Schon als der KSC in Nürnberg spielte, fiel Philip Heise durch sein enormes Laufpensum auf. Daran knüpfte der 30 Jahre alte, gebürtige Düsseldorfer in der Partie der Badener gegen Holstein Kiel an. Auch gegen die "Störche" zeigte der Linksverteidiger ein großes Engagement. Die 11,25 Kilometer, die der abspulte - viele davon in kräftezehrenden Sprints - belegen das.

Heise mit Mut

Heise zeigte gegen Kiel vom Anpfiff an das, was Trainer Christian Eichner, nach dem 2:2 des KSC, an seinem Team in der Anfangsphase kritisierte. Heise spielte mutig!

Der Karlsruher Philip Heise (r) und der Bremer Felix Agu kämpfen um den Ball.
Der Karlsruher Philip Heise (r) und der Bremer Felix Agu kämpfen um den Ball. | Bild: Uli Deck/dpa

"In den ersten 30 Minuten hatten wir Probleme, waren nicht so mutig, wie ich es mir gewünscht hätte", sagte Eichner nach dem Schlusspfiff. Heise riskierte sofort einiges, wollte das bisweilen biedere Offensivspiel anschieben, wollte mit überraschenden Pässen für Gefahr vor dem Kieler Gehäuse sorgen.

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Eine Augenweide nach rund 25 Minuten: Sein toller Diagonalpass. Von links, über rund 50 Meter nach rechts, direkt in den Fuß von Rok Choi. Nach exakt einer Stunde erkämpfte Heise sich an der Außenlinie wieder einmal die Kugel, passte sofort genau auf Marc Lorenz, doch der verlor in aussichtsreicher Position leider seinen Zweikampf.

Ausgewogenheit passt 

Kurz danach: Klasse Stellungsspiel vom Ex-Dresdner Heise - in der Defensive, dadurch konnte er einen gefährlichen Angriff der Gäste verhindern. Gegen Kiel gelang Heise das, was so für offensiv denkende Abwehrspieler so schwierig ist: Eine gute Ausgewogenheit zwischen Offensivaktionen und der Basis, der Abwehrarbeit.

Philip Heise (KSC 16) im Zweikampf mit Marvin Wanitzek (KSC 10)
Philip Heise (KSC 16) im Zweikampf mit Marvin Wanitzek (KSC 10) | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Heise überzeugte auch, weil er sich immer wieder mit Highspeed auf den Weg zurück, in die eigene Abwehr machte. Richtig gut: Seine Zweikampfbilanz. 75 Prozent aller Duelle entschied er für sich. Der 184 Zentimeter große Linksfuß beging nicht ein Foulspiel. Er hatte 68 Ballkontakte, kam dabei auf die beachtliche Passquote von 84 Prozent.

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Immer wieder versuchte er, durch Vorstöße, durch Flanken und durch genau getimte Diagonalpässe bei den Badenern Tempo und Kreativität ins Spiel zu bringen, wollte das Offensivspiel anzukurbeln. Heise schoss per Direktabnahme, passte, flankte - wollte etwas Positives bewegen.

Wenn der KSC gegen Kiel gefährliche Aktionen kreierte, dann war er meist beteiligt. Und: der Profi, der in allen Ligaspielen in der Startelf stand, schob auch noch in der Nachspielzeit an.