Die Auseinandersetzung endete damit, dass Oral die KSC-Ikone Reich von seinen Aufgaben entbunden haben soll. Boss Wellenreuther war sauer: "So etwas entscheidet bei uns nur das Präsidium." Soll heißen: Oral ist über das Ziel hinausgeschossen, hat seine Befugnisse überschätzt. Reich, der am Tag nach seinem Rauswurf wie immer überpünktlich an seinem Arbeitsplatz im Wildpark war, dazu: "Ich möchte nichts sagen."

Suche nach Unterkunft wird zum Pulverfass

Auslöser der lautstarken Auseinandersetzung waren organisatorische Dinge. Die Polizei hatte den KSC im Vorfeld gebeten, ein Hotel außerhalb Kaiserslautern zu buchen, um so wenig wie möglich "Feindkontakt" zu haben.

Cheforganisator Reich hatte sich daher für ein Hotel in Homburg entschieden, nämlich dort, wo auch oft Schiedsrichter absteigen. Aber das passte Oral nicht. Die rund 40 Kilometer nach Kaiserslautern sollen dem Coach zu weit gewesen sein. Also forderte er eine prompte Umbuchung ins Zentrum Lauterns und kam damit sogar durch. Reich buchte um. 

Neuer Sportdirektor Kreuzer muss jetzt schlichten

Dann erneut eine Forderung der Polizei im Rahmen der Deeskalation: Der KSC-Tross sollte doch bitte schon um 11.15 Uhr in Richtung Stadion fahren, um dadurch Konflikte mit FCK-Fans zu vermeiden. Dies kam für Oral angeblich überhaupt nicht infrage, weil es die Vorbereitung stören könnte.

Während sich Teammanager Reich mit den Bitten der Polizei anfreunden konnte. Das brachte Oral wohl derart in Rage, dass er Reich von seinem Job als Teammanager freistellte – sprich: rauswarf.  Reich, der den Spitznamen "Mister Loyal" hat, soll kopfschüttelnd, tief getroffen gegangen sein. Die KSC-Ikone Reich – er absolvierte von 1991 bis 1999 für den KSC 214 Spiele, erzielte 15 Tore und ist seit dem Jahr 2000 in vielen Positionen tätig - saß dann in Lautern nicht wie gewohnt auf der Bank, sondern stand auf der Tribüne.

Daneben: Oliver Kreuzer (51). Der neue KSC-Sportdirektor, der am Donnerstag offiziell inthronisiert wird.  Zur Tagesordnung kann Kreuzer nach diesem Eklat nicht übergehen. Oral wird sich wohl rechtfertigen müssen. Der neue Sportdirektor soll sich hinter den Kulissen bereits intensiv eingeschaltet haben, um Wogen zu glätten. Ob diese Aktion Tomas Oral einer Entlassung näher bringt? Eines ist sicher im Wildpark: Die Nerven liegen blank.