Wir müssen uns wieder aufrichten und schauen, dass wir den VfB Stuttgart zu Hause schlagen", sagte KSC-Trainer Christian Eichner nach der Niederlage gegen Aue selbstbewusst. Eine Woche später lässt sich sagen: Seine Elf hat sich die ehrgeizigen Worte ihres Trainers zu Herzen genommen und das Derby gegen Aufstiegsaspirant VfB Stuttgart mit etwas Glück aber verdient für sich entschieden.

Nicht nur für die Moral, sondern vor allem auch für das Punktekonto war der Sieg extrem wichtig. Eichner hatte seine Mannschaft auf vier Positionen im Vergleich zur Vorwoche verändert. Wichtigste Neuerung: Torjäger Philipp Hofmann kehrte nach Gelbsperre ins Team zurück.
Doch im Fokus standen zunächst Andere. Im aufgrund der Corona-Maßnahmen leeren Wildpark nutzte der KSC einen Fehler im Stuttgarter Aufbauspiel aus und ging durch den Ex-Schwaben Marvin Wanitzek nach sieben Minuten früh in Führung. Der Spielmacher wurde zuvor von Jerome Gondorf bedient.

Ein ehemaliger Nationalspieler verhinderte nur kurze Zeit später den zweiten Wanitzek-Treffer: VfB-Spieler Holger Badstuber klärte noch im letzten Moment, zuvor hatte Wanitzek einen Moment zu lange vor VfB-Keeper Gregor Kobel gezögert.
Dem KSC war der Wille auf die drei Punkte anzusehen, die Elf ließ den Worten ihres Trainers Taten folgen. Der VfB hingegen hatte Probleme mit dem intensiven Anlaufen der Badener. Erst eine taktische Umstellung bei den Schwaben und ein nun passiverer KSC brachten den VfB besser ins Spiel.

Wamangituka und Gonzalez hatten ihre Position auf den Außen gewechselt. Uphoff entschärfte nach einer halben Stunde eine Hereingabe von Gonzalez. Kurz vor dem Pausenpfiff ging es dann nochmal ordentlich zur Sache: Stiefler konnte den schnellen VfB-Angreifer Wamangituka nur mit unfairen Mitteln im eigenen Sechzehner stoppen.
Den berechtigten Elfmeter verwandelte anschließend Gonzalez nach 35 Minuten zum Ausgleich, der in dieser Phase des Spiels auch in Ordnung ging. Gonzalez und Al Ghaddioui hatten noch vor dem Pausenpfiff den Stuttgarter Führungstreffer auf dem Fuß, den die Karlsruher mit vereinter Abwehrarbeit zu verhindern wussten.

Nach der Pause kam der KSC mit breiter Brust zurück. Die daraus entstandenen Räume ließen die Stuttgarter zunächst ungenutzt, dem KSC gelangen dann auch wieder selbst Offensivaktionen. Wanitzek und Hofmann näherten sich nach etwas mehr als einer Stunde wieder dem Stuttgarter Gehäuse.
Nach 72 Spielminuten stocherte Lukas Fröde dann den Ball zugunsten der Gastgeber über die Torlinie, zuvor hatte der VfB den Ball nach einer Ecke nicht klären können. VfB-Keeper Kobel hatte den Ball zu spät gesehen, um noch entscheidend klären zu können. Ben-Hatira hatte kurze Zeit später sogar noch die vorzeitige Entscheidung auf dem Fuß, Kobel parierte glänzend.

Bis auf einen Schuss aufs lange Eck von Klement fiel dem VfB nicht mehr viel aus, so dass die drei wichtigen Punkte im Wildpark blieben. "Wir genießen das einfach, die ganze Stadt genießt das!" brachte Siegtorschütze Fröde die Stimmungslage in der Fächerstadt nach dem Spiel auf den Punkt. Nun gilt es für die Eichner-Elf gegen Regensburg am kommenden Mittwoch nachzulegen.