Am Samstag, 31. Oktober, um 18:30 empfängt der Karlsruher SC den Karlsruher FV. Es ist zwar nur das Duell der zweiten Mannschaften in der C-Klasse, dennoch ist es durchaus eine besondere Partie und für Fußballromantiker ein Grund, einen Blick in die Geschichtsbücher zu werfen.

KFV war Top-Adresse im deutschen Fußball

Auf der einen Seite der zweitälteste noch bestehenden Fußballklub in Deutschland, der in den 1910-er Jahren große Erfolge feierte, der KFV. Auf der anderen Seite der aktuell am höchsten spielende Verein in Karlsruhe, der seit letzter Saison wieder eine zweite Mannschaft hat, der KSC.

Ein historisches Bild vom Halbfinale der deutschen Meisterschaft zwischen dem KFV und dem FV Phönix, einem Vorgängerverein des KSC.
Ein historisches Bild vom Halbfinale der deutschen Meisterschaft zwischen dem KFV und dem FV Phönix, einem Vorgängerverein des KSC. | Bild: Karlsruher FV

Am 17. November 1891 gegründet, war der KFV eine Top-Adresse im deutschen Fußball und feierte schon kurz nach seiner Gründung große Erfolge. Unter anderem wurde der Verein achtmal Süd-Deutscher Meister und 1910 deutscher Meister. Zwar alles lange vor Gründung der Bundesliga, doch bis heute ist der "KV", wie er auf den Sportplätzen der Region auch genannt wird, die einzige Karlsruher Mannschaft, die einen solchen Erfolg feiern konnte und heute noch existiert.

 

Nach dem Erfolg stetiger Abstieg 

Doch nach dem sportlichen Erfolg folgte der sportliche Abstieg. Nach und nach musste der KFV einen Abstieg nach dem nächsten verkraften. Heute spielt der Verein mit seinen beiden Herrenmannschaften in der B-beziehungsweise C-Klasse in Karlsruhe. Auch das einst so prachtvolle Stadion an der Telegraphenkaserne existiert nicht mehr und ist auch nicht mehr in Besitz des KV. Heute trägt der KFV seine Heimspiele auf dem alten Gelände der DJK Rüppurr aus. 

Ein Bericht über die Niederlage des KSC gegen den KFV.
Ein Bericht über die Niederlage des KSC gegen den KFV. | Bild: Karlsruher FV

Doch am Samstag zählt das Alles dann nicht mehr. Dann geht es wieder um Punkte. Außerdem hat der KSC noch eine Rechnung offen: Das letzte Spiel der beiden Karlsruher Vereine entschied der Karlsruher FV am 23. Mai 1989 für sich. In einem Freundschaftsspiel gewann der damalige Landesligist gegen den Bundesligisten. 

KSC in der Favoriten-Rolle

"Wir wollen wieder gewinnen, für uns ist es ein Spiel wie jedes andere", meine KSC II-Coach Bozidar Djokovic im Gespräch mit ka-news.de. Djokovic steht mit seiner Mannschaft nach sechs Spielen mit 18 Punkten an der Tabellenspitze und nimmt die Favoriten-Rolle gerne an: "Wir werden 110 Prozent geben, nur weil wir Tabellenführer sind, bedeutet es nicht, dass wir unsere Spiele automatisch gewinnen."

Bozidar Djokovic im Gespräch über die Ansprüche und Ziele der kommenden Saison.
Bozidar Djokovic im Gespräch über die Ansprüche und Ziele der kommenden Saison. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Verzichten muss Djokovic dabei auf seinen Spielführer Jonas Scherghuber, er ist beruflich verhindert. "Schön ist das natürlich nicht, doch wir haben einen breiten Kader und können das auffangen"; zeigt sich Djokovic zuversichtlich. Außerdem sind seine Jungs "top-fit und haben gut trainiert."

Vieles spricht für die Blau-Weißen. Neben der aktuellen Form - der KFV belegt derzeit den neunten Tabellenplatz in der Kreisklasse C3 - auch die historische Statistik. Denn: Seit Gründung des KSC absolvierten die beiden Vereinen 14 Spiele von denen nur eins der KFV gewinnen konnte. Zwölf Mal siegte der Sport-Club. Doch wer weiß: Der Fußball schreibt bekanntlich seine eigenen Gesetzte und es wäre nicht das erste Mal, dass der Fußballverein dem Sportclub ein Bein stellt.

Die Statistik zwischen dem KFV und dem KSC. Beziehungsweise seinen Vorgängervereinen.
Die Statistik zwischen dem KFV und dem KSC. Beziehungsweise seinen Vorgängervereinen. | Bild: Karlsruher FV