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Karlsruhe Banküberfall in Karlsruhe: "Bereit, sich den Weg freizuschießen"

Kurzfristig hatte die Polizei am Dienstagnachmittag zu einer Pressekonferenz in Sachen Banküberfall am Karlstor geladen. Grund waren die nun vorliegenden DNA-Abgleiche. Diese bestätigen, was bereits vermutet wurde: Bei den toten Bankräubern handelt es sich um die gesuchten "Gentlemen Räuber". Diese waren offenbar zu allem bereit: Bei dem männlichen Täter fand die Polizei zwei Ersatzmagazine mit jeweils 14 Schuss Munition.

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei konzentrierten sich jetzt auf einen möglichen dritten Täter, der bis 2002 bei zehn Überfällen dabei gewesen sein soll. Noch weiß die Polizei nicht, ob dieser dritte Mann ebenfalls aus Tschechien oder womöglich aus der Region kommt. Das verheiratete Täterpaar, das am Freitag bei dem Banküberfall ums Leben gekommen ist, war bisher weder in Deutschland noch in Tschechien kriminalpolizeilich in Erscheinung getreten.

Was haben die Räuber mit der Beute gemacht?

Nicht bestätigen wollte die Polizei Medienberichte, denen nach der 40-jährige Täter von vergangenem Freitag gebürtig aus Deutschland sei und bei der Hochzeit den Namen seiner Frau angenommen hatte. Er habe aber den Ermittlungen nach "einen Bezug in den süddeutschen Raum". Bestätigt wurde außerdem, dass die 38-jährige Bankräuberin einen Sohn hat. Dieser stamme allerdings aus einer früheren Partnerschaft.

Noch völlig unklar sei, was mit der Beute aus früheren Überfällen passiert ist - immerhin rund zwei Millionen Euro. Laut Polizeiangaben lebten die "Gentlemen Räuber" in "bescheidenen Verhältnissen" in einem kleinen Ort im Südwesten Tschechiens. Dort ermittelt derzeit die tschechische Kriminalpolizei. Von hier sei das Täterpaar schon am 8. Dezember mit einem privaten Pkw nach Deutschland gefahren und in Pforzheim in demselben Hotel abgestiegen, in dem sie schon bei ihrem letzten Überfall im Juli 2010 gewohnt hatten. Vom Hotel aus waren sie am Freitag mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Karlsruhe gefahren.

 

Zwei Ersatzmagazine dabei - "offenbar bereit, sich den Weg frei zu schießen"

Nach dem Überfall hatten die beiden Räuber die fünf Bankangestellten sowie die vier anwesenden Kunden in einen separaten Raum in der Bank eingeschlossen und ihnen die Mobiltelefone abgenommen. Zu dieser Zeit war allerdings bereits der stille Alarm ausgelöst worden. Auch die offenbar für die "Gentlemen Räuber" typische Frage nach einem Autoschlüssel sei wieder gestellt worden, allerdings erfolglos, so dass die Beiden zu Fuß flüchteten.

Zeugenaussagen hätten inzwischen eindeutig ergeben, dass das Paar während der Flucht zuerst auf die beiden Polizisten geschossen hatte, erst danach hätten die Polizisten das Feuer erwidert, so ein Polizeisprecher. Insgesamt habe das Paar mindestens zehn Schüsse abgegeben, von denen einer die 28-Jährige Polizistin ins Bein traf. Die Schüsse habe der männliche Täter abgegeben. Dieser habe außerdem zwei Ersatzmagazine mit jeweils 14 Schuss scharfer Munition dabei gehabt. "Beide waren ganz offenbar bereit, sich den Weg notfalls auch freizuschießen", so die Polizei.

Polizisten haben in Notwehr gehandelt

Beide Täter seien von mehreren Polizeikugeln getroffen worden. Die 38-jährige Bankräuberin richtete sich darauf mit einem Schuss in den Mund selbst, ihr 40-jähriger Komplize erlag wenige Minuten später seinen Schussverletzungen. Es sei inzwischen klar, dass die beiden Polizisten rechtmäßig und in Notwehr gehandelt hätten, als sie auf die beiden Bankräuber schossen, so ein Sprecher der Landespolizeidirektion, die in solchen Fällen grundsätzlich ermittele.

Auf dem Weg der Besserung sei derweil die angeschossene Polizistin. "Sie wird das Krankenhaus wahrscheinlich noch diese Woche wieder verlassen können", so ein Polizeisprecher. Bleibende Schäden werde sie nicht davontragen.

Hintergrund: die "Gentlemen Räuber"

Die "Gentlemen-Räuber" waren seit gut 15 Jahren in Nordbaden und der Südpfalz aktiv. Ihnen werden mindestens 20 Banküberfälle zugeschrieben, bei denen sie rund zwei Millionen Euro erbeuteten. Wie viel Geld die Beiden bei ihrem missglückten Überfall am Karlstor erbeutet hätten, wurde nicht bekannt gegeben. Die Polizei spricht von "mehreren zehntausend Euro". Der Spitzname "Gentlemen Räuber" rührt vor allem von den ersten Überfällen her, bei denen die Räuber sich nach der Tat per Brief entschuldigten und Gegenstände, etwa den Autoschlüsseln eines gestohlenen Fluchtwagens, zurückschickten.

Folgende Überfälle gehen auf das Konto der "Gentlemen-Räuber":

  • 13. April 1995, Sparkasse in Karlsruhe-Wolfartsweier
  • 27. Oktober 1995, Sparkasse in Philippsburg-Rheinsheim
  • 2. Februar 1996, Sparkasse in Altlußheim
  • 9. Februar 1996, Volksbank Speyer in Westheim
  • 15. März 1996, Sparkasse in Malschenberg
  • 4. Juli 1996, Sparkasse in Rot
  • 23. April 1997, Sparkasse in Altlußheim
  • 12. August 1998, Sparkasse Lustadt (Germersheim-Kandel)
  • 4. Januar 1999, RV-Bank in Bobenheim-Roxheim
  • 22. Oktober 1999, Sparkasse in Altlußheim
  • 7. Dezember 2000, Volksbank in Karlsruhe-Knielingen
  • 13. Juni 2002, Sparkasse in Karlsruhe-Rüppurr
  • 24. Oktober 2002, Sparkasse in St.Leon-Rot
  • 28. Januar 2004, Sparkasse in St.Leon-Rot
  • 22. März 2005, Sparkasse in Malsch (Wiesloch)
  • 26. Oktober 2006, Volksbank Karlsruhe-Nordweststadt
  • 24. Oktober 2007, Volksbank Karlsruhe-Nordweststadt
  • 24. November 2008, Sparkasse Karlsruhe-Heidenstückersiedlung
  • 3. Dezember 2009, Volksbank Mannheim-Käfertal
  • 13. Juli 2010, Sparkasse-Grünwinkel


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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    16.12.2010 03:05 Uhr
    200 voll
    Gott mit euch! zwinkern
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  •   Badener21
    (780 Beiträge)

    15.12.2010 22:46 Uhr
    Hallo ADMIN
    dieser Fred kann jetzt auch in die Tonne... traurig
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    16.12.2010 00:10 Uhr
    Schade..
    Bring out your dead...bring out your dead!

    Wer in welchem Song und wo?
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  • unbekannt
    (4000 Beiträge)

    16.12.2010 01:05 Uhr
    Song? Willst du Monty beleidigen?!
    36 Jahre her im holy grail! grinsen
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    16.12.2010 01:32 Uhr
    36 Jahre her?
    Kann nicht sein. Da war der Protagonist schon seit drei Jahren im ewigen Rockhimmel.

    Second chance.
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    16.12.2010 01:42 Uhr
    Aber jetzt
    sollte es einfach sein.

    ...and I walked on down the hall.. mother...

    Na?
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    16.12.2010 01:54 Uhr
    Ich dachte
    wir bringen es auf 200.

    Mother, I want to **** you all night long!

    Jetz aber.
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  • unbekannt
    (4000 Beiträge)

    16.12.2010 02:01 Uhr
    03.07.1971 Paris
    Nein!
    Jim hat damit nix zu tun!
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    16.12.2010 02:09 Uhr
    Auflösung
    Intro zu 'The End', live in New York. Rechtmässig erworben, Box set.

    grinsen
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    16.12.2010 02:18 Uhr
    Läuft hier jedes
    Jahr zum Jahreswechsel mit allem was der Yamaha X-930 und die Infinitys hergeben. Mit dem Einverständnis der Nachbarn (die haben sich dran gewöhnt und erhalten eine gut dotierte Entschädigung).
    Was danach kommt ist keine Frage mehr wert, das hatten wir schon.

    Detroit Rock City! Nach zwei Mnuten schaltet die Endstufe ab. Klick.
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