Hallo Herr Franz, Sie sind nicht leicht zu erreichen. Im Stress?

Im Moment bin ich echt absolut im Stress…

… und warum?

Ich baue seit sechs Monaten, zusammen mit 11teamsports, die "Fußball Academy" auf. Ich bin dort Geschäftsführer. Wir führen Fußball-Feriencamps durch und starten im Sommer bundesweit mit 15 Camps. Da geht es jetzt in die heiße Phase, das ist arbeitsintensiv. Ich bin in Karlsruhe natürlich vor Ort und freue mich riesig. Denn auch dort geht es um unser großes Event: Wir suchen die Mega-Dribbler in Deutschland.

Kommen wir zum KSC - gibt es noch Kontakte?

Aber sicher, mit dem Präsidenten, mit Vize-Präsident, Geschäftsführer Michael Becker, mit Trainer Christian Eichner und auch mit Basti Freis.

Sie sind Mitglied im einst gegründeten KSC-Sport-Komitee, das beratend fungieren soll. Man hat lange nichts gehört. Was wurde daraus?

Es ist noch existent, wir tauschen uns hin und wieder aus.

Waren Sie in die aktuellen Transfers involviert? War Ihr Fachwissen bei der Kaderplanung, bei den Neuzugängen gefragt?

Nein.

Maik Franz beim Spenden-Sammeln für eine Fußballschule in Südafrika. (Archivbild)
Maik Franz beim Spenden-Sammeln für eine Fußballschule in Südafrika. (Archivbild) | Bild: Maik Franz

Können Sie die Leistungsstärke des KSC einschätzen?

Aus der Entfernung ist es sehr schwierig und von außen kann man immer den Klugscheißer spielen und leicht kritisieren und so etwas liegt mir nicht. Ich weiß, dass der Verein wirtschaftlich nicht so rosig aufgestellt ist, dass der Etat nicht im vorderen Bereich der 2. Liga anzusiedeln ist. Trainer Christian Eichner hat es klar gesagt, dass es vom ersten Spieltag an um den Ligaerhalt geht. Dass das viele nicht hören wollen, ist mir bewusst. Aber: Es stimmt ganz einfach, das ist die Wahrheit. Wenn man den Kader sieht, muss man den Klassenerhalt erstmal in den Mittelpunkt stellen.

Geht es etwas konkreter?

Man hat mit Philip Hofmann eine 15-Tore-Garantie abgegeben. Dafür mit Mikkel Kaufmann ein Talent geholt und einen erfahrenen Spieler, der aber - ohne Vaduz zu nahe zu treten - in der zweiten Liga der Schweiz spielte. Es wird spannend, ob dieses Duo den Abgang auffangen kann.

Anderes Thema: Sie wurden beim VDV - der Spielergewerkschaft, die die Interessen der Profis vertritt - zum Vize-Präsident gewählt.

Ich wurde für drei Jahre gewählt. Eine interessante Aufgabe…

Die da wäre?

Ich bin seit 18 Jahren Mitglied beim VDV. Früher war die Gewerkschaft präsenter, wurde mehr wahrgenommen. Das hat etwas nachgelassen, obwohl sie sehr, sehr viel macht. Zum Beispiel bei Themen wie Fortbildung, Aufklärung zum Thema Spielmanipulation, usw… Dennoch ist der VDV etwas in den Hintergrund gerückt. Dabei sind wir zum Beispiel da bei einem schwierigen Thema - wie etwa Insolvenz. Überhaupt, immer dann, wenn es gilt zu helfen. Wir werden nicht so wahrgenommen wie es nötig und richtig wäre…

Die beiden Ex-KSC-Spieler Sebastian Freis und Maik Franz stehen auch nach ihrer gemeinsamen Vereinszeit weiter in Kontakt. (Archivbild)
Die beiden Ex-KSC-Spieler Sebastian Freis und Maik Franz stehen auch nach ihrer gemeinsamen Vereinszeit weiter in Kontakt. (Archivbild) | Bild: Carolin Reisenauer

Und das wollen Sie ändern?

Wir - nicht ich allein. Der VDV Vorstand arbeitet zum Beispiel daran, für die jungen Profis wieder interessanter zu werden. Die Jungs sind oft in den neuen Medien unterwegs - also müssen wir dort präsenter sein, müssen mit diesen Medien arbeiten. Ein Kernpunkt des VDV ist: Sozialverhalten - für den anderen da sein.

Könnten Sie mit diesem Job wieder Sportdirektor bei einem Proficlub werden? Sie waren das ja erfolgreich beim 1. FC Magdeburg.

Diesen Gedanken habe ich im Moment nicht.

Dann war zu lesen, dass Sie eine Aufgabe beim DFB übernommen haben. Sie sind Mitglied beim DFB-Schiedsgericht. Iron Maik - der knallharte Spieler.

Stimmt, ich bin beim DFB Schiedsgericht. Und ich glaube, aufgrund meiner Erfahrung gibt es für diese Aufgabe kaum einen Besseren! (lacht)