Mit der Entwicklung des Drumsets durch die "Ludwig Drum Company" vor 100 Jahren veränderte sich das Instrument nachhaltig. Neu war, dass mehrere Trommeln und Becken von nur einem Musiker gespielt werden konnten. Bestehend aus Basstrommel mit Pedal, Snare Drum, Tom-Toms, Hi-Hat und Becken gibt das Schlagzeug bis heute Takt, Tempo und Rhythmus vor, ist fester Bestandteil der Unterhaltungsmusik.

Jürgen Zöller
Schlagzeuge gibt es heute in allen Größen und Formen. | Bild: Hans-Joachim Of

Während in den 60er-Jahren, als die Beatles und Stones ihren Siegeszug um die Welt begannen, auf der Bühne noch einfache Drumsets standen, haben sich manche Drummer wie Mike Portnoy (Transatlantik, Neil Morse-Band), Phil Collins (Genesis) oder Neil Peart (Rush) im Laufe der Zeit mit zwei Bass-Trommeln und allerlei Schlagwerk ganze Türme um ihren Hocker aufgebaut.

"Schlagzeugspielen löst bei mir Wohlbefinden aus"

Auch Jürgen Zöller kennt die Leidenschaft rund um die Drumsticks nur zu gut. Der 1947 in Köln geborene und seit 1996 mit seiner Frau Isabel im Badischen, aktuell im Karlsruher Stadtteil Grötzingen, lebende Musiker und Produzent, saß von 1987 bis 2014 bei der Kölschrock-Band BAP hinter dem Schlagzeug und ist auch heute noch aktiv in der lokalen Musikszene unterwegs.

Jürgen Zöller
Bild: Hans-Joachim Of

"Schlagzeug zu spielen macht unendlich viel Spaß und löst bei mir seelisches und körperliches Wohlbefinden aus", so der Vater zweier Söhne, der seinem Nachwuchs schon mal gezeigt hat, was einen richtigen Trommler ausmacht. "Beide Teenager haben Talent, spielen allerdings Gitarre", sagt Zöller, der jedoch keinen Druck ausübt und sie machen lässt.

1963 begann Zöller Schlagzeug zu spielen und ist nach eigenem Bekunden nie einer gewesen, der oft und gerne übte, schon gar nicht alleine. "Viel lieber habe ich in Bands gespielt und mein Schlagzeugspiel perfektioniert." Neben BAP, Supermax den Rodgau Monotones oder der eigenen Formation Zöller war er in der Vergangenheit auch bei Wolf Maahn, Rainhard Fendrich oder Wolfgang Ambros fester Bestandteil der jeweiligen Gruppen und frönte seiner Leidenschaft.

Das Schlagzeug ist der Bandmotor

Fakt ist: Das Schlagzeug ist heute an den Musikschulen deutschlandweit das fünftmeist gespielte Instrument. Zöller meint dazu: "Für die heutigen Nachwuchstrommler ist die Situation, im Gegensatz zu meiner Frühzeit, ein paradiesischer Zustand." Durch das Internet und entsprechende Videos könne man heute alles nachspielen und dann gelte die Devise "üben, üben, üben".

Jürgen Zöller
Bild: Hans-Joachim Of

Denn: Schlagzeug zu spielen sei viel mehr, als mit zwei Stöcken ordentlich draufzuhauen, es gehe manchmal auch ganz leise. Geschulte Ohren erkennen, dass ein Schlagzeug nicht nur den Beat beim Tanzen, sondern auch den melodischen Rhythmus vorgibt.

Nicht ohne Grund wird der Drummer einer Band oftmals als "Taktgeber" oder "Bandmotor" bezeichnet. "Wenn man auf die Trommel schlägt, bekommt man sofort eine Antwort in Form von Schwingungen und Emotionen", erklärt Zöller. Braucht man viel Talent? "Das muss jeder selbst herausfinden."

"Wir sehnen uns alle danach, endlich wieder live aufzutreten"

Zuletzt war Jürgen Zöller mit der "Sponti-Band 2.0" beim Benefiz-Festival für die Ukraine im Karlsruher Tollhaus hinter der "Schießbude" für den guten Zweck am Start. Mit der Formation Zöller und Konsorten spielt er seit einiger Zeit wieder neue Stücke ein, doch die Pandemie habe vieles ausgebremst.

Jürgen Zöller
Bild: Hans-Joachim Of

"Wir sehnen uns nach den coronabedingten Einschränkungen alle danach, endlich wieder live vor Publikum auftreten zu können", sagt der Drummer. Es sei zudem schwierig gewesen, sich zu treffen, da die Mitmusiker in verschiedenen Ecken Deutschlands leben. "Am liebsten arbeite ich Face to Face und im Studio", so Zöller, der in absehbarer Zeit zunächst eine EP mit vier Songs der Konsorten auf den Markt bringt.

Am 22. Oktober kommt Jürgen Zöller ins Jubez

Das letzte Album dieser Gruppe hieß "Flucht nach vorn" und war 2016 veröffentlicht worden. Die beliebte Konzertreihe "Zöller Network Sessions", bei denen stets illustre Gäste aus der deutschen Rock- und Popszene im Karlsruher Jubez auf der Bühne stehen, findet am Samstag, 22. Oktober seine Fortsetzung.

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Mit dabei sind einmal mehr die "Üblichen Verdächtigen" aus der Zöller-Band wie Christof Stein-Schneider (Fury in the Slaughterhouse) oder Lyle Närvänen von den Leningrad Cowboys, Willy Wagner oder Olli Roth. Dazu kommen immer wieder Überraschungsgäste. Es geht also immer weiter für Jürgen Zöller, der sich im Lesewerk "Aus dem Leben eines BAP-Trommlers" bereits selbst verewigt hat.