In den Testspielen - in Basel erzielte er den einzigen KSC-Treffer - und in den Trainingseinheiten konnte der südafrikanische Nationalspieler bisher absolut überzeugen - trotz seiner 33 Jahre. Mit Buckley, der seine erfolgreichste Profizeit in Bielefeld hatte, als sein Trainer Rapolder hieß, sprach Peter Putzing.
 
Herr Buckley, Sie sind knapp zwei Wochen beim KSC, haben zwei Testspiele absolviert. Wie lautet Ihr Kurz-Fazit?
Es läuft gut hier und es macht mir Spaß. Durch die intensiven Trainingseinheiten habe ich viel an Kraft und Kondition dazu gewonnen. Das hat man in den ersten 45 Minuten in Basel gesehen. Ich habe noch Luft nach oben. Ich gebe in jedem Training Vollgas, damit ich dieses Defizit bald ausgeglichen habe. Ich war sechs Monate nicht im normalen Mannschaftstraining und ohne Spielpraxis. Aber ich versuche, alles zu geben und mich reinzuhängen, damit ich am Freitag dabei sein kann.

Da gibt es wohl keinen Zweifel: Trainer Uwe Rapolder erklärte, dass Sie gesetzt wären.
Schön das zu hören. Aber darauf werde ich mich nicht verlassen. Ich werde 100 Prozent geben, um meinen Stammplatz zu sichern.
 
Es gibt Spieler, die unter ganz speziellen Trainern toll spielen, unter anderen Coaches  - normal. Das ist beim Frankfurter Torjäger Gekas unter Trainer Michael Skibbe so - das war bei Delron Buckley unter Uwe Rapolder in Bielefeld so. Woran liegt das?
Das ist nicht schwer zu erklären: Wenn ein Trainer zu 100 Prozent hinter dir steht – dann hast du Selbstvertrauen. Dann macht man alles auf dem Platz. Man ist frei im Kopf, man hat keine Angst einen Fehlpass zu machen – und wenn das passiert, weiß man, dass man das darf. Wenn man den Trainer im Rücken hat, ist es leichter Tore zu schießen.

Was zeichnet Uwe Rapolder aus?
Er hat sehr viel Ahnung von Fußball, von Taktik, und er bereitet die Trainingseinheiten ganz akribisch und speziell vor. Er stellt uns auf den Gegner toll ein. Er weiß welches System er gegen welchen Gegner einsetzen muss. Allein damit macht er es für jeden Gegner schwer, uns zu schlagen. Er hat immer ein Konzept. Er hat große Erfahrung und kann uns helfen.
 
Wo hat das KSC-Team Vorteile, Stärken? Wo Schwächen?
Da kann ich noch nicht so viel sagen, ich habe ja erst eine Partie über 90 Minuten absolviert. Aber wir haben Spieler, die richtig kicken können, die das ja schon in der ersten Bundesliga bewiesen haben. Wichtig ist: Wir müssen als Mannschaft funktionieren.

Sie haben einen Vertrag bis Ende Juni 2011. Aber Sie wollen doch sicher länger beim KSC bleiben, oder?
Klar. Für mich war wichtig hierher zu kommen und die Chance zu erhalten, dass ich beweisen kann, dass ich es noch kann. Ich weiß, der KSC hat wenig Geld, aber das war mir nicht wichtig. Wir haben besprochen, wenn es gut läuft, wir die Liga halten und der Verein mich dann noch haben möchte, dass ich dann gerne im Wildpark bleiben würde.
 
Würden Sie dann nach Karlsruhe ziehen?
Ja, Im Moment pendle ich noch zwischen Bochum, wo meine Frau und unsere zwei Kinder leben, und Karlsruhe. Für fünf Monate wollte ich die Familie nicht umziehen lassen. Sollte es mit dem neuen Vertrag klappen, dann kommen sie sofort hierher.

"Wir werden alles dafür tun, dass wir sie schlagen"

Sie sind mit 33 Jahren neben Godfried Aduobe der älteste Spieler. Sind Sie damit automatisch der Chef?
Natürlich will ich Verantwortung übernehmen, aber als Linksaußen ist es schwieriger, als wenn man auf einer zentralen Position spielt. Wir haben auf zentralen Positionen Spieler, die Erstligaerfahrung haben und das auch machen können. Aber: Wenn es nicht läuft, dann kann ich auch da links draußen laut werden.
 
Wie schätzen Sie Greuther Fürth ein?
Zuerst ist es mir eigentlich egal, gegen wen wir spielen. Wir haben ein Heimspiel, das müssen wir bestimmen. Ich weiß aber, dass Greuther Fürth eine starke Elf hat. Wir werden alles dafür tun, dass wir sie schlagen.
 

Tippspiel

Was wünschen Sie sich zum Einstand? Drei Tore und vier Vorlagen?
Ich wünsche mir, dass wir mein erstes KSC-Spiel gewinnen, dass wir dann einen positiven Lauf bekommen und den Klassenerhalt schaffen. Es geht nicht darum, wie viele Tore ich schieße oder vorbereite. Ich will die Klasse halten. Wenn ich dazu mit Toren oder Vorbereitungen beitragen kann – umso besser.

Eigentlich hätte am Freitag Patrick Haag in der Abwehr hinter Ihnen spielen sollen, mit 20 Jahren ein großes Nachwuchstalent. Ist es ein Unterschied, ob dort ein Debütant steht oder ein "alter Hase" wie Andreas Schäfer, oder ist Ihnen das egal?
Patrick Haag hat mein volles Vertrauen. Ich habe ein paar Mal mit ihm gespielt, da war er super. Ich habe ihm im Training geholfen, damit es für ihn einfacher wird, gab ihm Tipps wie er spielen soll. Er kam vor kurzer Zeit zu mir und hat sich für meine Hilfe bedankt und gesagt: "Delron, mit Dir ist es einfach zu spielen. Du hilfst mir sehr." Ich gebe ihm viele Optionen…
 

Aber Ihre beste Option ist, dass Sie steil in die Spitze sprinten. Ihre Stärke ist eben Ihre Schnelligkeit.
Richtig. Das trainieren wir in jeder Trainingseinheit.
 
Sind Sie noch so schnell wie früher?
Vielleicht nicht mehr ganz: Aber ich bin noch immer schnell genug, um Gegenspielern davon zu laufen.

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