Die Feierstunde stand unter dem Motto "120 Jahre KSC - kämpfen, leiden, siegen". Ein Slogan, der nicht nur für KSC-Präsident Ingo Wellenreuther "die lange und bewegte Geschichte unseres Vereins beschreibt". Zahlreiche Weggefährten aus der Vergangenheit hatten den Weg ins Karlsruher Konzerthaus gefunden. Dazu war auch die Profi-Mannschaft anwesend, die sich an diesem Tag einen Eindruck davon machen konnte, welche Rolle der Verein in Fußball-Deutschland gespielt hat.

Dabei zählten die Festredner, zu denen neben Wellenreuther und Niersbach auch Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup zählte, zahlreiche Ereignisse und Persönlichkeiten auf. Seien es nun die Fußballer Oliver Kahn, Mehmet Scholl oder Renate Lingor, haben auch Ex-Boxer Sven Ottke oder "der weiße Blitz" Heinz Fütterer haben beim KSC ihre sportliche Heimat. "Der KSC ist mehr als Profifußball", so Wellenreuther und fügt an. "Wenn man die Geschehnisse noch einmal Revue passieren lässt, bekommt man Gänsehaut." 

OB Mentrup stellte in seiner Rede die wichtige Rolle des KSC als Imageträger für die ganze Region heraus. Umso wichtiger sei es, dass man nun die Stadiondebatte zu einem positiven Ende bringt und den fokusierten Neubau im Wildpark vorantreibt. "Es gibt einen gemeinsamen Willen", so Mentrup. "Sonst haben wir eine Immobilienleiche im Wald und der KSC keine Grundlage zum Überleben mehr." An das Motto der Veranstaltung angelehnt meinte das Stadtoberhaupt: "Nach viel kämpfen und leiden wird es Zeit, auch einmal gemeinsam zu siegen." Ein weiterer wichtiger Punkt war Mentrup das Lob an die vielen Ehrenamtlichen, die das Überleben des Vereins sichern. "Der KSC ist seit Generationen und generationsübergreifend eine Heimat geworden." Die Blau-Weißen seien mehr als ein Verein und dies müsse man immer stolz nach außen tragen.

"Die Faszination Fußball ist es, die uns alle zusammenbringt"


Stolz können die Verantwortlichen auch auf die Anwesenheit des DFB-Präsidenten sein. Niersbach hatte viele lobende Worte für den Verein im Gepäck und zeigte sich erfreut über die Einladung: "So oft bin ich noch nicht zu einem 120. Geburtstag eingeladen worden", scherzte er. "Die Faszination Fußball ist es, die uns alle zusammenbringt", rief er kurze Zeit später auch noch einmal die Bilder der erfolgreichen Weltmeisterschaft in Brasilien in Erinnerung. "Fußball vereint und bringt fast selbstverständlich zusammen. Das ist die perfekte Integration", so der DFB-Präsident. Was dort im Großen erlebt wurde, gelte es nun auf die einzelnen Vereine in Deutschland zu übertragen. Fußball sei kein Sport für Einzelgänger, so Niersbach. Umso erfreuter zeigte er sich, dass Stadt und Verein nun auch in Sachen Stadion an einem Strang ziehen.

Ebenso lobte er die hervorragende Jugendarbeit der Badener. "Es ist aber auch wichtig, dass sie die jungen Spieler nicht nur ausbilden, sondern dass diese dann auch für den KSC spielen", richtete er den Blick in die Zukunft. In dieser will der Verein wieder "Spuren in der deutschen Fußballgeschichte hinterlassen", wie man es laut Wellenreuther in der bisherigen Vereinsgeschichte getan habe.