Vor zehn Jahren machten Touristen aus der ehemaligen Sowjetunion in Baden-Baden 20 Prozent aller Gäste aus. 2018 entfielen auf sie noch rund 18 Prozent der über eine Million Übernachtungen. Wegen der Pandemie und der damit verbundenen erschwerten oder gar nicht möglichen Einreise hatte sich Baden-Baden Waggershauser zufolge neu aufgestellt.

Baden-Baden hat Städtepartnerschaften in Russland und Ukraine

"Wir haben jetzt viele Gäste aus dem eigenen Land." Wenn Russen und Ukrainer nun auf lange Zeit wegbleiben würden, dürften in der traditionell eng mit Russland verbundenen Stadt neben Gesundheitseinrichtungen und Nobelhotels auch Edelboutiquen und kulturelle Einrichtungen leiden.

Dieses Satellitenbild vom Sonntag, 13. Februar 2022, zeigt Hubschrauber und Truppen in der Nähe des Donuzlav-Sees auf der Krim aus der Nähe.
Dieses Satellitenbild vom Sonntag, 13. Februar 2022, zeigt Hubschrauber und Truppen in der Nähe des Donuzlav-Sees auf der Krim aus der Nähe. | Bild: Uncredited/Maxar Technologies via AP/dpa

Schon seit der Zarenzeit ist der Kurort ein beliebtes Reiseziel für Russen. Dichter wie Fjodor Dostojewski, Iwan Turgenjew, Lew Tolstoi, Nikolai Gogol oder Wassili Schukowski weilten in der Kurstadt. Auch viele Adelige und drei Zaren kamen hierher. Baden-Baden pflegt enge Freundschaft zu Russen wie Ukrainern: Die Kurstadt hat Städtepartnerschaften mit dem russischen Sotschi und Jalta auf der Halbinsel Krim. Russland hatte sich die ukrainische Halbinsel 2014 völkerrechtswidrig einverleibt.