"Kino war sein Leben", sagt Hartmut Fricker, der Bruder des verstorbenen Kino-Enthusiasten. Hartmut Fricker ist Stiftungsrat der am Montag gegründeten Georg-Fricker-Stiftung.
Das Regierungspräsidium Karlsruhe hat im März dieses Jahres dem letzten Willen Georg Frickers entsprochen und die Genehmigung für die Stiftung erteilt. Zweck der Stiftung ist die Förderung der Filmkultur. Stiftungsvorstände sind Cornel Bodnar und Thomas Burkhardt.
Sanierungsarbeiten liegen an
Die Stiftung soll das Gebäude des Filmtheaters Schauburg an einen Kinobetreiber verpachten. Außerdem soll jährlich ein kleines, europäisches Filmfestival mit Schwerpunkten im osteuropäischen Film, jüdischen Film sowie Schwulen- und Lesben-Film stattfinden. Weitere Projekte sind Workshops für Schülerfilme und die Förderung von Theaterprojekten. Die Stiftung entscheidet auch über Sanierungsarbeiten sowie bauliche Planungen in der Schauburg. "Eine hohe Priorität kommt den Sanierungsprogrammen zu", erklärt Burkhardt.
50 Prozent Beteiligung am ZKM
Seit 2005 betreibt Herbert Born die Schauburg und führt den Kinobetrieb im Sinne Georg Frickers. Bereits zu Lebzeiten hat Fricker sein gesamtes Vermögen in eine Stiftung eingebracht, um damit Kunst und Kultur mit dem Medium Film einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Das Stiftungsvermögen besteht aus der 50-prozentigen Beteiligung am Filmpalast am ZKM, dem Gebäude der Schauburg sowie den beiden Immobilien in der Baumeisterstraße und der Marienstraße.
"Die Schauburg ist ein Herzstück der Südstadt"
"Georg Fricker hatte den Mut ein Traditionskino wieder zum Leben zu erwecken. Die Schauburg ist mehr als ein Kino. Sie ist ein Herzstück der Südstadt", lobt Margret Mergen, Erste Bürgermeisterin der Stadt Karlsruhe. Fricker gilt als Pionier der Karlsruher Kinolandschaft. Im Jahr 1971 übernahm der gelernte Theaterleiterassistent die Schauburg vom damaligen Besitzer Willy Mansbacher.
Neben Kinofilmen gab Fricker auch Theater, Kleinkunst und Performances eine Plattform. Im Sommer 1995 veranstaltete er mit der Schauburg erstmals die Open-Air-Kinonächte am Schloss Gottesaue. Im März 2000 eröffnete Fricker zusammen mit den Geschwistern Kieft den Filmpalast am ZKM. Bis zu seinem Tod war er dort als geschäftsführender Gesellschafter tätig. Georg Fricker verstarb am 7. Juni 2008 im Alter von 72 Jahren. Für Herbst 2010 sind als erste Projekte der Stiftung eine russische Filmreihe und das 70 mm Festival geplant.