Die Niederlage bei den Königsblauen war die vierte fünfte Partie im fünften Spiel des Jahres. Der Traum vom Aufstieg ist endgültig ausgeträumt.
"Die Bälle viel zu leicht hergegeben"
Doch davon sprach der realistische Trainer Christian Eichner eh nie. Der bekannte nach der Partie sportlich fair: "Der Sieg des FC Schalke 04 geht in Ordnung." Seine Mannschaft habe in der zweiten Halbzeit offensiv überhaupt nicht stattgefunden. "Wir haben die Bälle viel zu leicht hergegeben. Durch diese Ballverluste haben wir Schalke viele Umschaltmöglichkeiten gegeben."

In seiner Analyse kritisierte er weiter: "Über der Mittellinie haben wir jeden zweiten, dritten Pass schlecht gespielt. "Dann legte er den Finger in die KSC-Dauer-Wunde: "Wenn man immer zwei Gegentore bekommt, wird es schwierig Spiele zu gewinnen."
"Bekommen zu viele Gegentore"
Die Anzahl an Gegentoren ist reiner Horror: 22 Spiele absolviert, 40 Gegentore kassiert. Und: In den letzten 13 Spielen kassierte der KSC immer mindestens ein Tor. Zudem ließen die Badener 16 Gegentore nach Standards zu, nur Regensburg hat mehr kassiert. Abwehrchef Marcel Franke dazu: "Wir haben nach der Halbzeit viel versucht, aber nicht viele Chancen herausgespielt. Wir bekommen zu viele Gegentore."

Auffallend: Die Blau-Weißen gewannen durchweg nur wenig zweite Bälle. Und: sie waren im Spiel nach vorne überhastet und ungenau. Das Selbstvertrauen, die Selbstverständlichkeit im Offensivspiel ist nach der Negativserie weg.
In Schalke gab es einen Horrorauftakt für die Blau-Weißen. Die Gastgeber hatten ihre erste gute Gelegenheit in Minute sechs - und gingen in Führung. Janik Bachmann nutzte einen Abpraller, als die Karlsruher nicht sauber klären konnten.
Keine Torgefahr in der Anfangsphase
Nach der ersten Ecke des KSC kam Fabian Schleusener zum Kopfball. Die Kugel flog knapp vorbei. Die Karlsruher bemüht, den Rückstand schnell wettzumachen. Kapitän Marvin Wanitzek puschte seine Kollegen, schickte sie nach vorne. Nach 15 Minuten: 54 Prozent Ballbesitz. Etwas über 60 Prozent gewonnener Zweikämpfe - aber keine Torchance. Kein KSC-Schuss traf das Schalker Gehäuse.
Den Fächerstädtern fehlte vorne die Durchschlagskraft, die Kreativität und die Zielstrebigkeit. Wie auch der Mut, aus der zweiten Reihe zu schießen. Nicht verwunderlich nach den Misserfolgen der vergangenen Wochen. Doch das KSC-Team arbeitete sich ins Spiel, kam zurück, wurde in dieser Phase gar spielbestimmend.
Jensen trifft zum zwischenzeitlichen Ausgleich
Dann, die 25. Minute. Da gelang eine Traumkombination von Leon Jensen über Marvin Wanitzek wieder zu Jensen. Der blieb cool, schob die Kugel aus rund elf Metern ein. 1:1 durch Jensens vierten Saisontreffer. Aber: Danach drängten die Schalker die Badener in die Defensive.

Beim zweiten Schalker Treffer: Totale KSC-Konfusion bei einer Ecke der Königsblauen. Mehrfach war die Chance da zu klären. Kein KSC‘ler schaffte es. Pape Ba war da, stocherte die Kugel zum 2:1 (34. ) ins Netz.
Auch nach dem Seitenwechsel schafften es die Karlsruher nicht, die Schalker unter Druck zu setzen. Dazu kam Pech, dass der Treffer von Schleusener in Minute 51 wegen Abseits nicht anerkannt wurde. Die KSC-Ballbesitzphasen waren zu kurz, die Kugel ging fast immer ruckzuck verloren.
Fehlende spielerische Mittel
Die Badener blieben in Halbzeit zwei gar 30 Minuten ohne Torschuss. Zum Aufbäumen, um noch einen Punkt zu retten, dazu fehlten die spielerischen Mittel.
Offensichtlich auch: Insgesamt kam zu wenig Energie, zu wenig Qualität von Bank. Kranke und verletzte Spieler werden nicht adäquat ersetzt. Dass viele, fast alle, Neuzugänge die Hoffnungen in dieser Saison nicht erfüllen konnten, schlägt sich aktuell auf dem Feld knallhart nieder.
Im Kader: Kaum Alternativen, kaum bis keinen Konkurrenzdruck. In Schalke stand von dem runden Dutzend an Neuzugängen nur der im Winter aus Liga eins ausgeliehene Mikkel Kaufmann in der Startelf.