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Karlsruhe: Renaissance einer Kunstform: DVDs zu "Küss den Frosch"

Karlsruhe

Renaissance einer Kunstform: DVDs zu "Küss den Frosch"

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    Küss den Frosch
    Küss den Frosch Foto: Disney

    Der DVD-Tipp von Patrick Wurster

    Die späten 90er und frühen Nullerjahre waren keine leichte Zeit für die Disney Animation Studios. Nach "Der König der Löwen" konnte es im Grunde nur noch schlechter werden. Dann kam "Die Schöne und das Biest". 

    Und es wurde schlechter: Mit "Pocahontas", "Der Glöckner von Notre Dame", "Hercules", "Mulan" und  "Tarzan" schwang man sich sukzessive nach unten. "Atlantis" und "Der Schatzplanet" bedeuteten 2002 schließlich den Untergang: Nach "Die Kühe sind los" wurde die Ära des klassischen Zeichentrickfilms für beendet erklärt, die entsprechenden Abteilungen - Ausgangspunkt und Herz des Konzerns, verantwortlich für Meisterwerke wie "Fantasia", "Dschungelbuch", "Dumbo", "Alice im Wunderland", "Susi und Strolch" oder "Bernard und Bianca" - geschlossen.

    Die erste schwarze Prinzessin im Disney-Imperium

    Die Übernahme der Pixar Animation Studios bedeutete 2007 dann nicht weniger als die Renaissance einer Kunstform. Im Mittelpunkt der lose auf E. D. Bakers Kinderbuch "Esmeralda, Froschprinzessin" und dem Märchen vom "Froschkönig" aufsetzenden Neuinterpretation steht die erste schwarze Prinzessin im Disney-Imperium: Tiana (gesprochen und gesungen von Cassandra Steen), Tochter aus einfachsten Verhältnissen. Als Schauplatz wählte das bewährte Autoren- und Regiegespann von Hits wie "Arielle, die Meerjungfrau" oder "Aladdin", John Musker und Ron Clements, das pulsierende New Orleans der Jahrhundertwende: inmitten der Wiege des Jazz, zwischen French Quarter, Louisianas Sümpfen und Schaufelraddampfern.

    Mit der Welt der Reichen gerät die Schöne nur deshalb in Berührung, weil ihre Mutter beim Ortskrösus bedienstet und sie dadurch mit dem verwöhnten Prinzesschen Charlotte befreundet ist. Die gerät in ihren flüggen Jahren völlig außer Fassung: Der charmante Partyprinz Naveen (Roger Cicero) besucht die Stadt, begibt sich jedoch in die Fänge des Voodoo-Zauberers Dr. Facilier. Als Tiana dem Wunsch des fortan quakenden Prinzen entspricht und ihn busselt, erlangt dieser nicht etwa er wieder seine Menschengestalt zurück; sie ist mit einem Mal von Schleim - pardon - Sekret überzogen. Die Story wechselt in die Froschperspektive.

    Disney küsst sich mit dem Gute-Laune-Musical selbst aus dem Schlaf

    Zeitgemäß präsentiert sich der Film mit seinen im typischen Disney-Stil gehaltenen Charakteren - dank Glühwürmchen Ray, Alligator Louis (Bill Ramsey) und Mama Odie (Marianne Rosenberg) bis in die Nebenrollen toll ausgearbeitet - gar nicht mal wegen der farbigen Disney-Prinzessin, die den Großteil der 98 Minuten ohnehin in kräftigem Grün verbringen muss. Kellnerin Tiana ist so besonders, weil sie sich emanzipiert, nicht von Palästen träumt, sondern von ihrem eigenen Restaurant, das ihr Vater nicht mehr eröffnen konnte.

    Der mit teils wunderbaren (Jazz-)Stücken dahergroovende Soundtrack kontrastiert die düsteren, psychedelischen Voodoo-Szenen und die Stimmen von Steen und Cicero machen den 49. abendfüllenden Zeichentrickfilm der Company endgültig zu einem Gute-Laune-Musical, mit dem sich Disney selbst aus dem Schlaf küsst. Walt wäre verzückt.

    ka-news verlost zum Verkaufsstart von "Küss den Frosch" (Walt Disney Home Entertainment) dreimal die DVD samt Lippenbalsam, Froschkeksausstecherform, Tarotkarten und Radiergummi. Teilnahmeschluss ist Sonntag, 20. Juni.

    www.kuess-den-frosch.de

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