Mit einer Systemveränderung versuchte der KSC am Samstagnachmittag sein Glück. So bildeten Jonas Meffert und Reinhold Yabo am 11. Spieltag eine Doppel-Sechs im defensiven Mittelfeld. Mit Ilian MIcanski und Rouwen Hennings standen zudem zwei Angreifer zu Beginn der Partie am Hamburger Millerntor auf dem Rasen.

Ergebnisse und Tabelle 2. Fußball-Bundesliga - 11. Spieltag

Von Beginn an entwickelte sich ein munteres Spiel - allerdings nur aus Sicht der Hausherren. Bereits in der vierten Spielminute musste KSC-Schlussmann Dirk Orlishausen erstmals eingreifen, nachdem Marc Rzatkowski sein Glück per Freistoß aus knapp 38 Metern versuchte. Kurze Zeit später verhinderte der Karlsruher einen Rückstand, als er den aus spitzem Winkel von Lennart Thy abgegebenen Schuss klärte (8. Spielminute). Vor allem die rechte KSC-Abwehrseite, erneut mit Enrico Valentini besetzt, war eine Schwachstelle, die St. Pauli für sich zu nutzen verstand. Thy war es so auch, der die nächste Hamburger Möglichkeit auflegte, als er in den Strafraum flankte, Rzatkowskis Schuss dort aber von Dennis Kempe geblockt wurde (15.).

Fast schon etwas überraschend die Karlsruher Führung in der 18. Spielminute. Beim ersten gelungenen Angriff der Gäste, resultierend aus einem Freistoß, hatte Kempe auf der linken Seite Platz und konnte den Ball in den Strafraum zu Hiroki Yamada bringen. Der Japaner war mit einem Flachschuss aus rund 14 Metern erfolgreich. Damit war die Rechnung von KSC-Coach Markus Kauczinski vollkommen aufgegangen, seine Spieler wirkten nach der Führung deutlich selbstbewusster. Nach einer halben Stunde legte Hennings das 2:0 für die Badener nach, als er eine Nachlässigkeit der Hamburger Defensive ausnutzte und allein vor Tschader auftauchend keine Mühe hatte. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hatte sich das Geschehen komplett geändert: Nun dominierte der KSC das Geschehen. 

Zu Beginn des zweiten Durchgangs wechselte der KSC einmal: Selcuk Alibaz kam für Jungbin Park. Am Spielsystem änderte sich nicht viel. St. Pauli allerdings investierte nun wieder mehr, hatte durch den ebenfalls eingewechselten Verhoek eine erste gute Chance. Bei seinem Treffer per Seitfallzieher "stand" der Hamburger im Abseits (53.). Sechs Minuten später verhinderte der Pfosten ein Eigentor von Hennings, der einen Freistoß in Richtung eigenem Gehäuse verlängerte (59.). Zehn Minuten später scheiterte Budimir per Flugkopfball und so konnte sich der KSC taktisch weiter darauf konzentrieren mit vereinzelten Nadelstichen Gefahr auszustrahlen. Die endgültige Entscheidung fiel letztlich in der 80. Spielminute. Nach Vorarbeit von Hennings war es Alibaz, der freistehend im Strafraum zum 3:0 für die Karlsruher einschob. Den Schlusspunkt setzte Yamada mit seinem zweiten Treffer zum 4:0 (89.) gegen einen Kontrahenten, der sich vollkommen aufgegeben hatte.

Bereits am Dienstag kann der KSC nachlegen und weiter am eigenen Selbstvertrauen arbeiten. In der zweiten Runde des DFB-Pokals treten die Blau-Weißen bei den Offenbacher Kickers an (Anpfiff 19 Uhr). Am Freitag wartet dann das Heimspiel gegen den SV Sandhausen.

Aufstellung FC St. Pauli: Tschauner - Startsev, Sobiech, Gonther, Thy - Alushi (46. Görlitz) Kurt - Rzatkowski, Daube (72. Kringe), Nöthe (46. Verhoek) - Budimir.
Karlsruher SC: Orlishausen - Valentini, Gulde, Gordon, Kempe - Meffert (81. Varnhagen), Yabo - Park (46. Alibaz), Yamada - Hennings, Micanski (68. Van der Biezen).