Der aktuelle Trainer des Karlsruher SC hat sehr gute Erinnerungen an Merkel. "Ede" Becker war damals Spieler der Blau-Weißen "Für mich war es ein absoluter Glücksgriff als Max Merkel damals in den Wildpark gekommen ist. Er hat mich hoch geschätzt und mich als festen Bestandteil der Mannschaft gesehen. Merkel hat mir sehr geholfen", so der 50-Jährige im Gespräch mit ka-news. Für Becker kam der Tod des Meistertrainers "völlig überraschend".

Merkel verlor das erste Spiel mit dem KSC 1:4

Merkel löste am 27. November 1981 den glücklosen Manfred Kraft als Trainer im Wildpark ab. "Merkel hatte eine wahnsinnige Aura. Das ist aktuell zu vergleichen mit dem Einstand von Daum in Köln. Damals waren beim ersten Training über 6.000 Fans im Wildpark", erzählt Becker. Merkel blieb aber nur bis zum Ende der Saison in der Fächerstadt und rettete die Badener vor dem Abstieg. Der KSC belegte am Ende dieser Spielzeit den 14. Platz in der ersten Bundesliga.

Für "Ede" Becker war Max Merkel ein Glücksgriff
(Foto: ka-news)
Merkels Nachfolger wurde zunächst Horst Franz. Der wurde aber von Lothar Strehlau in der Winterpause abgelöst. Am Ende der Saison stiegen die Blau-Weißen allerdings aus der ersten Liga ab. "Ede" Becker hat auch heute immer noch sehr gute Erinnerungen an Merkel. Obwohl das erste Spiel von Merkel im Wildpark zur Pleite wurde. Der KSC verlor am 28. November 1981 mit 1:4 gegen den 1. FC Köln.

Berühmt-berüchtigter "Bild"-Kolumnist

Der erste Sieg für die Badener unter Max Merkel gelang erst am 20. Spieltag. Am 20. Februar 1982 schlugen die Karlsruher im heimischen Wildpark den MSV Duisburg vor 17.000 Zuschauern mit 2:0. "Merkel war ein unheimlicher Motivator. Er war ein sehr großer Trainer", so Becker. Merkel wurde 1918 in Wien geboren und spielte aktiv unter anderem bei Rapid Wien. Merkel war zweifacher Nationalspieler. 1939 spielte er für Deutschland und 1952 für Österreich.

Als Trainer war er in Deutschland vor allem mit dem TSV 1860 München erfolgreich. 1964 wurde er mit den "Löwen" Pokalsieger und ein Jahr später stand er mit seiner Mannschaft im Europapokalfinale. 1966 führte er den Münchner Traditionsklub zur bislang einzigen deutschen Meisterschaft. Mit Atlético Madrid wurde der gebürtige Wiener in den siebziger Jahren zudem Meister und Pokalsieger in Spanien. Nach seiner Trainerstation beim KSC zog sich Merkel zurück und wurde durch seine Kolumne in der "Bild"-Zeitung berühmt, aber auch berüchtigt.