Es beginnt im wahren Leben und wirkliche Ferienstimmung will dort beim kleinen Arthur (Freddie Highmore) nicht unbedingt aufkommen. Von den Eltern vernachlässigt, muss er am Geburtstag nicht nur mit der Großmama (Mia Farrow) vorlieb nehmen, da steht auch noch ein finsterer Grundstücksmakler (Adam LeFèvre) vor der Tür. Weil das Geld seit Opa Archibalds (Ron Crawford) Verschwinden knapp ist, stapeln sich die offenen Rechnungen - Haus und Hof sind in akuter Gefahr.

Der Kinotipp von Patrick Wurster

Aber so schnell will "Käpsele" Arthur den Kampf nicht aufgeben. Er begibt sich auf die Spuren des Großvaters, der von der Suche nach einem Schatz aus funkelnden Rubinen nimmer mehr aus dem heimischen Gärtchen wiederkehrte. Und einen afrikanischen Zauber später findet sich Arthur auf die Größe von zwei mickrigen Millimetern geschrumpft im Miniaturkosmos der elfenartigen Minimoys wieder.

Auf ihrer Schatzsuche begegnen Selenia und Arthur so manchem Zeitgenossen...
(Foto: pr)

Eine Anschauung, die es in sich hat: Fantastisch phantasievolle Bilderwelten tun sich auf, die einschließlich der drolligen Charaktere (samt einem abspannveredelnden Luc Besson in CGI) in dieser Detailversessenheit wohl selten eine Kinoleinwand belebt hat. Drum herum eine nette, aber zu vernachlässigende, weil vernachlässigte Geschichte nach der märchenhaften Vorlage der ersten beiden "Minimoy"-Romane um die Abenteuer des jungen Helden Arthur; dessen Märchen-Action-Leinwand-Abenteuer einmal in einer Trilogie enden soll.

...dieser hier zum Beispiel hält sich für richtig cool, aber so was von! Doch kann man Barbesitzer Max (im Original von Snoop Dogg gesprochen) trauen? (Foto: pr)

Und wenn schon die Story ein paar kleine Schwächen aufweist, muss es eben beim Hinhören wieder richtig spektakulär zugehen. Dachte sich die Vermarktungsabteilung in Zeiten, da selbst die neue "Frisur" einer Plattenlabel-Marionette noch für Schlagzeilen gut ist. Und schon steht an der Seite von Gabrielle Susanne Kerner alias Nena - die Minimoy-Prinzessin Selenia zu ihrem flotten Mundwerk verhilft - Tokio Hotel-Frontmännchen Bill Kaulitz. Der soll einem Zwölfjährigen sein Organ leihen und das will ungeachtet aller Ressentiments in den Realszenen so recht einfach nicht passen.

Arthur knackt die taffe Prinzessin, deren harte Schale einen umso weicheren Kern zum Vorschein kommen lässt (Foto: pr)

Stimmiger wird's denn, das sei eingestanden, in den animierten Sequenzen; wenngleich die mehr als nur latente Ähnlichkeit der Haarpracht von Sprecher und Besprochenem nachhaltigst dafür Sorge trägt, dass das Kaulitz-Antlitz über weite Strecken des 97-Minüters geradezu omnipräsent im Geiste des Zuschauers herumspukt. Aber immerhin befindet sich die offiziell nervigste Gestalt der vergangenen zwölf Monate damit konsequenterweise mal wieder ganz und gar in ihrem Element. Der Lebensraum der Minimoys ist in Karlsruhe auf Universum und Filmpalast beschränkt.