gut und böse, Kommunales Krankenhaus zu Tode gespart, "Sozialer" Wohnungsbau nicht vorhanden, Marode Schulen usw.!!!

    Und zu Kombilösung: es dient der Ganzen Stadt und Region >600.000 Menschen!
    Zum Thema Theater stimme ich ihnen zu. 300Mil sind wirklich zu viel für Karlsruhe!
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  •   Nico1966
    (247 Beiträge)

    20.03.2019 18:25 Uhr
    Kosten
    Der Abbau der Wälle ist sehr wohl in der Kostenrechnung eine Position.Nur konnte keiner im Voraus die Kosten benennen da nicht klar war in wieweit das Material belastet ist.Da keine Schadstoffe festgestellt wurden sind diese Entsorgungskosten wesentlich geringer als zunächst angenommen.Ganz im Gegensatz zu den Entsorgungskosten in der Stuttgarter Straße.Außerdem gehört das Stadion der Stadt,warum muss dann der KSC für ein Parkhaus aufkommen?In anderen Städten ist diese ganze Diskussion um ein Stadion kein Thema.Nur hier in der badischen Provinz.
    Zum Thema U-Strab:Verraten Sie mir mal was die für einen Nutzen hat ?!Das ich als Gast der Stadt unten durch die Röhre fahre und paar „Lüpertz-Bilder“bewundern kann oder oben ein Ramschladen nach dem anderen sehe?Wie kommen Sie eigentlich auf 600.000 Menschen die dann täglich diesen Tunnel nutzen?Ich glaube diese Zahl trifft auf die zu,die einen großen Bogen um Karlsruhe machen.
    Das „Kindergarten-Problem“das gibt es Deutschlandweit.
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  •   Nico1966
    (247 Beiträge)

    20.03.2019 13:18 Uhr
    Blüten
    Soll bluten heißen !
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  •   teflon
    (2656 Beiträge)

    20.03.2019 11:42 Uhr
    Was mich bei dem OB und seiner
    vogelwilden Schar im Stadtrat nicht mehr wundert ist, dass wirklich alles im Faktor 2-4 teurer als Anderswo sein soll oder sein wird. Die 30 Mio für diese Uralthallle sind nur der Anfang der Geldvernichtungsmaschinerie, die ganz sicher so wie bei der Stadthalle anlaufen und als Ergebnis ein Mehrfaches des Planbetrages für einen schlechten Kompromiss erzielen wird. Ihr Karlsruher habt es 2019 in der Hand, diesem Klüngel im Rathaus die rote Karte zu zeigen und in 2020 einen geeigneteren OB zu wählen
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