Man habe Kaufmann gesagt, er müsse "insgesamt während der Woche seine Quote erhöhen, was die Trainingsarbeit und Verlässlichkeit angeht. Damit hat er begonnen. Er hat richtig gute Schritte gemacht. Er hatte auch Pech, dass dann, wenn er an der Reihe gewesen wäre, sein Körper streikte.“

KSC - St. Pauli, November 2022
KSC-Trainer Christian Eichner beim Spiel gegen St. Pauli | Bild: Mia

Eichner verrät: "Wir haben uns extrem oft und extrem lange unterhalten. Gegen Pauli war der Zeitpunkt, auch weil unsere Durchschlagskraft im Angriff nicht optimal war.“ Mit dem Auftritt Kaufmanns gegen die Kiezkicker war Eichner zufrieden, dennoch gibt es sofort konkrete Vorgaben: "Für ihn geht es - wie für die anderen auch - darum: Wie bereite ich mich auf den 5. Dezember, das erste Training und dann auch auf das erste Spiel vor? Mache ich alles, um in der Startelf zu stehen?“

Kaufmann durfte bisher zwei Mal ran

Nur zweimal stand der Däne bisher in der KSC Startelf: Am ersten Spieltag in Paderborn (0:5) und am letzten Spieltag der Hinrunde gegen St. Pauli. Gegen St. Pauli machte der 21-Jährige vom Anpfiff an deutlich, dass er seine von Trainer Eichner verordnete Lektion gelernt hat. Soll heißen: Kaufmann war engagiert, ging keinem Zweikampf aus dem Weg und arbeitete auch nach hinten. In Minute zwei, das erste knallharte Duell. Kaufmann gegen Marcel Beifus. Kaufmann gewann den Zweikampf fair. Passte sofort exakt auf Jerome Gondorf.

In der 10. Minute verlor er ein Kopfballduell gegen Paulis Abwehrchef Eric Smith, doch so etwas war selten der Fall. Der Däne war ballsicher, voller Spielfreude und agierte uneigennützig. Gekonnt gab er die Vorlage zum 2:0 der Badener. Der 190 Zentimeter große und 81 Kilogramm schwere Angreifer jagte später die Kugel sehenswert vom rechten Strafraumeck zum 4:3 ins das lange Toreck. Schnelligkeit, Körperlichkeit und Einsatzbereitschaft zeigte der Leihspieler. Nach 66 Spielminuten war Schluss.

Die Karlsruher Mannschaft bejubelt den Treffer zum 4:3 durch Mikkel Kaufmann.
Die Karlsruher Mannschaft bejubelt den Treffer zum 4:3 durch Mikkel Kaufmann. | Bild: Uli Deck/dpa

Kaufmann hatte Probleme im Oberschenkel. Eichner wollte keine größere Verletzung riskieren, nahm Kaufmann daher vom Feld. "Es ist nichts kaputt, ich hatte einen Krampf, weil ich zuvor ja nicht so viel gespielt habe“, gab Kaufmann sofort Entwarnung. Zu seiner Leistung? "Das war das Niveau, das ich zeigen kann. Ich habe eine lange Zeit nicht gespielt und ich glaube, wenn ich jetzt mehr zum Einsatz komme, wird es immer besser.“

Ärger und Enttäuschung

Das 4:4 gegen Pauli ärgerte ihn. "Wir müssen so ein Spiel gewinnen. Es war nicht nur Pech – aber es war auch Pech dabei. Pauli war gar nicht so gefährlich, aber dann schießen sie immer wieder ein Tor. Wir führen 2:0, 3:1 und 4:3 und haben nicht gewonnen. So ein verrücktes Spiel habe ich noch nicht erlebt.“

KSC - St. Pauli, November 2022
KSC - St. Pauli, November 2022 | Bild: Mia

Bei Kaufmann überwiegt, trotz des ersten Punktgewinns nach vielen Wochen, "der Ärger, die Enttäuschung. Wir hätten am Ende noch ein Tor schießen können. Aber: gut, dass wir dieses Spiel dann nicht noch verloren haben. In die WM Pause nehmen wir dennoch ein gutes Gefühl mit. Wir müssen nur - die ganze Mannschaft - ein bisschen besser verteidigen.“